25. Jahrgang,
Ausgabe 1
Jan. / Feb.
2019
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Kultur

Anmelden für 48h-Wilhelmsburg!
Runder Geburtstag
Neue Anfangszeit beim Plattdeutschen Stammtisch
 
„Zwischen Chor und Chorleitung muss es stimmen“
Staffelstab-Übergabe an Anke Holtmann vom Museum Elbinsel Wilhelmsburg
Zinnwerke – Keimzelle für einen Kulturkanal
Neues von 48h Wilhelmsburg
Weihnachts- / Winter- / Sommerlektüre

 

Anmelden für 48h-Wilhelmsburg!
Bis zum 3. Februar läuft die Frist für Musiker*innen

Musik 48h

Bei 48h-Wilhelmsburg spielen Musiker*innen von den Elbinseln an vielen
verschiedenen Orten, die Wilhelmsburger*innen zur Verfügung stellen.

Foto: Jo Larsson

PM. Noch bis zum 03.02.2019 können sich interessierte Musiker*innen, die auf den Elbinseln leben oder arbeiten, und gastgebende Orte für 48h Wilhelmsburg 2019 anmelden.
Ob in Kirchdorf oder Moorwerder, auf der Veddel oder in Georgswerder - auch 2019 lädt Wilhelmsburgs vielseitigstes Stadtteilmusikfest zu musikalischen Begegnungen an ungewöhnlichen Orten ein. Heavy Metal in der Sparkassenfiliale, Flamenco in der Boxhalle, ein Swingtanzkurs im Freizeithaus Kirchdorf-Süd oder HipHop von der Kanzel in der Kirche - vom 14. bis 16. Juni 2019 wird zum zehnten Mal an (fast) allen Ecken der Elbinseln Musik zu finden und zu hören sein. Gemacht von den Menschen der Elbinseln für die Menschen der Elbinseln.
Deswegen suchen wir auch in diesem Jahr wieder Menschen, die Lust haben, 48h Wilhelmsburg mit uns zu gestalten: Gastgeber*innen die uns ihre Türen zum Wohnzimmer, Atelier, Schrebergarten oder zur Bar öffnen genauso wie Musiker*innen und Bands (die auf den Elbinseln arbeiten, leben oder wohnen).

Im Februar/März wird ein Programmkomitee, welches sich aus unterschiedlichen Vertreter*innen aus dem Stadtteil zusammen setzt, gemeinsam mit den 48h Organisator*innen eine Auswahl für das Programm 2019 zusammen stellen.
Rückfragen zum Projekt an Katja Scheer, per Telefon unter 040 75201714 oder per Mail: katja@musikvondenelbinseln.de

48h ist eine Veranstaltung des Bürgerhauses Wilhelmsburg und dem Netzwerk Musik von den Elbinseln.
Meldet euch bis zum 03. Februar 2019 bei uns! Anmeldungen im Internet unter
http://www.musikvondenelbinseln.de/mitmachen

Fragen und Infos zur Anmeldung gibt es im Internet unter 48h@musikvondenelbinseln.de oder auch per Telefon unter 040 75 20 17 11
.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Runder Geburtstag

Honigfabrik

Die ehemalige Margarine- und Honigfabrik wird 40 Jahre alt.
Hier ein Bild aus dem August 1981.

Foto: Geschichtswerkstatt


M. Markert. Die Honigfabrik wird 40! Im September 1979 eröffnete zum ersten Mal in selbst renovierten Räumen die Honigfabrik. Mit Life-Konzerten, einer Teestube und Gruppen, z.B. der Töpferei, dem MusikÜbungsraum und - natürlich - einer Frauengruppe. Bands mit klingenden Namen wie „Klärgrube West“ legten den Grundstein für eine neue Wilhelmsburger Musikszene.
Alles hatte im Jahre 1978 begonnen. Ein Haufen junger Leute beschloss, einen Ausweg aus dem kulturellen Niemandsland Wilhelmsburgs zu suchen. Die Zeichen der Zeit standen damals auf Aufbruch. Doch die Wilhelmsburger Jugendlichen dachten nicht daran, einfach ein Haus zu besetzen. Sie gründeten erst mal einen Verein, in dem sogar Lehrer und Pastoren toleriert wurden, und suchten ein geeignetes Objekt für ein Kulturzentrum für alle Generationen. Da in Wilhelmsburg mittlerweile viele Industriegebäude leer standen, gab es sogar Auswahl. Am Veringkanal: 1906 als Margarinefabrik gebaut, dann als Honigfabrik genutzt, stand das Gebäude nun fast leer. Die alte Honigfabrik, die sollte es sein!
Dem frisch gegründeten Verein „Kommunikationszentrum Wilhelmsburg e.V., Honigfabrik“, gelang es, in den Genuss neu aufgelegter staatlicher Fördermittel zu kommen, um „Kultur für alle“ im Stadtteil zu machen. Und das ist nun 40 Jahre her, in denen die Honigfabrik sich immer wieder ein Stück neu erfunden hat.

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 



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Nege Anfangstied bi‘n Plattdüütschen Stammdisch
De Bosen vun Plattdüütschen Stammdisch. Wi wüllt künnig mooken, dat de Anfangstied von de Stammdischavende
in de Wilhelmsborger Möhl sied Januar 2019 ümmer Klocken 6 fast sett is.
De Weekendag, de erste Mittwoch in‘n Monat, is bleven.
Ok dat Kalle Mittendörp un Freddy Eichling dat anföhrt, is bleven.


Neue Anfangszeit beim Plattdeutschen Stammtisch

Leitung des Plattdeutschen Stammtisches. Wir möchten bekanntgeben, dass die Anfangs-Uhrzeit des Plattdeutschen Stammtisches in der Wilhelmsburger Mühle seit Januar 2019 auf 18 Uhr festgesetzt ist.
Der Wochentag, der 1. Mittwoch im Monat, ist gleich geblieben.
Ebenso, dass Kalle Mittendorf und Freddy Eichling den Stammtisch leiten.

Plattdüütschen Stammdisch/Plattdeutscher Stammtisch
Wilhelmsborger Möhl/Wilhelmsburger Mühle
Jeden ersten Mittwoch in‘n Monat Klocken 6/
Jeden 1. Mittwoch im Monat um 18 Uhr

 

 


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„Zwischen Chor und Chorleitung muss es stimmen“
Darin sind sich die Vorgängerin Monika Lütgert und ihr Nachfolger in der Kirchdorfer Kantorei, Rainer Schmitz, einig

Kantoren

Monika Lütgert und Rainer Schmitz beim
Interview in der Inselrundblick-Redaktion
.
Foto: sic

pv. Es gibt gute Gründe, das Mozart-Requiem zu besuchen, das am Vorabend (24. November) des Totensonntags um 18.30 Uhr in der Kreuzkirche in Kirchdorf aufgeführt wird.
Zum einen ist es natürlich musikalisch und programmatisch interessant, wie man es von der Kirchdorfer Kantorei und ihrer Chorleiterin Monika Lütgert mittlerweile gewohnt ist. Zum anderen ist dieses Konzert gleichzeitig das letzte große Konzert der Kantorin. Sie wird die Kirchdorfer Kantorei nach zehn Jahren an Rainer Schmitz, den neuen Inselkantor, der seit Mai 2018 auf der Elbinsel arbeitet, übergeben.
In den zehn Jahren als Kantorin der Kirchengemeinde Kirchdorf hat Monika Lütgert vieles verändert, bewegt und auf den Weg gebracht. Menschen für und mit Musik zu begeistern, das war immer ihre erste Intention in der musikalischen Arbeit.
Die Chorarbeit existiert in der Gemeinde in unterschiedlichen Ausprägungen seit Mitte der 70er-Jahre. Monika Lütgert hat sie zur heutigen Kirchdorfer Kantorei mit derzeit 30 Sänger*innen aus Wilhelmsburg zu einem Ensemble für anspruchsvolle Kirchenmusik aufgebaut und viele Konzerte geleitet. Sie hat Impulse gegeben, inspiriert, war Kollegin und Freundin, Kantorin und Musikerin aus ganzem Herzen. Beständigkeit, Traditionsbewusstsein, aber auch neue Initiativen prägen ihre Arbeit. Nun nimmt sie Abschied von der Kantorei.
Monika Lütgert verabschiedet sich mit einem weinenden und einem lachendem Auge: Zum einen ist ihr die Kantorei sehr ans Herz gewachsen, zum anderen freut sie sich auf ihren Nachfolger Rainer Schmitz, von dem sie weiß, dass die Kantorei bei ihm in guten Händen ist.

Seit 6 Jahren haben die beiden bereits zusammengearbeitet. Viele gemeinsame Projekte hätten sie auf den Weg gebracht und sie habe vieles dazugelernt, so Lütgert. Der Zeitpunkt, um die Kantorei Rainer Schmitz zu übergeben, fühle sich jetzt richtig gut an. Ein Zeitpunkt, den Monika Lütgert gewählt hat, als sie beruhigt sein konnte, dass die Arbeit in der Kantorei von der neu zu besetzten Kirchenmusikerstelle der Reiherstieg-Kirchengemeinde übernommen würde und somit fortgesetzt werden konnte. Und als klar war, dass die Reiherstieg-Gemeinde die Kirchenmusikerstelle mit Rainer Schmitz besetzen würde.
Rainer Schmitz sind für die Chorarbeit vor allem ein kollegiales Miteinander und Engagement für die musikalische Gestaltung wichtig. Er wünscht sich, dass er als neuer Leiter der Kantorei seinen Platz findet. Die grundsätzliche Ausrichtung der Kantorei bleibe bestehen, so Schmitz. Auch werde er weiterhin jährlich ein großes Werk auf der Elbinsel aufführen.
Rainer Schmitz möchte in der Zukunft vielfältigere Auftrittsorte wahrnehmen und abwechslunsgreiche Konzerte bieten. Er wünscht sich eine offene Kantorei, von der Menschen aus ganz Wilhelmsburg sich angesprochen fühlen, darin mitzusingen.
Das Konzert am 24. November werden Rainer Schmitz und Monika Lütgert gemeinsam gestalten. An diesem besonderen Abend dirigiert Monika Lütgert das Mozart-Requiem, das ihr sehr am Herzen liegt - Rainer Schmitz wird den von ihm selbst komponierten „Wiener Totentanz“ zur Aufführung bringen.
Monika Lütgert wird es, wenn sie die Kantorei übergeben hat, ganz bestimmt nicht langweilig. Musik werde sie weiter begleiten. Sie werde eine begeisterte und auch kritische Zuhörerin der Kantorei bleiben. Viel Zeit wird sie sich für Reisen und für ihre Familie nehmen.
Der Stadtteil dankt Monika Lütgert für ihre musikalische Arbeit, für ihre humanistische Aufgeschlossenheit und ihre zahlreichen Initiativen.
WIR wünschen Monika Lütgert alles Gute für ihren weiteren Lebens- und Schaffensweg!

Eintrittskarten für das Abschlusskonzert gibt es bei Monika Lütgert,
in der Buchhandlung Lüdemann, im Kirchenbüro und an der Abendkasse.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

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Museum Elbinsel Wilhelmsburg:

Amtshaus

 

Staffelstab-Übergabe an Anke Holtmann vom Museum Elbinsel Wilhelmsburg
Begeisterung für das Ehrenamt weitergegeben

Anke Holtmann

Anke Holtmann erhält den Ehrenamts-Staffelstab
von Senatsdirektor Hans Heinrich Bethge
.
Foto: Museum

Claus-Peter Rathjen/MEW. Am Sonnabend, 17. November 2018, bekam im Rahmen der 5. Ehrenamtsstaffelstab-Übergabe Anke Holtmann vom Museum Elbinsel Wilhelmsburg sowohl persönlich als auch stellvertretend für alle ehrenamtlichen Mitarbeiter des Museums das Staffelholz von Senatsdirektor Hans Heinrich Bethge überreicht. Sie und alle anderen erhalten es für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Museum.
Unter dem Motto „Mit dir geht mehr“, so der Name der Staffelstabaktion, werden von der Kulturbehörde jährlich ehrenamtliche Kulturprojekte ausgezeichnet. Der Staffelstab ist ein Symbol dafür, dass sich die Begeisterung für ein Ehrenamt auch an andere weitergeben lässt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Zinnwerke – Keimzelle für einen Kulturkanal
Hamburg Kreativ Gesellschaft entwickelt Konzept für das Gelände Am Veringhof 7.
Die Kreativen, die jetzt dort arbeiten, fordern Brandschutz und Beteiligung

Zinnwerke

Ansicht und Schnitt der Zinnwerke.
In dem Anbau arbeiten bereits viele Künstler*innen und Kreative.
Die Halle 2 steht seit Jahren leer und in der Halle 1 (Mieter HGK) finden einzelne Veranstaltungen wie der Flohzinn statt.
Eigentümer des Ensembles ist die Hamburger Sprinkenhof AG.

MG. „Wir wollen niemanden vertreiben“, das betonten die Vertreter der Hamburg Kreativ Gesellschaft (HKG, eine Tochtergesellschaft der Stadt Hamburg), Egbert Rühl, Geschäftsführer, und Lukas Grellmann, Immobilienmanagement, auf zwei Veranstaltungen. Das möchten die bisherigen Nutzer*innen der Zinnwerke schriftlich haben. Diese Garantie will aber die HKG nicht geben. Auch der Auftrag der Bezirksversammlung Hamburg Mitte (BV) an die HKG, ein belastbares Nutzungskonzept zu erstellen, enthält keinen Bestandsschutz.
In dem ersten Workshop „Veringhof 7“ am 23. November 2018 im Bürgerhaus kam es nicht – wie geplant - zu einer Ideensammlung, weil die Diskussion über das Bleiberecht und die Art der Beteiligung viel Zeit kostete. Etwas beruhigt wurden die Gemüter, als Klaus Lübke (SPD), Kesbana Klein (SPD) und Sonja Lattwesen (GRÜNE) zusagten, ihren Fraktionen in der BV vorzuschlagen, in der Dezembersitzung einen Beschluss zu fassen mit dem Inhalt, dass die Mitglieder wollen, dass niemand vertrieben wird und dass die Kultur, die schon da ist, wachsen kann.

Auch der Stadtteilbeirat befasste sich mit dem Thema in der Sitzung am 21. November 2018. Hier wurde erstens der Beschluss gefasst, die HKG eindringlich darum zu bitten, einen gemeinsamen Weg zu finden in Form einer Beteiligung, die den Namen verdient, und weiter, die Politik zu bitten, den Zeitdruck zu verlangsamen, damit der Beirat genügend Zeit hat, sich dazu zu äußern.
Die HKG hat 2014 die nördliche Halle des Gebäudekomplexes gemietet mit dem Ziel, die Nutzung der Halle genehmigungsfähig zu machen. Eine grobe Kostenschätzung ergab, dass 800.000 Euro für eine Sanierung (Brandschutzauflagen usw.) nötig würden, die eine Nutzung für fünf Jahre ermöglicht hätte. Das war der Politik für die begrenzte Zeit zu viel Geld. Jetzt hat die HKG 60.000 Euro zur Verfügung für Veranstaltungen und Personalkosten. Dafür soll sie ein langfristig gut finanzierbares, wirtschaftlich tragfähiges Nutzungskonzept für das gesamte Areal erarbeiten, das den Erhalt aller Bestandsgebäude vorsieht. Dafür wäre die Politik dann auch bereit, mehrere Millionen in die Hand zu nehmen.
Ganz wichtig ist der HKG, dass nicht nur Wilhelmsburg von dem Projekt profitiert, sondern auch Interessenten aus ganz Hamburg eingeladen werden, ihre Ideen einzubringen. Der zweite Workshop findet daher am 15. Januar am Oberhafen statt.
In den Zinnwerken arbeiten fast 100 Kreative, die sich freuen, dass endlich etwas passiert, und die offen sind für neue Ideen und weitere Nutzer*innen aus Hamburg, die aber ernst genommen werden wollen und die ihre Ideen einbringen werden, sobald sie wissen, ob sie Teil der Nutzung sind. Sie fordern auch, dass die HKG das Konzept noch einmal vorstellt, bevor es in die Bezirksversammlung geht und beschlossen wird.

Die Überzeugung von Egbert Rühl gegen Ende der Veranstaltung, dass es ein „vergnüglicher Abend“ war, wurde von den Besuchern im großen Saal des Bürgerhauses jedenfalls nicht geteilt. Die Ängste der Zinnwerker*innen wurden noch nicht ausgeräumt.
Der Workshop im Bürgerhaus, der sicher anders gelaufen ist, als sich die Veranstalter vorgestellt hatten, wurde sehr umsichtig moderiert von Renée Tribble (Constellations Hamburg), die flexibel auf den Verlauf einging und den Künstler*innen, Designer*innen, dem Filmemacher, der Tätowiererin und vielen Anderen, die in den Zinnwerken schon arbeiten, Raum zur Vorstellung gab.

Nächster Workshop am 15. Januar, 18 Uhr,
Oberhafenquartier, Stockmeyerstraße 41-43, 20457 Hamburg

 

 

 

 

 

 

 




 

 

 

 

 

 

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Neues von 48h Wilhelmsburg

Termin 2019: Im kommenden Jahr findet 48h Wilhelmsburg zum 10. Mal statt! Und zwar vom 14. bis 16. Juni.

Bewerben: Musikmachende und Orte können sich vom 15. Dezember 2018 bis zum 4. Februar 2019 bewerben.

Mitmachen im Programmkomitee: Du möchtest Teil der Programmplanungen von 48h 2019 sein?
Du hast Lust und Zeit, dich intensiv mit der Musik für 48h 2019 auseinanderzusetzen, die Bewerbungen der Orte und Bands zu sichten, Empfehlungen abzugeben und gemeinsam mit anderen Mitgliedern Ideen für das Programm zu entwickeln? Dann Komm ins 48h-Programmkomitee!
Bewerbungen bitte bis 1. Dezember an: kai@musikvondenelbinseln.de oder unter Tel. 75201720.
(Bitte folgende Termine freihalten:
Erstes Treffen am 10. Dezember, Ortetour am 10. Februar, am 16. Februar intensive Planungsrunde. Von Januar bis Mitte Februar werden außerdem die eingereichten Musiken gesichtet.)

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

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Winter- / Sommerlektüre

Lesetipps aus der Bücherhalle Wilhelmsburg
Schöne Literatur:
Simone Buchholz: Mexikoring – Hamburg-Krimi
Christian Berkel: Der Apfelbaum – Familiengeschichte über drei Generationen
Mick Herron: Slow Horses – Thriller
Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Apokryphen – Humor-Satire
Liv Strömquist: Der Ursprung der Liebe – Graphic Novel

Kinderbücher:
Hammesfahr, Guido: Frau Giraffe zieht um – Bilderbuch, ab 4 Jahren
Bardugo, Leigh: Das Lied der Krähen – Fantasy, ab 12 Jahren
Obrecht, Bettina: P.F.O.T.E. - Ein Ohr für alle Fälle – Tiere, ab 8 Jahren

Sachbuch:

Niki Brantmark: Lagom: der schwedische Weg zum Glück

Fröhliches Lesen wünscht das Bücherhallen-Team vom Vogelhütt endeich 45!

 

WIR- Lesetipps

 

Neujahr

Neujahr


km. Durch den anschaulichen Schreibstil kann der Leser nahezu in Echtzeit die wahnsinnigen Anstrengungen des Protagonisten miterleben. Juli Zeh schreibt detailliert, präzise und glaubwürdig. Ihre Sprache ist wenig kunstvoll, schafft aber eine spannende Atmosphäre für den Leser, der auf zwei Reisen mitgenommen wird:
eine körperlich anstrengende mit dem Fahrrad und eine Reise in Hennings Gefühlswelt.
Zwei Geschichten werden hier aus der gleichen Erzählperspektive, jedoch mit einem Zeitunterschied von 30 Jahren, geschildert. Zeh gelingt es, alltägliche Situationen durch das Erschaffen von bildlichen Darstellungen mit Gefühlen zu koppeln. Das Buch hat mich völlig gepackt, ich empfehle es gerne weiter! Auch wenn der Roman wenig Schönes in seiner Geschichte hat, ist er doch lesenswert und spannend.

Juli Zeh, Neujahr,
Luchterhand-Literaturverlag,
20 Euro

 

„ D I E I N S E L“

Die Insel

sic. Im November ist die aktuelle Jahresschrift des Museums Elbinsel Wilhelmsburg „DIE I NSEL“ erschienen.
Da es in der vorigen Museumssaison keine „INSEL“ gab, ist die vorliegende Ausgabe eine prallvolle Doppelnummer mit vielfältigen Themen aus der Historie und Kunstgeschichte Wilhelmsburgs geworden.
Gleich zwei Aufsätze widmen sich der Bildausstattung der Kreuzkirche in Kirchdorf. Die Kunsthistorikerin Ingrid Höpel erläutert anschaulich und spannend die Bedeutung der 24 Embleme im Kirchenraum. Restauratorin Bettina Heine berichtet, wie sie und zwei Kolleginnen den ursprünglichen Charakter der acht Deckengemälde aus dem Leben Jesu Christi wieder hergestellt haben.
Die kanadische Geschichtsprofessorin Carolyn Kay beschäftigt sich noch einmal detailliert mit der Interpretation der Kinder-Kriegszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg.
Besonders gelungen ist auch Angelika Paschs Portrait über drei Generationen der Familie Brodermann - bekannt durch den Gemüse- und Obststand von Margret Hille auf den Wilhelmsburger Wochenmärkten. Alle insgesamt sieben kleinen und großen Aufsätze sind äußerst lesenswert und kurzweilig.
Das Heft ist in der Buchhandlung Lüdemann und im Museum erhältlich.

DIE INSEL 2016/17,
Hg. Museum Elbinsel Wilhelmsburg,
54 S., 6 Euro


 

Der Sprengmeister

Sprengmeister

hk. Henning Mankells allererstes Buch war kein Wallander-Krimi und war bis vor kurzem bei uns völlig unbekannt. Er schrieb den Roman „Der Sprengmeister“ als 25-Jähriger. Und erst jetzt, 45 Jahre nach der schwedischen Erstveröffentlichung, wurde er ins Deutsche übersetzt.
Es ist die Geschichte des Sprengmeisters Oskar Johansson. Als junger Mann wird er 1911 bei einem Arbeitsunfall Invalide, seine Freundin Elly verlässt ihn. Er heiratet ihre Schwester Elvira, sie bekom men drei Kinder, nach Elviras Tod zieht er sich auf eine kleine Schäre zurück. Gesellschaft leistet ihm dort hin und wieder ein Besucher. Dieser Besucher ist der eigentliche Erzähler von Oskars Geschichte. Oskar erzählt ihm sein Leben als Arbeiter und als Sozialist, der sich für das Weltgeschehen interessiert und unerschütterlich an die Revolution glaubt: „Sie wird kommen, früher oder später.“ Anders als in seinen späteren Wallander-Romanen experimentiert Henning Mankell in seinem Erstling mit verschiedenen Erzähltechniken. Die Zeitebenen wechseln, mal berichtet der Besucher, mal Oskar selbst, historische Abschnitte werden eingefügt und hörspielartige kleine Dialoge. Und manchmal redet der Besucher über die Produktion dieses Buches. Die Geschichte wird dadurch ungemein temporeich und spannend. „Der Sprengmeister“ ist so ein Buch, bei dem man mit dem Lesen nicht auf hören kann.

Henning Mankell, Der Sprengmeister,
Zsolnay Verlag, 192 Seiten, 21 Euro

 

 

Weihnachten im Alten Land
Ein schön gestaltetes kleines Büchlein

Weihnachten

MG. Zwei Schwestern, ein Obsthof im Alten Land und ein altes Bratapfelrezept, dazu Vorurteile, Verwicklungen und neue Lieben. Anne lebt bei ihrem Vater auf dem Obsthof, die Ehe ihrer erfolgreichen Schwester Maike ist gescheitert, die Mutter hat die Familie vor Jahren verlassen. Alle, auch die neuen Männer im Leben der Schwestern, lieben Maikes Sohn Jakob, der trotz der abwechselnden Betreuung durch die Eltern ein fröhlicher, robuster kleiner Kerl geworden ist. Die Autorin, die im Norden Hamburgs lebt, beschreibt die unterschiedlichen Schicksale, die Vorurteile gegen alles Fremde und Missverständnisse. Hat sich gegenüber Früher etwas geändert? Wird mit Weihnachtsmarktbesuch, folgen- reichen Begegnungen und dem berühmten mütterlichen Bratapfelrezept dieses Weihnachten doch noch zum wahren Fest der Liebe?

Sanne Jellings, Weihnachten im Alten Land,
Roman, rororo, Reinbek 2018,
160 Seiten, 10 Euro

 

Pelle zieht aus

Pelle


hk. Weihnachten ist gerade für Kinder eine wichtige Angelegenheit. Deshalb kommt in Astrid Lindgrens vielen Kindergeschichten über Pelle, Tomte Tummetott, Lotta, Pippi und die anderen auch immer wieder das Weihnachtsfest vor. Manchmal sind die Geschichten besinnlich.
Aber nicht selten machen die Kinder Quatsch am Weihnachtsfest und haben tolle Ideen, die nur die Erwachsenen für verrückt halten. Schließlich sind die Geschichten von Astrid Lindgren. „Es fängt mit STOLL an,“ lässt Lotta die kranke Tante über ihr Geschenk rätseln, „aber was es ist, sage ich nicht. Man kann auch sagen, dass es mit KUCH anfängt...“ Und Pippi lässt die böse Frau Finquist beim großen Weihnachtsbaumplündern in der Villa Kunterbunt abblitzen. Das Fest sei für Erwachsene verboten, „weil es nämlich nicht gesund für Große ist, Torte und Bonbons zu essen.“ Das habe ein Doktor in Amerika herausgefunden. Große Leute sollten nur gekochten Schellfisch und gedünstete Mohrrüben essen.
Die 15 schön bebilderten Geschichten eignen sich – nicht nur zum Fest – natürlich auch gut zum Vorlesen. Das Buch „Pelle zieht aus“ ist in der deutschen Ausgabe zuerst 1985 erschienen. Jetzt wurde es wieder aufgelegt. Und das wurde auch Zeit. „Ihr Kinderlein kommet!“, schrie Pippi. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Astrid Lindgren, Pelle zieht aus und andere Weihnachtsgeschichten,
Oettinger Verlag, 206 Seiten, 10 Euro

 


Mein Weg in die Freiheit
Ein Buch über einen jungen Mann, der aus Eritrea flüchtet

Buchcover

hk. Der 18jährige Eritreer Merhawi Fsehaye lebt seit zwei Jahren als geduldeter Flüchtling in einer Unterkunft in Hamburg. Eines Tages bringt die Lehrerin in der Berufsschule kleine Bücher mit in den Unterricht, in denen junge Migranten über ihre Geschichte und ihr neues Leben berichteten.
Das bringt ihn auf die Idee, auch ein Buch über seine Flucht aus Eritrea zu schreiben. Seine Deutschkenntnisse sind schon recht gut, aber mit dem Schreiben kommt er nicht voran. Es fällt ihm auch schwer, seine Gedanken zu sortieren. Er bittet schließlich Ulla Grün, die er als Vormund eines Mitbewohners kennt, ihm zu helfen. Sie treffen sich dann einmal in der Woche. Merhawi erzählt, Ulla Grün fragt nach, sortiert und schreibt auf. So entsteht das Buch „Mein Weg in die Freiheit“. Es ist die inzwischen fast alltägliche Geschichte von der Flucht junger Menschen vor Krieg, Unterdrückung und schwierigen Lebensbedingungen in ihrer afrikanischen Heimat. Merhawi schlägt sich mit wechselnden Weggefährten nach Libyen an die Mittelmeerküste durch. Sie sind ständig in Angst vor Entdeckung. Kurz vor Tripolis werden sie von Soldaten angehalten und landen für Wochen im Gefängnis.
Mehrfach warten sie in verborgenen Hallen mit mehr als 1000 Menschen zusammengepfercht auf die nächste Schlepperetappe, um dann unter einer Ladung versteckt auf überladenen LKWs weitertransportiert zu werden. Brutal geschlagen, beleidigt und bespuckt zu werden, ist für Flüchtende alltäglich. Und sie sind gewohnt niemandem zu vertrauen, auch ihren Brüdern nicht. Ein freundlicher Helfer kann sie schon am nächsten Tag um ihr Geld betrügen, sie an die Miliz verraten oder als Zwangsarbeiter vermitteln.
Im Schlusskapitel über die Entstehung des Buches sagt Merhawi Fsehaye über seine „Schreiberin“ Ulla Grün: „Manche Dinge, die für mich selbstverständlich waren, konnte sie sich nicht vorstellen.“ „Mein Weg in die Freiheit“ mag ein wenig dazu beitragen, Fluchtgeschichten zu verstehen.

Merhawi Fsehaye, Ulla Grün, Mein Weg in die Freiheit,
smm Leichte Sprache Verlag, 174 Seiten, 8 Euro

 

 

Falkenberg

Falkenberg

hk. Wie es sich für einen guten Krimi gehört, gibt es am Anfang erstmal eine Leiche. Eine Schulklasse macht einen Ausflug auf den – Titel gebenden – Falkenberg in den Harburger Bergen. Die Kinder wollen nach Störtebekers Schatz buddeln, der der Legende nach dort vergraben sein soll – und finden einen Toten. Mit 147 Messerstichen und einem auf dem Rücken eingeritzten Hakenk reuz übel zugerichtet. Die Kommissarinnen der Mordbereitschaft 5, Stella Brandes und Banu Kurtoglu, finden heraus, es handelt sich bei dem Toten um den 87 Jahre alten Dr. Manteuffel aus der nahen feinen Seniorenwohnanlage „Residenz Waldfrieden“. Er war ein sympathischer Zeitgenosse gewesen, hatte im Heim einen Freundeskreis und war sogar mit einer Bewohnerin verlobt. Wer sollte ein Motiv gehabt haben, den netten alten Herrn umzubringen? Das Hakenkreuz lässt die Kommissarinnen einen rechtsradikalen Tathintergrund vermuten. Die Ermittlungen in der Harburger Naziszene laufen ins Leere.
Und dann ist da noch das Schwarzweißfoto einer ominösen Josephine, angeblich seine erste große Liebe. Zwischenkapitel auf einer anderen Zeitebene mit Tagebucheintragungen eines Mädchens aus den 30er und 40er Jahren lassen die LeserInnen ahnen, dass der Mord eine Vorgeschichte hat. Stella und Banu kommen nur langsam voran und müssen dann entdecken: Ein Schüler einer nahen Privatschule, der in seinem Zeitzeugenprojekt viele Gespräche mit Dr. Manteuffel geführt hatte, ist ihnen bei der Klärung des Falls immer um eine Nasenlänge voraus. Mit seiner Hilfe kommen die Ermittlerinnen schließlich grausamen Verbrechen aus der Nazizeit und dem schrecklichen Geheimnis auf die Spur, das einige Bewohner-Innen der Residenz Waldfrieden miteinander verband.
„Falkenberg“ ist ein spannend erzählter und ausgeklügelt aufgebauter Roman, der an die populären skandinavischen Vorbilder erinnert. Dass die Autorin Regine Seemann im Hauptberuf Wilhelmsburger Lehrerin ist, lässt sie nur in ein paar kleinen Exkursen merken, in denen es unvermittelt ganz konkret um guten Unterricht und das Hamburger Bildungswesen geht.- Der zweite Fall für die Kommissarinnen Stella Brandes und Banu Kurtoglu ist schon in Arbeit. Man darf gespannt sein.
Regine Seemann, Falkenberg,
Gmeiner-Verlag, 382 Seiten,
12 Euro

 

Heiland – Tod im Hafenbecken

Heiland-Cover

MG. Felix Huby, bürgerlich Eberhard Hungerbühler, 1938 im schwäbischen Dottenhausen geboren, lebt seit über 25 Jahren in Berlin. Beide Destinationen verarbeitet er in seinem neuen Roman „Tod im Hafenbecken“. Den Großvater von Kommissar Peter Heiland lässt er schwäbeln und in dem Mordfall um Sven Lubinger, im Milieu allgemein bekannt als Malik, verarbeitet Huby beste Ortskenntnisse aus Berlin. Der Tote wird am Grund des Berliner Westhafens gefunden, an den Beinen gefesselt und mit einem Betonklotz versehen. Es kommt alles vor: Prostitution, Rauschgift, Jugendbanden, Mord. Typisch für Kommissar Heiland sind manchmal unkonventionelle Methoden, die oft zum Ziel führen. Auf 250 Seiten wird der Fall von allen Seiten beleuchtet. Oft denkt man, das ist der Mörder oder die Mörderin. Aber der Schluss ist dann doch unerwartet.
Felix Huby schrieb 1976 seinen ersten K riminalroman. Es folgten 19 weitere Romane um Kommissar Bienzle, viele Tatorte und Hörspiele. „Tod im Hafenbecken“ ist der zweite Fall von Kommissar Peter Heiland. Man darf gespannt auf weitere Fälle sein ...
Felix Huby, Heiland,
Gmeiner-Verlag GmbH, Meßkirch,
18 Euro

 

Die Tyrannei des Schmetterlings

Tyrannei-Cover

hk. Das neue Buch von Frank Schätzing „Die Tyrannei des Schmetterlings“ ist ein hoch spannender Thriller, in dem die Rettung der Erde, wie in seinem Bestseller „Der Schwarm“, nur möglich ist, wenn die Menschen verschwinden. „KI“, die künstliche Intelligenz des lernfähigen Superrechners „Ares“, der schon lange selbständig seine Program me entwickelt, gerät seinen Entwicklern außer Kontrolle und verfolgt einen mörderischen Plan. Der Roman beginnt als Provinzkrimi. Sheriff Luther Opoku und seine Kollegin Ruth Underwood, die es sonst mit Einbrüchen, häuslicher Gewalt und kleineren Drogendelikten zu tun haben finden eine Tote, die offenbar einen Felsen herabgestürzt ist. Sie finden heraus, dass es sich bei der Toten um eine Mitarbeiterin des IT-Unternehmens „Nordvisk“ handelt, in dem der Supercomputer „Ares“ entwickelt wird. Sie fahren dorthin.
Und bei der Verfolgung eines Verdächtigen auf dem Nordvisk-Gelände durch mysteriöse Server-Hallen findet Opoku sich – auf Seite 164 – plötzlich in einer Parallelwelt wieder – um mehrere Stunden zeitversetzt. Und nun beginnt der Science-Fiction-Thriller mit menschlichen Bösewichten, Sexrobotern, Mörderlibellen und Cyborg-Heuschrecken als lebende Datenspeicher – alles Ausgeburten des Rechners Ares, um die Erde von den Menschen zu befreien.
Frank Schätzing, Die Tyrannei des Schmetterlings,
Kiepenheuer& Witsch, 762 Seiten,
26 Euro

 

Willipedia. Ein Elbinselführer

Willipedia Cover

sic. Mehr als 500 Kinder aus Wilhelmsburg und von der Veddel haben nun schon zum zweiten Mal über die wirklich wichtigen Orte auf den beiden Elbinseln geschrieben. Die Reise geht von A wie „Abend in Wilhelmsburg“ bis Z wie „Zirkus Willibald“.
Die Kinder beschreiben ihr Wilhelmsburg und ihre Veddel wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, aus herrlich subjektiver Perspektive und mit Blick für die wesentlichen Dinge: Von wem bekommt man Bonbons geschenkt, wo kann man gut spielen und wo ist der Himmel besonders bunt?
Eine kleine Kostprobe: „Harburger Chaussee - Ich habe hier viele Freundinnen. Die Elbe ist ein schöner Ort. Es ist so schön am Deich. Ich kann mich hinsetzen und die Elbe ansehen.
Chiara“.
Maren Töbermann/Forum Bildung Wilhelmsburg (Hg.),
180 Seiten,
9,90 Euro

 

QualityLand

Leon Stein. QualityLand ist eine Welt, der unseren sehr ähnlich – nur weitergedacht. Es wurde umbenannt, weil eine Umfrage ergab, dass der einstige Name nur noch ewig gestrige Nationalisten inspirieren würde. Da Quality-Land das inzwischen wichtigste Land der Welt ist (im Gegensatz zu den anderen Ländern, QuantityLand 1-9) darf über QualityLand nur im Superlativ geredet werden. Die Kinder tragen als Nachnamen jeweils den Beruf ihrer Eltern, z.B. Peter Arbeitsloser. Aus der Welt der Algorythmen, selbstfahrenden Mietautos und den größten Gigakonzernen überhaupt erzählt Marc-Uwe Kling mit jeder Menge Sarkasmus, Humor, Gesellschaftskritik und hervorragend funktionierenden Running Gags.
Marc-Uwe Kling, QualityLand,
Ullstein-Verlag,
384 Seiten, 18 Euro

 

 

 

Ein spannendes Familiendrama

Buchcover

MG. „Das Baby ist tot. Wenige Sekunden haben genügt. Der Arzt hat versichert, dass es nicht leiden musste. Man hat es in eine graue Hülle gelegt und den Reißverschluss über dem verrenkten Körper zugezogen, der inmitten der Spielzeuge trieb. Die Kleine dagegen war noch am Leben, als die Sanitäter kamen. Sie hatte sich gewehrt wie eine Wilde.“ Auch sie überlebt das grausame Verbrechen der Kinderfrau Louise nicht. Louise hat den Selbstmordversuch überlebt, liegt aber fortan im Koma.
Nach diesem düsteren Ende erfahren die LeserInnen die Geschichte der Massés, die in Paris im 10. Arrondissement leben. Paul ist Musikproduzent mit wachsendem Erfolg und Myriam möchte nach dem zweiten Kind wieder in ihren Beruf zurück. Also muss eine Nanny her. Die Wahl fällt auf Louise, Anfang 40, Witwe. Zu Stéphanie, ihrer erwachsenen Tochter hat sie keinen Kontakt. Louise wird zu der von den Kindern innigst geliebten Nounou, die sich für die ganze Familie unentbehrlich macht, aber die LeserInnen spüren die Schranke, die zwischen den beiden Lebenswelten besteht. Louise bleibt in ihrem privaten Leben mit ihrer Einsamkeit, Schulden und Verlust ihrer Wohnung allein. In Louise wächst die Angst, mit zunehmendem Alter der Kinder überflüssig zu werden. Als ihre Hoffnung, für die Familie unentbehrlich zu werden, wenn Myriam noch ein drittes Kind bekommen würde, sich nicht erfüllt, zerbricht für Louise eine Welt. Leïla Slimani zeichnet die beteiligten Personen genau, so dass die LeserInnen – auch wenn es kein Krimi ist – gebannt verfolgen, wie sich das Drama entwickelt.
Die französisch-marokkanische Schriftstellerin Leïla Slimani lebt in Paris. Es ist ihr zweiter Roman.

Leïla Slimani, Dann schlaf auch du,
Luchterhand, 2017, 224 Seiten, 20 Euro

 

Reich und Arm

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kdm. In dem Buch machen sich die Freundinnen Rachel und Allison auf eine Reise in das fremde, irreale Herz Großbritanniens. Irreal, befremdlich - genauso wird diese Reise auch! Die Frauen erleben auf ihren Lebenswegen sowohl die gut gestellten, versorgten Kreise als auch die erfolglose, abhängige Bevölkerung. Der Roman blickt so auf die beiden Enden der Gesellschaft: Der Hybris der Reichen stehen die Kümmernisse der Armen gegenüber. Menschen in Extrempositionen an beiden Enden werden beschrieben.
Die Geschichte spielt in Großbritannien, ist aber in jedes westlich wohlversorgte Land übertragbar. Das Buch ist eine gute Empfehlung für all jene, die eine Beschreibung extremer Alltagssituationen aushalten können.

Nummer 11,
Jonathan Coe
Folio Verlag 2017, 24 Euro

 

Von der Haustür in den hohen Norden

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hk. Die Journalistin Svenja Beller und ihr Freund, der Fotograf Roman Pawlowski hatten eine einfache aber nicht alltägliche Idee für ein Reisebuch: Sie wollten von ihrer Hamburger Wohnung aus zwei Monate zu Fuß „nach Norden“ gehen. Ohne festes Ziel und festgelegte Route. Bepackt nur mit Rucksack und einem Zelt. Auch öffentliche Verkehrsmittel, Hotels und Campingplätze wollten sie meiden. Herausgekommen ist ein Buch über Landschaften und vor allem über Begegnungen mit Menschen. Die einzelnen Etappen ihrer Reise werden bestimmt durch Autofahrer (und Schiffer), die sie ein Stück mitnehmen und durch Menschen, die sie auf ihrem Grundstück zelten lassen oder ihnen gleich bei sich zu Hause ein Bett anbieten: Da ist der Student Micha, in dessen Flensburger Wohngemeinschaft sie unterkommen, und der in einer Wikingerparallelwelt lebt, Björn, der sie in Norwegen zu seiner Tante mitnimmt, oder der Eismann Fred, der sie auf der Inselgruppe der Versteraalen ganz im Norden in seinem Eiswagen mit auf die Verkaufstour nimmt und sie gerade noch rechtzeitig an der Fähre abliefert. Lauter kleine Reportage-Perlen, anschaulich und mit Witz geschrieben, illustriert mit schönen Fotos. Man möchte nach der Lektüre eigentlich gleich selbst den Rucksack packen. Einstweilen ist es in der kalten Jahreszeit aber auch ein gutes Vorlesebuch.

Svenja Beller, Roman Pawlowski, Einfach loslaufen, Dumont, 2017, 22,90 Euro

 

 

Neues Buch über Wilhelmsburger Straßen
Überblick, Geschichte und viele Bilder auf 60 Seiten

Reichsstrasse

Die Wilhelmsburger Reichsstraße im Jahr 1952.
Foto: ein

PM. Jugendstilgiebel, stuckverzierte Fassaden, in den Eingängen farbige Kacheln mit maritimen Motiven: Das ist die Fährstraße im Wilhelmsburger Nordwesten - plötzlich durchschnitten von einem Deich. Wie kam das? Geschichte liegt auf der Straße! Man muss sie nur aufheben. Auf den Elbinseln Wilhelmsburg und der Veddel sind es ungeheuer viele Geschichten. Das unterscheidet sie von fast allen Hamburger Stadtteilen.

Das Kuriose: Kaum zu glauben, Passierzettel soll eine Straße sein? Aber es stimmt. Dahinter steht eine fast vergessene Geschichte das Hamburger Hafens: Passierzettel heißt eine kleine Straße auf der Veddel - ein Hinweis auf die direkte Nachbarschaft zum Freihafen, den man nur mit dem besagten Papier betreten durfte.

Das Geläufige: Überall findet man Straßen, die an bedeutende Persönlichkeiten erinnern. Gängig als Namensgeber sind die Vorbesitzer des Geländes, die mit Land- und Grundbesitz Geschichte schrieben. Wie zum Beispiel Georg Wilhelm, Herzog von Braunschweig-Lüneburg, dem nicht nur die Insel, sondern auch eine der Hauptstraßen ihren Namen verdankt.

Das Neue: Wilhelmsburg verändert sich, neue Straßen erzählen neue Geschichten. Etwa die von Dursun Akçam: Nach ihm ist seit 2015 ein Uferweg am Veringkanal benannt. Der türkische Schriftsteller wirkte in Wilhelmsburg lange für das Verständnis zwischen Einheimischen und Migranten.

Geschichte der Inseln erkunden:
Ungewöhnlich viele Straßennamen hier erzählen über frühere Landschaftsformen im
Grenzgebiet zwischen Fluss und Land: Der Name Pollhornbogen zum Beispiel im südwestlichen Gewerbegebiet Wilhelmsburgs geht zurück auf ‚Pullhorn‘: früheres Außengelände vor dem grünen Deich. Horn: Winkel, Ecke. Pull bedeutet Spitze. Pullhorn ist also vielleicht die spitze Ecke einer früheren Insel oder Halbinsel gewesen.

Das Alte: verschwindet. Die Wilhelmsburger Reichsstraße wird würdig verabschiedet…

Auf 60 Seiten bietet das kleine Buch einen aktuellen Überblick über alle Straßen Wilhelmsburgs und der Veddel und ihre Geschichte, reich bebildert mit 100 Fotos aus über 100 Jahren Stadtteilgeschichte. Herausgegeben von der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen, 60 Seiten, 6 Euro.

Erhältlich in der Buchhandlung Lüdemann, im Museum Elbinsel Wilhelmsburg und natürlich in der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg, HONIGFABRIK, Industriestr. 125-131, Tel. 040 42 10 39 15,
www.geschichtswerkstatt-wilhelmsburg.de. Mail: markertm@honigfabrik. de

Buch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

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