25. Jahrgang,
Ausgabe 3
Mär. / Apr.
2019
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Kultur

Die Oströhre des Alten Elbtunnels ist fertig
Die „Peking“ kommt – aber wohin?
„Dat weer ja mal wat anners“
4. SuedLese würdigt Hamburgs Literatur
Platt düütsche Leeders för Jung un Alt
Runder Geburtstag
Der Nachwelt eine Botschaft
Wie geht es mit den Zinnwerken weiter?
Weihnachts- / Winter- / Sommerlektüre

 

Die Oströhre des Alten Elbtunnels ist fertig
Beeindruckende Ausstellung im Rathaus zur Geschichte dieses Hamburger Wahrzeichens

Elbtunnel

Die Frau auf dem Bild ist nach über 100 Jahren die erste Frau,
die es in die Männerdomäne der Elbtunnelcrew geschafft hat.

Foto: Ausstellung

MG. Es lohnt sich, mal aufzuräumen. Bei einer solchen Gelegenheit wurden auf einem Dachboden im Betriebsgebäude des St. Pauli Elbtunnels zahlreiche Fotos entdeckt, die noch nie veröffentlicht wurden.
Jetzt werden sie in einer Ausstellung gezeigt, die bis zum 17. März in der Diele des Hamburger Rathauses besichtigt werden kann. Der Anlass für die Ausstellung ist die Wiedereröffnung der Oströhre nach einer über acht Jahre währenden Grundinstandsetzung. Alle Arbeiten werden in der Ausstellung genau beschrieben. Die originalgetreue Farbgebung der Röhren des denkmalgeschützten Bauwerks wurde wieder hergestellt und die Schmuckkeramiken wurden restauriert. Unter dem Gehweg in der Oströhre wurden drei beindicke Hochspannungskabel verlegt, so dass der Elbtunnel zukünftig als Stromzubringer für die Industriebetriebe auf Steinwerder genutzt wird. Zusätzlich wurde die Oströhre im Zuge der Instandsetzung mit modernster Sicherheitstechnik ausgestattet. Die Oströhre wird am 26. April 2019 wieder für den Verkehr frei gegeben. Am 3. Juni beginnt dann die Sanierung der Weströhre, für die die Erfahrungen aus der Oströhre genutzt werden können.
Von Ende April bis Ende Mai kann die Ausstellung in der Oströhre besichtigt werden. Sie beginnt mit der Entwicklung Hamburgs zu einer Großstadt in der Mitte des 19. Jahrhunderts, verweist auf die schlechten Bedingungen für die Arbeiter und die Notwendigkeit zum Bau einer witterungsunabhängig nutzbaren Verbindung der Elbufer. Im März 1907 bewilligten Senat und Bürgerschaft 10,7 Millionen Goldmark und beauftragten das Unternehmen Philipp Holzmann & Cie. mit dem Bau des Elbtunnels. Die Schwierigkeiten beim Bau werden detailliert beschrieben. Am 7. September 1911 wurde der Elbtunnel schließlich mit einem Festakt eröffnet. Im ersten kompletten Betriebsjahr 1912 wurden 11 Millionen Fußgänger, 66.000 Fahrzeuge und 120.000 Fahrräder gezählt.
Anschauliche Bilder zeigen die Geschichte des Elbtunnels bis heute und auch die neue Oströhre, in der zur Erleichterung der Radfahrer wieder auf die Bodenschwellen, die vor ein paar Jahren zur Geschwindigkeitsreduzierung eingebaut wurden, verzichtet wurde.
Aus Anlass der Wiedereröffnung der Oströhre werden beide Tunnelröhren am 25. und 26. Mai 2019 mit multimedialen Konzerten bespielt (Einzelheiten unter: www.hfmt-hamburg.de/veranstaltungen/details/7756/).
Bis zur Fertigstellung auch der Weströhre wird es weiterhin Einschränkungen für den Verkehr geben (s. Kasten).

Öffnungszeiten des St. Pauli-Elbtunnels
PKW-Einbahnstraßenverkehr von St. Pauli nach Steinwerder: 8 bis 13 Uhr.
PKW-Einbahnstraßenverkehr von Steinwerder nach St. Pauli: 13 bis 18 Uhr.
Samstag, Sonntag und an Feiertagen geschlossen.
Für Fußgänger und Radfahrer durchgehend geöffnet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die „Peking“ kommt – aber wohin?
Der Standort des geplanten Deutschen Hafenmuseums ist immer noch unklar

Peking

Der Hilfssteuerstand der „Peking“ ist schon in Hamburg
Foto: hk

hk. Der Traditionssegler „Peking“ soll einmal das neue Wahrzeichen Hamburgs werden und das erste große Objekt für das geplante Deutsche Hafenmuseum. Zur Zeit liegt der alte Viermaster auf der Peters Werft in Wewelsfleth.
Wider Erwarten konnte der alte Rumpf erhalten werden. Das hat die Restaurierung von 26 auf 35 Mio. Euro verteuert. (Siehe auch WIR Nr. 3/18) Aber die Werft liegt mit der Arbeit im Zeitplan. Im Mai 2020 soll die „Peking“ nach Hamburg kommen.
Vor einem Jahr konnten die Besucher im Museum in den 50er Schuppen miterleben, wie ein Teil der Takelage von Fachleuten aus Hamburg und Dänemark auf traditionelle Weise überholt wurde. Aktuell gibt es eine kleine Ausstellung im Museum für Hamburgische Geschichte: Einige Originalteile der „Peking“ sind zu sehen, darunter ein Kompass, ein Bullauge und ein Bein des Kapitänstisches, das bei der Restaurierung gefunden wurde. Schmuckstück der Ausstellung ist der originale Hilfssteuerstand. Außerdem wird auf Infotafeln die Geschichte des Schiffes und der anderen legendären „Flying P-Liner“ der Hamburger Reederei Laeisz anschaulich gemacht.

Wo die „Peking“ im Mai 2020 ihren Liegeplatz in Hamburg erhält, ist auch nach einem Jahr Standortsuche allerdings immer noch unklar. Beim favorisierten Platz im Hansahafen am Kai vor den 50er Schuppen wurde die Nähe von zwei Störfallbetrieben von Anfang an als Problem gesehen. Als Ergebnis der Untersuchungen teilte Kultursenator Brosda im Februar mit, dass dieser Standort endgültig ausscheide. Eine Evakuierung der Besucher würde im Ernstfall zu lange dauern. Wir erinnern uns: Bei der Bewerbung um die Olympischen Spiele auf dem Kleinen Grasbrook war die Umsiedlung dieser Betriebe auf Kosten der Stadt vorgesehen.
Für ein Museum wollte Hamburg so viel Geld wohl nicht in die Hand nehmen? Das Geld spielt auch bei der Suche nach Alternativen eine Rolle. Eine Möglichkeit wäre der Holthusenkai vorm Überseezentrum, dem bisher geplanten Hauptstandort des Deutschen Hafenmuseums. Da die notwendige Restaurierung der Kaimauer dem Senat zu teuer erscheint, ist jetzt auch ein eigentlich schon verworfener Standort auf der anderen Elbseite im Baakenhafenquartier im Gespräch. Ursula Richenberger, Projektleiterin für den Aufbau des Deutschen Hafenmuseums sagt: „Wir bevorzugen den Standort auf dem Gelände des ehemaligen Überseezentrums. Der Liegeplatz für die Peking müsste auf jeden Fall besonders hergerichtet werden.“ Das alte Schiff läge an beiden Standorten im Elbfahrwasser und müsste z.B. sicher gegen Havarien durch die Berufsschifffahrt geschützt sein. Da das Grundstück im Baakenhafen deutlich kleiner ist, müsse gegebenenfalls auch das Museumskonzept überdacht werden:
„Dort wäre kein Freigelände für Großobjekte und wir müssten beim Museumsgebäude in die Höhe planen.“ Bis mit dem Museumsbau begonnen wird, muss für die „Peking“ wahrscheinlich ein Übergangsliegeplatz gefunden werden. Auf jeden Fall soll die weitere Restaurierung des inneren Schiffes schon ein Teil des Museumsprogramms sein. „Dass die Planung eines so großen Projektes, wie das des Deutschen Hafenmuseums, nicht einfach ist und Zeit braucht, war ja klar“, sagt Ursula Richenberger. „So können wir auch erst nach den endgültigen Standortentscheidungen sagen, mit wie viel Geld von den zur Zeit 85 Mio. wir weiter planen können.“- Die Entscheidung über den (Übergangs-)Liegeplatz der „Peking“ soll bis Mitte April fallen. Der Start der Bauarbeiten für das neue Museum ist jetzt für 2023 geplant.

Mit der Eröffnung des Deutschen Hafenmuseums ist nach Aussage von Kultursenator Brosda nicht vor 2030 zu rechnen. Die 50er-Schuppen sollen aber, so Ursula Richenberger, auf jeden Fall weiterhin ein Bestandteil des Museumskomplexes sein.

„Peking“-Ausstellung: noch bis 26.5.2019. Museum für Hamburgische Geschichte, Holstenwall 24.
Saisonstart im Hafenmuseum in den 50er Schuppen: Sonntag, 31.3.2019, 10 Uhr, Australiastr. 50A.

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 



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„Dat weer ja mal wat anners“
20 Johr plattdüütsche Stammdisch

Wiegand

To sien twintigsten Boortsdag harr sik de plattdüütsche Stammdisch vun de
Windmöhl Johanna den Singer un Plattsnacker Jochen Wiegand inladen.
Wat weer dat för een schönen Namiddag!

Foto: Lothar Kleesiek


km. De plattdüütsche Stammdisch inne Windmöhl Johanna gifft dat siet 20 Johrn. Dat wulln se fiern un harrn uns, de Radaktion vun dann Wilhelmsburger InselRundblick, doarto inlaad.
Wi sünd denn ok an´n Sündag Namiddag hen na dat Gasthuus Sohre. Doar hebbt sick de Lüüd nich so lang mit Snacken ophollen. All de Lüüd, de wat seggen wullen, hebbt dat kort afmaakt. Wi kunnen doarbi unsen Koffie un dann Koken eeten.
Un denn greep sick Jochen Wiegand sien Gitarr. Man de hett nich blots sungen. Nee, to jeed een Leed harr he ok de Geschicht, woher dat stammt. Un he verkloar uns ok, worüm de Text männigmal soon beten sünnerboar is. To´n Bispeel mütt dat egentlich heeten: anne Eck steiht een Jung mit een „Trüdelband“. Wi singt ja jümmers „Tüdelband“. Man egentlich güng dat um dat Trüdelband, dat de Göörn mit´n Stock över de Straten rollt hebbt. Een Trüdelband is een Fattriepen, de üm soon Fatt rümbunnen is, üm de Dauben fast to hollen.
Jochen harr noch mehr solke Geschichten to de Leeders to vertellen, un so hett he dann nich blots sungen. Nee he hett ok fix klook snackt. Man sungen hett he, un hebbt wi, aver ok noch düchtig.
Un doarüm kann ick jo vertellen: „Dat weer ja mal wat anners“, jüst so as Jochen Wiegad dat sülvst vertellt hett. Wi harrn so een schönen Namiddag un töövt nu op de nächst´ Gelegenheit, dat Plattdüütsch to fiern!

Fünf Jahre Inselschnack Termine für 2019

Gundula Niegot. Der „Wilhelmsburger Inselschnack“ geht ins fünfte Jahr!
Neben Alt-Wilhelmsburgern und Ur-Einwohnern sind besonders Neu-Insulaner/ innen eingeladen, sich Geschichten und Geschichte erzählen und alte Fotos zeigen zu lassen. Weitere Interessierte sind ebenfalls willkommen!
An vier Sonntagen in diesem Jahr trifft man sich zwischen 15 und 17 Uhr in
der Bauernstube des Museum Elbinsel Wilhelmsburg, Kirchdorfer Straße 163.
Zuvor kann man im Museums-Café ab 14 Uhr Kaffee und selbstgebackenen Kuchen genießen.
Die Termine sind: 14. April, 14. Juli, 8. September und 13. Oktober 2019.

 

 

 


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4. SuedLese würdigt Hamburgs Literatur
Hamburgs Süden von Mitte März bis Mitte April wieder im Bücher-Rausch!

Suedlese

Heiko Langanke/Sued-Kultur. Ob im Tunnel oder auf dem Deich, ob im Kulturcafé oder in der Kirche – die vierwöchigen Literaturtage „SuedLese“ der Initiative SuedKultur führen Literaturinteressierte wieder quer durch den Bezirk und auf die Elbinsel Wilhelmsburg, zu Orten, die ein Herz für Lesungen und vor allem lokale Autor*innen der Nachbarschaft haben.
Der Hamburger Autor Wolf-Ulrich Cropp etwa führt am 16. März im „Komm du“-Café in ferne Länder Afrikas – nach Namibia, Botswana und Simbabwe und wird dabei von afrikanischer Musik umrahmt.
Von der Literaturgruppe des Kunst- und Kulturvereins „Alles wird schön“ werden Sonja Alphonso, Wolf Puschmann, Wilfried Abels und Christoph Rommel an mehreren Abenden lesen und die Arbeit des eigenen Verlages aws-Literatur vorstellen.
St. Pauli und manche tiefe Abgründe sind Themen der Hamburger Autorinnen Susanne Groth (21. März, „Komm Du“) wie auch von Tania Kibermanis (24. März, Trinkhalle/Kulturkiosk). Die „Buchhandlung am Sand“ hat den bekannten Schauspieler und Autor Christian Berkel eingeladen (16. März) und weicht aufgrund des großen Andrangs in die Bücherhalle Harburg in die Eddelbüttelstraße aus. Sein Thema ist seine eigene Familiengeschichte, die zugleich die einer jüdischen Familie im Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg ist.
Die als Biografin bekannte Autorin und fast schon Stammleserin bei den SuedKultur-Literaturtagen Susanne Bienwald ist für ihr neues Buch in die Perspektive ihrer Hündin Minna gewechselt (28. März, „Komm Du“) und die Erfolgsautorin Carmen Korn wird am 3. April in der Bücherhalle und in Kooperation mit der VHS und „Buchhandlung am Sand“ das Schlusswerk ihrer Jahrhundert-Trilogie „Zeitenwende“ vorstellen.
Des weiteren gibt es einen Speedwriting-Kursus, Kinderlesungen in Moorburg und Harburg sowie „Tunnelgeflüster“ im Gloria-Tunnel. Die Fischhalle sorgt gleich mit einem ganzen Literaturfestival „WortArt“ am 31. März für Lese-Stimmung und lässt die Lesenden zum Thema „Bitter-süß, Faszination im Gegensatz“ arbeiten.

Auch der Speicher am Kaufhauskanal ist dieses Jahr wieder dabei und hat Claus Günther und seinen vielbeachteten Roman „Heile, heile, Hitler“ im Programm.
Lustiger geht es hingegen in Marmstorf zu, wo erstmals auch die Auferstehungskirche an der SuedLese teilnimmt und am 12. April Pastor Thomas von der Weppen Satiren von Ephraim Kishon zum Besten gibt.
Von der SuedLese mitbekommen hat auch der preisgekrönte Reise-Autor Joachim Frank. Er liest sowohl bei „Alles wird schön“ (15. März) als auch beim Elbdeich e.V. in Moorburg (7. April).
Und auch in der Seniorenresidenz Neugraben am Falkenbergsweg gibt es erstmals eine Lesung und zwar ausgerechnet den viel besprochenen Hamburg-Krimi „Falkenberg“ der Neugrabener Autorin Regine Seemann (4. April).

Das gut 60 Seiten umfassende Programmheft der 4. SuedLese ist online abrufbar unter www.suedkultur.de sowie analog erhältlich an den Kulturorten der SuedKultur, beim Infopoint des Citymanagements in der Hölertwiete und in den teilnehmenden Einrichtungen.
Buchvorstellungen, Portraits und Interviews zu SuedLese-Autor*innen finden sich im Suedkultur-Onlinefeuilleton „Tiefgang“ auf www.suedkultur.de/tiefgang.

 

 

 

 

 

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Platt düütsche Leeders för Jung un Alt

Plattkinner

hk. „Wi sünt ut Hamborg“, „Hein Daddel“, „So´n Schiet“: Das kleine Büchlein „Plattkinners“ ist in verschiedener Hinsicht speziell. Es ist eine Sammlung von zehn Liedern mit einer beigefügten CD. Aber es sind eben neu getextete und komponierte Lieder in Plattdeutsch, einer kaum noch gesprochenen Sprache – in Wilhelmsburg wird sie z.B. noch im „Plattdüütschen Stammdisch“ gepflegt (siehe oben).
Die Autorin der Lieder, Wiebke Colmorgen, ist selbst zweisprachig platt- und hochdeutsch aufgewachsen. Sie arbeitet unter anderem bei den plattdeutschen Nachrichten auf NDR 90,3 und gibt Lesungen für Kinder. Im Vorwort – „Wat vörweg“ – des Buches schreibt sie, dass auch mehrsprachige Kinder in multikulturellen Schulklassen Platt mögen: Es klingt lustig, ist dem Hochdeutschen und dem Englischen verwandt, man kann viel verstehen.

Sie möchte, dass Kinder und Erwachsene mit den zehn Songs die plattdeutsche Sprache wiederentdecken. Die Lieder sollen, wie der Verlag schreibt, in die plattdeutsche Welt eine Einführung geben, die für Eltern genauso lehrreich und unterhaltsam ist wie für Kinder. Entsprechend sind sie auch nicht freche Ohrwärmer wie das berühmte Lied vom Tüdelband oder das „An de Eck von de Steenstrot“. Sie verfolgen vielmehr eine pädagogische Absicht. Und das ist sehr gut und liebevoll gemacht.
Die in Noten gesetzten Liedtexte berühren verschiedene plattdeutsche Begriffe. Jedem Lied folgt eine hochdeutsche Übersetzung. Jeweils ein Begriff wie z.B. „Swattsuer“ wird ausführlicher erklärt und weitere Wörter werden mit lustigen Bildern der Comic-Zeichnerin Tanja Esch illustriert.
Vertont wurden alle Songs von dem plattkundigen Komponisten und Gitarristen Hardy Kayser. Einige schön swingig – man vermutet auf der CD hinter der Musik eher französischen als plattdeutschen Gesang.
„Plattkinner“ ist, wie gesagt, ein spezielles und gutes Liederbuch. Man könnte es sich auch als Vorlage für eine Kindersendung im – norddeutschen – Fernsehen vorstellen.

Wiebke Colmorgen, Hardy Kayser,
Plattkinner, Junius Verlag, Hamburg 2018,
48 Seiten plus CD, 19,90 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

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Runder Geburtstag

Honigfabrik

Die ehemalige Margarine- und Honigfabrik wird 40 Jahre alt.
Hier ein Bild aus dem August 1981.

Foto: Geschichtswerkstatt


M. Markert. Die Honigfabrik wird 40! Im September 1979 eröffnete zum ersten Mal in selbst renovierten Räumen die Honigfabrik. Mit Life-Konzerten, einer Teestube und Gruppen, z.B. der Töpferei, dem MusikÜbungsraum und - natürlich - einer Frauengruppe. Bands mit klingenden Namen wie „Klärgrube West“ legten den Grundstein für eine neue Wilhelmsburger Musikszene.
Alles hatte im Jahre 1978 begonnen. Ein Haufen junger Leute beschloss, einen Ausweg aus dem kulturellen Niemandsland Wilhelmsburgs zu suchen. Die Zeichen der Zeit standen damals auf Aufbruch. Doch die Wilhelmsburger Jugendlichen dachten nicht daran, einfach ein Haus zu besetzen. Sie gründeten erst mal einen Verein, in dem sogar Lehrer und Pastoren toleriert wurden, und suchten ein geeignetes Objekt für ein Kulturzentrum für alle Generationen. Da in Wilhelmsburg mittlerweile viele Industriegebäude leer standen, gab es sogar Auswahl. Am Veringkanal: 1906 als Margarinefabrik gebaut, dann als Honigfabrik genutzt, stand das Gebäude nun fast leer. Die alte Honigfabrik, die sollte es sein!
Dem frisch gegründeten Verein „Kommunikationszentrum Wilhelmsburg e.V., Honigfabrik“, gelang es, in den Genuss neu aufgelegter staatlicher Fördermittel zu kommen, um „Kultur für alle“ im Stadtteil zu machen. Und das ist nun 40 Jahre her, in denen die Honigfabrik sich immer wieder ein Stück neu erfunden hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Nachwelt eine Botschaft
Insel-Lichtspiele e.V. zeigt vergessene 16-mm-Dokumentarfilme von Klaus Wildenhahn

Filmschau

Das Wilhelmsburger Wanderkino widmet Dokumentarfilmer
Klaus Wildenhahn im März eine Filmschau.

Foto: ein

Maren Willers/Insellichtspiele. Im August 2018 starb der Dokumentarfilmer und Direct Cinema-Pionier Klaus Wildenhahn 88-jährig in Hamburg. Das Wilhelmsburger Wanderkino widmet ihm im März eine Filmschau.
Die leichten 16-mm-Handkameras revolutionierten Anfang der 1960er Jahre den Dokumentarfilm: Sie ermöglichten es, Menschen und soziale Prozesse direkt, ohne großes Team und Equipment, zu beobachten. Klaus Wildenhahn, 1959 bis zu seiner Pensionierung Mitarbeiter des NDR, brachte das Direct Cinema ins deutsche Fernsehen. Ihn interessierte der „sogenannte Alltag, der Zustand nach der Sensation, das Befinden der sogenannten kleinen Leute, nachdem der Flügelschlag der Geschichte vorbeigerauscht ist, die eingekehrte Lange-Weile“ und befand: „Es ist eine gute Methode, die Leute ausreden zu lassen.“
14 seiner rund 60 Filme erschienen 2010 in einer DVD-Edition, andere gibt es weiterhin nur im 16-mm-Format. Da viele Kinos ihre 16-mm-Projektoren längst ausgemustert haben, verstauben diese Arbeiten in den Kinematheken - zu Unrecht, wie die Insel-Lichtspieler*innen finden. Bei ihnen hat der 16-mm-Projektor vom Alabama-Kino liebevolles Asyl gefunden, und so kommt Wilhelmsburg in den Genuss der einzigen umfangreichen Schau dieser vergessenen Filme.

Die Reihe startet am Freitag, 1. März 2019 mit „Die Liebe zum Land, Teil 2: Drei Treckerfahrer, ein Melker und ihre Frauen, Kreis Herzogtum Lauenburg 1973“ (1973/74, s/w, 73 Min.) mit Beobachtungen auf einem Hof in Klempau bei Ratzeburg. Man sieht die Lebensumstände von Landarbeitern, die auf der untersten sozialen Stufe stehen, die das wissen und trotzdem nicht in die Stadt und zur Industrie abwandern.

Am Sonnabend, 2. März, zwei Hamburg-Filme: „Zwischen 3 und 7 Uhr morgens“ (1964, s/w, 9 Min.) war der erste Direct Cinema-Film des deutschen Fernsehens: Eine lange Nacht im „Zillertal“ an den Landungsbrücken, das Ausfahren der ersten U-Bahn frühmorgens.
Warum es Ende des 19. Jahrhunderts ausgerechnet in Hamburg zu einer Cholera-Epidemie verheerenden Ausmaßes gekommen ist, legt der britische Historiker Richard J. Evans 1987 in seinem Buch „Tod in Hamburg“ (dt. 1990) dar. In „Mr. Evans geht durch Hamburg: Über die Cholera 1892“ (1989, Farbe, 46 Min.) zieht Wildenhahn Parallelen zwischen dem Stadtstaat von damals und dem England unter Margaret Thatcher.
Filme aus dem Ruhrgebiet stehen am zweiten März-Wochenende auf dem Programm. Am Freitag, 8. März, in „Der Nachwelt eine Botschaft: Ein Arbeiterdichter“ (1979/80, Farbe, 55 Min.) erinnert sich der Mülheimer Zechenschlosser, Poet und Bandoneonist Günter Westerhoff an Kindheitsspiele, schwere Arbeit, Zechenschließungen, den Tod durch Staublunge und Feierabendmusik.
Der Halbstundenfilm „Tor 2“ entstand in der eiskalten Silvesternacht 1978/79 vor der Mannesmann-Hütte in Duisburg als Akt der praktischen Solidarität mit den für die 35-Stunden-Woche Streikenden.

Am Sonnabend, 9. März, gibt es Beobachtungen aus „Rheinhausen. Herbst ‘88“ (Farbe, 1988, 86 Min.), sechs Monate nach Beendigung des großen Arbeitskonflikts gegen die drohende Schließung des Stahlwerks, auf den damals die gesamte Republik blickte. Im Herbst 1988 ist die Krupp-Vorstadt von Duisburg ins öffentliche Desinteresse zurückgefallen. Wildenhahn, der gern antizyklisch arbeitete, dokumentiert das „Gefühl des Dazwischens“.
Um Arbeitskämpfe geht es auch am dritten März-Wochenende. Kaum war der Falklandkrieg gewonnen, begab sich Margaret Thatcher 1984 in die nächste Schlacht, diesmal gegen „the enemy within“, wie die britische Premierministerin die Bergleute bezeichnete. Deren Kampf gegen Minenschließungen war einer der längsten und härtesten in der Geschichte der britischen Arbeiterbewegung und endete für die Miners mit einer bitteren Niederlage. Klaus Wildenhahn hat die Zeche Hatfield und ihren Bergarbeiterklub besucht, einmal im Sommer, einmal zum Winteranfang. Eine Chronik des Streiks ist der Zweiteiler „Yorkshire“ (1985, Farbe) nicht geworden - sein Interesse gilt den Menschen, die Opfer einer Sache werden.

Am Freitag, 15. März, läuft der erste Teil „10 Tage im Juli ‘84“ (58 Min.) und am Sonnabend, 16. März, der zweite Teil „November, Dezember ‘84“ (69 Min.).

Das mobile Kino ist zu Gast in der BI, Rudolfstraße 5 in Wilhelmsburg.
Programmstart an allen Abenden ist um 19 Uhr.
Der Eintritt beträgt 6 EUR/ermäßigt 4 EUR.
Weitere Infos gibt es unte
r www.insel-lichtspiele.de.

 

 

 

 

 

 

 

 




 

 

 

 

 

 

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Wie geht es mit den Zinnwerken weiter?
Hamburg Kreativ Gesellschaft stellt Nutzungskonzept/e für die Zinnwerke (Veringhof 7)
am 20. Februar 2019 im Bürgerhaus vor

Zinnwerke

Die Zinnwerker*innen haben Angst um ihre Zukunft. Solange nicht auf Augenhöhe mit
ihnen verhandelt wird, verweigern sie die Mitarbeit und verließen nach einer halben
Stunde die Veranstaltung. Sie haben die Hoffnung, dass die HKG das Zeichen erkannt
hat und eine fruchtbare Zusammenarbeit entsteht
.
Bild MG


MG. Auch bei dem dritten Workshop am 1. Februar 2019 im Bürgerhaus waren die jetzigen Nutzer*innen der Zinnwerke nicht bereit, ihre Ideen für ein belastbares Nutzungskonzept des Gebäudekomplexes einzubringen. Dies bedinge eine angstfreie Arbeitsumgebung, in der sich Menschen wertschätzend und auf Augenhöhe begegnen. In einem offenen Brief forderten sie „ZINN MACHT SINN – KO-KREATION STATT KONKURRENZ!“. Seit 2011 haben die Zinnwerker*innen ein vielfältiges Nutzungskonzept für den Bürotrakt entwickelt.
Sie beschäftigen einen eigenen Hausmeister und kümmern sich um Instandhaltung und die Pflege des Außengeländes. Ihnen ist es maßgeblich zu verdanken, dass die historischen Gebäude noch nicht abgerissen wurden. Die Vermieterin Sprinkenhof AG (SPRIAG) ist nicht für sensiblen Umgang mit Mietern und alten Gebäuden bekannt. So meinte denn auch ein Besucher im Bürgerhaus: „Die SPRIAG ist nicht der richtige Partner für Stadtteilentwicklung“. Auf die Frage nach der Möglichkeit eines Kaufs der Gebäude meinte Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft (HKG), das sei nicht ausgeschlossen. Zu einem Nutzungskonzept gehöre auch ein Betriebskonzept und ein Kauf sei eine Option.
Im Gegensatz zu dem ersten Workshop am 23. November 2018 im Bürgerhaus, wo es hauptsächlich um das Verfahren ging, konnte die HKG am 15. Januar 2019 im Oberhafen und jetzt am 1. Februar 2019 im Bürgerhaus doch einige Ideen für eine zukünftige Nutzung sammeln. Ein wichtiger Punkt war die Öffnung des Geländes zur Kanalseite, da der dortige Wanderweg von vielen Menschen genutzt werde. Es solle kein exklusives Kreativ-Wirtschafts-Zentrum entstehen. Es solle ein Ort für Kultur und Lebenswirklichkeit entstehen, der das Reiherstiegviertel und Wilhelmsburg abbildet. Weitere Vorschläge waren ein Jugendbeirat, günstige Probenräume, Musikarbeitsräume, Nachhaltigkeitszentrum, Unverpacktladen, Solawi-Verteilzentrum, Imkerei, Upcycling (aus Alt mach Neu), mobile Nutzung einer Halle mit Bau- oder Wohnwagen. Ganz wichtig sei ein großer Raum für flexible und wandelbare Nutzungen, der im Stadtteil fehle.

Etwas hat die Kritik am Verfahren aber doch bewirkt. Die HKG wird ihr Nutzungskonzept am 19. Februar 2018 auf die Internetseite stellen, bevor die Ergebnisse am 20. Februar im Bürgerhaus diskutiert werden sollen. Kleine Veränderungen sind möglich, bevor es der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte vorgelegt wird. Danach kann in der öffentlichen Fragestunde der Bezirksversammlung oder im Hauptausschuss weiter darüber diskutiert werden.
Im Januar und Februar ist der beliebte „Flohzinn“ ausgefallen, weil ein aktuelles Gutachten zur Statik der Dachkonstruktion ausgewertet werden muss. Die Zinnwerker*innen hoffen, dass der März-Flohmarkt wieder stattfinden kann.

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

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Winter- / Sommerlektüre

Lesetipps aus der Bücherhalle Wilhelmsburg
Schöne Literatur:
Simone Buchholz: Mexikoring – Hamburg-Krimi
Christian Berkel: Der Apfelbaum – Familiengeschichte über drei Generationen
Mick Herron: Slow Horses – Thriller
Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Apokryphen – Humor-Satire
Liv Strömquist: Der Ursprung der Liebe – Graphic Novel

Kinderbücher:
Hammesfahr, Guido: Frau Giraffe zieht um – Bilderbuch, ab 4 Jahren
Bardugo, Leigh: Das Lied der Krähen – Fantasy, ab 12 Jahren
Obrecht, Bettina: P.F.O.T.E. - Ein Ohr für alle Fälle – Tiere, ab 8 Jahren

Sachbuch:

Niki Brantmark: Lagom: der schwedische Weg zum Glück

Fröhliches Lesen wünscht das Bücherhallen-Team vom Vogelhütt endeich 45!

 

WIR- Lesetipps

 

Neujahr

Neujahr


km. Durch den anschaulichen Schreibstil kann der Leser nahezu in Echtzeit die wahnsinnigen Anstrengungen des Protagonisten miterleben. Juli Zeh schreibt detailliert, präzise und glaubwürdig. Ihre Sprache ist wenig kunstvoll, schafft aber eine spannende Atmosphäre für den Leser, der auf zwei Reisen mitgenommen wird:
eine körperlich anstrengende mit dem Fahrrad und eine Reise in Hennings Gefühlswelt.
Zwei Geschichten werden hier aus der gleichen Erzählperspektive, jedoch mit einem Zeitunterschied von 30 Jahren, geschildert. Zeh gelingt es, alltägliche Situationen durch das Erschaffen von bildlichen Darstellungen mit Gefühlen zu koppeln. Das Buch hat mich völlig gepackt, ich empfehle es gerne weiter! Auch wenn der Roman wenig Schönes in seiner Geschichte hat, ist er doch lesenswert und spannend.

Juli Zeh, Neujahr,
Luchterhand-Literaturverlag,
20 Euro

 

„ D I E I N S E L“

Die Insel

sic. Im November ist die aktuelle Jahresschrift des Museums Elbinsel Wilhelmsburg „DIE I NSEL“ erschienen.
Da es in der vorigen Museumssaison keine „INSEL“ gab, ist die vorliegende Ausgabe eine prallvolle Doppelnummer mit vielfältigen Themen aus der Historie und Kunstgeschichte Wilhelmsburgs geworden.
Gleich zwei Aufsätze widmen sich der Bildausstattung der Kreuzkirche in Kirchdorf. Die Kunsthistorikerin Ingrid Höpel erläutert anschaulich und spannend die Bedeutung der 24 Embleme im Kirchenraum. Restauratorin Bettina Heine berichtet, wie sie und zwei Kolleginnen den ursprünglichen Charakter der acht Deckengemälde aus dem Leben Jesu Christi wieder hergestellt haben.
Die kanadische Geschichtsprofessorin Carolyn Kay beschäftigt sich noch einmal detailliert mit der Interpretation der Kinder-Kriegszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg.
Besonders gelungen ist auch Angelika Paschs Portrait über drei Generationen der Familie Brodermann - bekannt durch den Gemüse- und Obststand von Margret Hille auf den Wilhelmsburger Wochenmärkten. Alle insgesamt sieben kleinen und großen Aufsätze sind äußerst lesenswert und kurzweilig.
Das Heft ist in der Buchhandlung Lüdemann und im Museum erhältlich.

DIE INSEL 2016/17,
Hg. Museum Elbinsel Wilhelmsburg,
54 S., 6 Euro


 

Der Sprengmeister

Sprengmeister

hk. Henning Mankells allererstes Buch war kein Wallander-Krimi und war bis vor kurzem bei uns völlig unbekannt. Er schrieb den Roman „Der Sprengmeister“ als 25-Jähriger. Und erst jetzt, 45 Jahre nach der schwedischen Erstveröffentlichung, wurde er ins Deutsche übersetzt.
Es ist die Geschichte des Sprengmeisters Oskar Johansson. Als junger Mann wird er 1911 bei einem Arbeitsunfall Invalide, seine Freundin Elly verlässt ihn. Er heiratet ihre Schwester Elvira, sie bekom men drei Kinder, nach Elviras Tod zieht er sich auf eine kleine Schäre zurück. Gesellschaft leistet ihm dort hin und wieder ein Besucher. Dieser Besucher ist der eigentliche Erzähler von Oskars Geschichte. Oskar erzählt ihm sein Leben als Arbeiter und als Sozialist, der sich für das Weltgeschehen interessiert und unerschütterlich an die Revolution glaubt: „Sie wird kommen, früher oder später.“ Anders als in seinen späteren Wallander-Romanen experimentiert Henning Mankell in seinem Erstling mit verschiedenen Erzähltechniken. Die Zeitebenen wechseln, mal berichtet der Besucher, mal Oskar selbst, historische Abschnitte werden eingefügt und hörspielartige kleine Dialoge. Und manchmal redet der Besucher über die Produktion dieses Buches. Die Geschichte wird dadurch ungemein temporeich und spannend. „Der Sprengmeister“ ist so ein Buch, bei dem man mit dem Lesen nicht auf hören kann.

Henning Mankell, Der Sprengmeister,
Zsolnay Verlag, 192 Seiten, 21 Euro

 

 

Weihnachten im Alten Land
Ein schön gestaltetes kleines Büchlein

Weihnachten

MG. Zwei Schwestern, ein Obsthof im Alten Land und ein altes Bratapfelrezept, dazu Vorurteile, Verwicklungen und neue Lieben. Anne lebt bei ihrem Vater auf dem Obsthof, die Ehe ihrer erfolgreichen Schwester Maike ist gescheitert, die Mutter hat die Familie vor Jahren verlassen. Alle, auch die neuen Männer im Leben der Schwestern, lieben Maikes Sohn Jakob, der trotz der abwechselnden Betreuung durch die Eltern ein fröhlicher, robuster kleiner Kerl geworden ist. Die Autorin, die im Norden Hamburgs lebt, beschreibt die unterschiedlichen Schicksale, die Vorurteile gegen alles Fremde und Missverständnisse. Hat sich gegenüber Früher etwas geändert? Wird mit Weihnachtsmarktbesuch, folgen- reichen Begegnungen und dem berühmten mütterlichen Bratapfelrezept dieses Weihnachten doch noch zum wahren Fest der Liebe?

Sanne Jellings, Weihnachten im Alten Land,
Roman, rororo, Reinbek 2018,
160 Seiten, 10 Euro

 

Pelle zieht aus

Pelle


hk. Weihnachten ist gerade für Kinder eine wichtige Angelegenheit. Deshalb kommt in Astrid Lindgrens vielen Kindergeschichten über Pelle, Tomte Tummetott, Lotta, Pippi und die anderen auch immer wieder das Weihnachtsfest vor. Manchmal sind die Geschichten besinnlich.
Aber nicht selten machen die Kinder Quatsch am Weihnachtsfest und haben tolle Ideen, die nur die Erwachsenen für verrückt halten. Schließlich sind die Geschichten von Astrid Lindgren. „Es fängt mit STOLL an,“ lässt Lotta die kranke Tante über ihr Geschenk rätseln, „aber was es ist, sage ich nicht. Man kann auch sagen, dass es mit KUCH anfängt...“ Und Pippi lässt die böse Frau Finquist beim großen Weihnachtsbaumplündern in der Villa Kunterbunt abblitzen. Das Fest sei für Erwachsene verboten, „weil es nämlich nicht gesund für Große ist, Torte und Bonbons zu essen.“ Das habe ein Doktor in Amerika herausgefunden. Große Leute sollten nur gekochten Schellfisch und gedünstete Mohrrüben essen.
Die 15 schön bebilderten Geschichten eignen sich – nicht nur zum Fest – natürlich auch gut zum Vorlesen. Das Buch „Pelle zieht aus“ ist in der deutschen Ausgabe zuerst 1985 erschienen. Jetzt wurde es wieder aufgelegt. Und das wurde auch Zeit. „Ihr Kinderlein kommet!“, schrie Pippi. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Astrid Lindgren, Pelle zieht aus und andere Weihnachtsgeschichten,
Oettinger Verlag, 206 Seiten, 10 Euro

 


Mein Weg in die Freiheit
Ein Buch über einen jungen Mann, der aus Eritrea flüchtet

Buchcover

hk. Der 18jährige Eritreer Merhawi Fsehaye lebt seit zwei Jahren als geduldeter Flüchtling in einer Unterkunft in Hamburg. Eines Tages bringt die Lehrerin in der Berufsschule kleine Bücher mit in den Unterricht, in denen junge Migranten über ihre Geschichte und ihr neues Leben berichteten.
Das bringt ihn auf die Idee, auch ein Buch über seine Flucht aus Eritrea zu schreiben. Seine Deutschkenntnisse sind schon recht gut, aber mit dem Schreiben kommt er nicht voran. Es fällt ihm auch schwer, seine Gedanken zu sortieren. Er bittet schließlich Ulla Grün, die er als Vormund eines Mitbewohners kennt, ihm zu helfen. Sie treffen sich dann einmal in der Woche. Merhawi erzählt, Ulla Grün fragt nach, sortiert und schreibt auf. So entsteht das Buch „Mein Weg in die Freiheit“. Es ist die inzwischen fast alltägliche Geschichte von der Flucht junger Menschen vor Krieg, Unterdrückung und schwierigen Lebensbedingungen in ihrer afrikanischen Heimat. Merhawi schlägt sich mit wechselnden Weggefährten nach Libyen an die Mittelmeerküste durch. Sie sind ständig in Angst vor Entdeckung. Kurz vor Tripolis werden sie von Soldaten angehalten und landen für Wochen im Gefängnis.
Mehrfach warten sie in verborgenen Hallen mit mehr als 1000 Menschen zusammengepfercht auf die nächste Schlepperetappe, um dann unter einer Ladung versteckt auf überladenen LKWs weitertransportiert zu werden. Brutal geschlagen, beleidigt und bespuckt zu werden, ist für Flüchtende alltäglich. Und sie sind gewohnt niemandem zu vertrauen, auch ihren Brüdern nicht. Ein freundlicher Helfer kann sie schon am nächsten Tag um ihr Geld betrügen, sie an die Miliz verraten oder als Zwangsarbeiter vermitteln.
Im Schlusskapitel über die Entstehung des Buches sagt Merhawi Fsehaye über seine „Schreiberin“ Ulla Grün: „Manche Dinge, die für mich selbstverständlich waren, konnte sie sich nicht vorstellen.“ „Mein Weg in die Freiheit“ mag ein wenig dazu beitragen, Fluchtgeschichten zu verstehen.

Merhawi Fsehaye, Ulla Grün, Mein Weg in die Freiheit,
smm Leichte Sprache Verlag, 174 Seiten, 8 Euro

 

 

Falkenberg

Falkenberg

hk. Wie es sich für einen guten Krimi gehört, gibt es am Anfang erstmal eine Leiche. Eine Schulklasse macht einen Ausflug auf den – Titel gebenden – Falkenberg in den Harburger Bergen. Die Kinder wollen nach Störtebekers Schatz buddeln, der der Legende nach dort vergraben sein soll – und finden einen Toten. Mit 147 Messerstichen und einem auf dem Rücken eingeritzten Hakenk reuz übel zugerichtet. Die Kommissarinnen der Mordbereitschaft 5, Stella Brandes und Banu Kurtoglu, finden heraus, es handelt sich bei dem Toten um den 87 Jahre alten Dr. Manteuffel aus der nahen feinen Seniorenwohnanlage „Residenz Waldfrieden“. Er war ein sympathischer Zeitgenosse gewesen, hatte im Heim einen Freundeskreis und war sogar mit einer Bewohnerin verlobt. Wer sollte ein Motiv gehabt haben, den netten alten Herrn umzubringen? Das Hakenkreuz lässt die Kommissarinnen einen rechtsradikalen Tathintergrund vermuten. Die Ermittlungen in der Harburger Naziszene laufen ins Leere.
Und dann ist da noch das Schwarzweißfoto einer ominösen Josephine, angeblich seine erste große Liebe. Zwischenkapitel auf einer anderen Zeitebene mit Tagebucheintragungen eines Mädchens aus den 30er und 40er Jahren lassen die LeserInnen ahnen, dass der Mord eine Vorgeschichte hat. Stella und Banu kommen nur langsam voran und müssen dann entdecken: Ein Schüler einer nahen Privatschule, der in seinem Zeitzeugenprojekt viele Gespräche mit Dr. Manteuffel geführt hatte, ist ihnen bei der Klärung des Falls immer um eine Nasenlänge voraus. Mit seiner Hilfe kommen die Ermittlerinnen schließlich grausamen Verbrechen aus der Nazizeit und dem schrecklichen Geheimnis auf die Spur, das einige Bewohner-Innen der Residenz Waldfrieden miteinander verband.
„Falkenberg“ ist ein spannend erzählter und ausgeklügelt aufgebauter Roman, der an die populären skandinavischen Vorbilder erinnert. Dass die Autorin Regine Seemann im Hauptberuf Wilhelmsburger Lehrerin ist, lässt sie nur in ein paar kleinen Exkursen merken, in denen es unvermittelt ganz konkret um guten Unterricht und das Hamburger Bildungswesen geht.- Der zweite Fall für die Kommissarinnen Stella Brandes und Banu Kurtoglu ist schon in Arbeit. Man darf gespannt sein.
Regine Seemann, Falkenberg,
Gmeiner-Verlag, 382 Seiten,
12 Euro

 

Heiland – Tod im Hafenbecken

Heiland-Cover

MG. Felix Huby, bürgerlich Eberhard Hungerbühler, 1938 im schwäbischen Dottenhausen geboren, lebt seit über 25 Jahren in Berlin. Beide Destinationen verarbeitet er in seinem neuen Roman „Tod im Hafenbecken“. Den Großvater von Kommissar Peter Heiland lässt er schwäbeln und in dem Mordfall um Sven Lubinger, im Milieu allgemein bekannt als Malik, verarbeitet Huby beste Ortskenntnisse aus Berlin. Der Tote wird am Grund des Berliner Westhafens gefunden, an den Beinen gefesselt und mit einem Betonklotz versehen. Es kommt alles vor: Prostitution, Rauschgift, Jugendbanden, Mord. Typisch für Kommissar Heiland sind manchmal unkonventionelle Methoden, die oft zum Ziel führen. Auf 250 Seiten wird der Fall von allen Seiten beleuchtet. Oft denkt man, das ist der Mörder oder die Mörderin. Aber der Schluss ist dann doch unerwartet.
Felix Huby schrieb 1976 seinen ersten K riminalroman. Es folgten 19 weitere Romane um Kommissar Bienzle, viele Tatorte und Hörspiele. „Tod im Hafenbecken“ ist der zweite Fall von Kommissar Peter Heiland. Man darf gespannt auf weitere Fälle sein ...
Felix Huby, Heiland,
Gmeiner-Verlag GmbH, Meßkirch,
18 Euro

 

Die Tyrannei des Schmetterlings

Tyrannei-Cover

hk. Das neue Buch von Frank Schätzing „Die Tyrannei des Schmetterlings“ ist ein hoch spannender Thriller, in dem die Rettung der Erde, wie in seinem Bestseller „Der Schwarm“, nur möglich ist, wenn die Menschen verschwinden. „KI“, die künstliche Intelligenz des lernfähigen Superrechners „Ares“, der schon lange selbständig seine Program me entwickelt, gerät seinen Entwicklern außer Kontrolle und verfolgt einen mörderischen Plan. Der Roman beginnt als Provinzkrimi. Sheriff Luther Opoku und seine Kollegin Ruth Underwood, die es sonst mit Einbrüchen, häuslicher Gewalt und kleineren Drogendelikten zu tun haben finden eine Tote, die offenbar einen Felsen herabgestürzt ist. Sie finden heraus, dass es sich bei der Toten um eine Mitarbeiterin des IT-Unternehmens „Nordvisk“ handelt, in dem der Supercomputer „Ares“ entwickelt wird. Sie fahren dorthin.
Und bei der Verfolgung eines Verdächtigen auf dem Nordvisk-Gelände durch mysteriöse Server-Hallen findet Opoku sich – auf Seite 164 – plötzlich in einer Parallelwelt wieder – um mehrere Stunden zeitversetzt. Und nun beginnt der Science-Fiction-Thriller mit menschlichen Bösewichten, Sexrobotern, Mörderlibellen und Cyborg-Heuschrecken als lebende Datenspeicher – alles Ausgeburten des Rechners Ares, um die Erde von den Menschen zu befreien.
Frank Schätzing, Die Tyrannei des Schmetterlings,
Kiepenheuer& Witsch, 762 Seiten,
26 Euro

 

Willipedia. Ein Elbinselführer

Willipedia Cover

sic. Mehr als 500 Kinder aus Wilhelmsburg und von der Veddel haben nun schon zum zweiten Mal über die wirklich wichtigen Orte auf den beiden Elbinseln geschrieben. Die Reise geht von A wie „Abend in Wilhelmsburg“ bis Z wie „Zirkus Willibald“.
Die Kinder beschreiben ihr Wilhelmsburg und ihre Veddel wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, aus herrlich subjektiver Perspektive und mit Blick für die wesentlichen Dinge: Von wem bekommt man Bonbons geschenkt, wo kann man gut spielen und wo ist der Himmel besonders bunt?
Eine kleine Kostprobe: „Harburger Chaussee - Ich habe hier viele Freundinnen. Die Elbe ist ein schöner Ort. Es ist so schön am Deich. Ich kann mich hinsetzen und die Elbe ansehen.
Chiara“.
Maren Töbermann/Forum Bildung Wilhelmsburg (Hg.),
180 Seiten,
9,90 Euro

 

QualityLand

Leon Stein. QualityLand ist eine Welt, der unseren sehr ähnlich – nur weitergedacht. Es wurde umbenannt, weil eine Umfrage ergab, dass der einstige Name nur noch ewig gestrige Nationalisten inspirieren würde. Da Quality-Land das inzwischen wichtigste Land der Welt ist (im Gegensatz zu den anderen Ländern, QuantityLand 1-9) darf über QualityLand nur im Superlativ geredet werden. Die Kinder tragen als Nachnamen jeweils den Beruf ihrer Eltern, z.B. Peter Arbeitsloser. Aus der Welt der Algorythmen, selbstfahrenden Mietautos und den größten Gigakonzernen überhaupt erzählt Marc-Uwe Kling mit jeder Menge Sarkasmus, Humor, Gesellschaftskritik und hervorragend funktionierenden Running Gags.
Marc-Uwe Kling, QualityLand,
Ullstein-Verlag,
384 Seiten, 18 Euro

 

 

 

Ein spannendes Familiendrama

Buchcover

MG. „Das Baby ist tot. Wenige Sekunden haben genügt. Der Arzt hat versichert, dass es nicht leiden musste. Man hat es in eine graue Hülle gelegt und den Reißverschluss über dem verrenkten Körper zugezogen, der inmitten der Spielzeuge trieb. Die Kleine dagegen war noch am Leben, als die Sanitäter kamen. Sie hatte sich gewehrt wie eine Wilde.“ Auch sie überlebt das grausame Verbrechen der Kinderfrau Louise nicht. Louise hat den Selbstmordversuch überlebt, liegt aber fortan im Koma.
Nach diesem düsteren Ende erfahren die LeserInnen die Geschichte der Massés, die in Paris im 10. Arrondissement leben. Paul ist Musikproduzent mit wachsendem Erfolg und Myriam möchte nach dem zweiten Kind wieder in ihren Beruf zurück. Also muss eine Nanny her. Die Wahl fällt auf Louise, Anfang 40, Witwe. Zu Stéphanie, ihrer erwachsenen Tochter hat sie keinen Kontakt. Louise wird zu der von den Kindern innigst geliebten Nounou, die sich für die ganze Familie unentbehrlich macht, aber die LeserInnen spüren die Schranke, die zwischen den beiden Lebenswelten besteht. Louise bleibt in ihrem privaten Leben mit ihrer Einsamkeit, Schulden und Verlust ihrer Wohnung allein. In Louise wächst die Angst, mit zunehmendem Alter der Kinder überflüssig zu werden. Als ihre Hoffnung, für die Familie unentbehrlich zu werden, wenn Myriam noch ein drittes Kind bekommen würde, sich nicht erfüllt, zerbricht für Louise eine Welt. Leïla Slimani zeichnet die beteiligten Personen genau, so dass die LeserInnen – auch wenn es kein Krimi ist – gebannt verfolgen, wie sich das Drama entwickelt.
Die französisch-marokkanische Schriftstellerin Leïla Slimani lebt in Paris. Es ist ihr zweiter Roman.

Leïla Slimani, Dann schlaf auch du,
Luchterhand, 2017, 224 Seiten, 20 Euro

 

Reich und Arm

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kdm. In dem Buch machen sich die Freundinnen Rachel und Allison auf eine Reise in das fremde, irreale Herz Großbritanniens. Irreal, befremdlich - genauso wird diese Reise auch! Die Frauen erleben auf ihren Lebenswegen sowohl die gut gestellten, versorgten Kreise als auch die erfolglose, abhängige Bevölkerung. Der Roman blickt so auf die beiden Enden der Gesellschaft: Der Hybris der Reichen stehen die Kümmernisse der Armen gegenüber. Menschen in Extrempositionen an beiden Enden werden beschrieben.
Die Geschichte spielt in Großbritannien, ist aber in jedes westlich wohlversorgte Land übertragbar. Das Buch ist eine gute Empfehlung für all jene, die eine Beschreibung extremer Alltagssituationen aushalten können.

Nummer 11,
Jonathan Coe
Folio Verlag 2017, 24 Euro

 

Von der Haustür in den hohen Norden

Buchcover

hk. Die Journalistin Svenja Beller und ihr Freund, der Fotograf Roman Pawlowski hatten eine einfache aber nicht alltägliche Idee für ein Reisebuch: Sie wollten von ihrer Hamburger Wohnung aus zwei Monate zu Fuß „nach Norden“ gehen. Ohne festes Ziel und festgelegte Route. Bepackt nur mit Rucksack und einem Zelt. Auch öffentliche Verkehrsmittel, Hotels und Campingplätze wollten sie meiden. Herausgekommen ist ein Buch über Landschaften und vor allem über Begegnungen mit Menschen. Die einzelnen Etappen ihrer Reise werden bestimmt durch Autofahrer (und Schiffer), die sie ein Stück mitnehmen und durch Menschen, die sie auf ihrem Grundstück zelten lassen oder ihnen gleich bei sich zu Hause ein Bett anbieten: Da ist der Student Micha, in dessen Flensburger Wohngemeinschaft sie unterkommen, und der in einer Wikingerparallelwelt lebt, Björn, der sie in Norwegen zu seiner Tante mitnimmt, oder der Eismann Fred, der sie auf der Inselgruppe der Versteraalen ganz im Norden in seinem Eiswagen mit auf die Verkaufstour nimmt und sie gerade noch rechtzeitig an der Fähre abliefert. Lauter kleine Reportage-Perlen, anschaulich und mit Witz geschrieben, illustriert mit schönen Fotos. Man möchte nach der Lektüre eigentlich gleich selbst den Rucksack packen. Einstweilen ist es in der kalten Jahreszeit aber auch ein gutes Vorlesebuch.

Svenja Beller, Roman Pawlowski, Einfach loslaufen, Dumont, 2017, 22,90 Euro

 

 

Neues Buch über Wilhelmsburger Straßen
Überblick, Geschichte und viele Bilder auf 60 Seiten

Reichsstrasse

Die Wilhelmsburger Reichsstraße im Jahr 1952.
Foto: ein

PM. Jugendstilgiebel, stuckverzierte Fassaden, in den Eingängen farbige Kacheln mit maritimen Motiven: Das ist die Fährstraße im Wilhelmsburger Nordwesten - plötzlich durchschnitten von einem Deich. Wie kam das? Geschichte liegt auf der Straße! Man muss sie nur aufheben. Auf den Elbinseln Wilhelmsburg und der Veddel sind es ungeheuer viele Geschichten. Das unterscheidet sie von fast allen Hamburger Stadtteilen.

Das Kuriose: Kaum zu glauben, Passierzettel soll eine Straße sein? Aber es stimmt. Dahinter steht eine fast vergessene Geschichte das Hamburger Hafens: Passierzettel heißt eine kleine Straße auf der Veddel - ein Hinweis auf die direkte Nachbarschaft zum Freihafen, den man nur mit dem besagten Papier betreten durfte.

Das Geläufige: Überall findet man Straßen, die an bedeutende Persönlichkeiten erinnern. Gängig als Namensgeber sind die Vorbesitzer des Geländes, die mit Land- und Grundbesitz Geschichte schrieben. Wie zum Beispiel Georg Wilhelm, Herzog von Braunschweig-Lüneburg, dem nicht nur die Insel, sondern auch eine der Hauptstraßen ihren Namen verdankt.

Das Neue: Wilhelmsburg verändert sich, neue Straßen erzählen neue Geschichten. Etwa die von Dursun Akçam: Nach ihm ist seit 2015 ein Uferweg am Veringkanal benannt. Der türkische Schriftsteller wirkte in Wilhelmsburg lange für das Verständnis zwischen Einheimischen und Migranten.

Geschichte der Inseln erkunden:
Ungewöhnlich viele Straßennamen hier erzählen über frühere Landschaftsformen im
Grenzgebiet zwischen Fluss und Land: Der Name Pollhornbogen zum Beispiel im südwestlichen Gewerbegebiet Wilhelmsburgs geht zurück auf ‚Pullhorn‘: früheres Außengelände vor dem grünen Deich. Horn: Winkel, Ecke. Pull bedeutet Spitze. Pullhorn ist also vielleicht die spitze Ecke einer früheren Insel oder Halbinsel gewesen.

Das Alte: verschwindet. Die Wilhelmsburger Reichsstraße wird würdig verabschiedet…

Auf 60 Seiten bietet das kleine Buch einen aktuellen Überblick über alle Straßen Wilhelmsburgs und der Veddel und ihre Geschichte, reich bebildert mit 100 Fotos aus über 100 Jahren Stadtteilgeschichte. Herausgegeben von der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen, 60 Seiten, 6 Euro.

Erhältlich in der Buchhandlung Lüdemann, im Museum Elbinsel Wilhelmsburg und natürlich in der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg, HONIGFABRIK, Industriestr. 125-131, Tel. 040 42 10 39 15,
www.geschichtswerkstatt-wilhelmsburg.de. Mail: markertm@honigfabrik. de

Buch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

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