24. Jahrgang,
Ausgabe 8
Aug. / Sep.
2018
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Wann... in Wilhelmsburg ?

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Kultur

Der September im Museum Elbinsel Wilhelmsburg
Deutscher Nachbarschaftspreis 2018 für 48h Wilhelmsburg?
Sommerlektüre
Wilhelmsburg spricht!
Jud
Ich bin eine Tochter, eine Schwester, ein Mensch. Ich bin der Vater, der alles zusammen hält, halten muss. Ich bin ein Bruder, ein Sohn, ein Mensch, ein Mann.
Riesen-Lehmskulpturen bauen
WIR werden Dich vermissen. Zum Tod von Klaus Meise
Winter- / Sommerlektüre

 

Der September im Museum Elbinsel Wilhelmsburg

Archiv

Von links: Dr. Jürgen Drygas, Vorsitzender des Museumsvereins, Petra Schmolinske, Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof, und Peter Beenk, Archivar des Museums, sichten die Skizzenbücher von Wilhelm Cordes.
Foto: Museum

So., 9.9.: Tag des offenen Denkmals

C.-P. Rathjen/MEW. Es beginnt morgens um 10 Uhr mit dem traditionellen Open-Air-Gottesdienst der Kreuzkirche Kirchdorf vor dem alten hannoverschen Amtshaus von 1724, in dem das Museum Elbinsel Wilhelmsburg seit 1949 seine Heimat gefunden hat. Der Gottesdienst mit Posaunenchor wird in diesem Jahr von Pastor Dr. Detje gestaltet. Bei schlechtem Wetter findet der Gottesdienst im Museum statt.
Von 11 bis 18 Uhr finden im Rahmen des Denkmal-Tages Führungen durch das historische Amtshaus, vom alten Burgkeller bis in die Küche im oberen Stockwerk, statt.
Um 14 Uhr wird die Ausstellung „Vering und Cordes: Werk und Wirken“ in der ehemaligen Stappenbacher-Wohnung eröffnet.

Eine neue Ausstellung im 1. Stock: Hermann Vering und Wilhelm Cordes


Hermann Vering prägte das Gesicht Wilhelmsburgs im Zuge der Industrialisierung der Elbinsel. Wilhelm Cordes, Architekt und Direktor des Ohlsdorfer Friedhofes, war der Sohn des Wilhelmsburger Müllers Christoph Cordes. Die Windmühle „Johanna“ (heutiger Name) des Vaters ist bis heute zu besichtigen.
Das Museum möchte mit seiner Ausstellung das Erbe der beiden Persönlichkeiten und ihr Leben und Wirken auf Wilhelmsburg und in Hamburg in Erinnerung rufen.
Wilhelm Cordes wurde im Jahre 1840 auf Wilhelmsburg geboren und starb 1917 in Hamburg. Er war studierter Architekt und spezialisierte sich auf Friedhofsarchitektur. Sein Lebenswerk ist die Gestaltung des größten Parkfriedhofes der Welt - des Ohlsdorfer Friedhofs. Von 1877 bis 1879 war er dort Bauleiter, einige Jahre lang eigenverantwortlicher Friedhofsverwalter und ab 1898 Direktor. Unter seiner Leitung wurden die Außenanlagen des Friedhofs und die meisten der Gebäude geplant und verwirklicht. Das Museum zeigt einige der 183 Skizzenbücher, in denen Cordes seine Ideen für die Gestaltung des Friedhofs festhielt. Außerdem werden diverse Dokumente aus dieser Zeit gezeigt, die sowohl seine Jugend auf Wilhelmsburg, seine Ausbildung an der Polytechnischen Hochschule in Hannover als auch seine Ehe mit Helene Cordes betreffen, sowie weitere Pläne und Dokumente zur Gestaltung des Ohlsdorfer Friedhofes.
Petra Schmolinske vom Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof, der auch das dortige Museum betreibt, sichtete mit den Kuratoren Dr. Jürgen Drygas und Claus-Peter Rathjen und dem Archivar Peter Beenk das umfangreiche Material aus dem Nachlass Cordes‘. Ebenso überließ sie dem Museum einige Leihgaben aus dem Friedhofsmuseum in Ohlsdorf.

Johann Hermann Vering wurde 1846 in Ahlen/Westfalen geboren und starb 1922 in Hamburg. Er studierte ebenfalls Ingenieurwissenschaft an der Polytechnischen Hochschule Hannover. 1871 trat er in das von seinem Bruder Carl Vering gegründete Bauunternehmen C. Vering ein und war dort für die technische Leitung zuständig. Beide Brüder schafften es, ihr Bauunternehmen zu einem der größten des damaligen Kaiserreiches auszubauen. Maßgeblich wirkten sie am Bau des Nord-Ostsee-Kanals (Kaiser-Wilhelm-Kanal) mit.
Für Wilhelmsburg erlangten die Brüder stadtgeschichtliche Bedeutung durch den Ausbau des Reiherstiegviertels und die industrielle Erschließung. Vering war 18 Jahre lang Mitglied des Wilhelmsburger Gemeinderates und des Kreistages in Harburg. Er unterstützte den damals gegründeten „Bauverein Reiherstieg“, indem er Geld für die ersten Wohnblocks des Bauvereins zur Verfügung stellte. Er investierte mit anderen Unternehmern in die Wilhelmsburger Industriebahn. Schon zu seinen Lebzeiten wurde die Veringstraße nach ihm benannt. Der Veringkanal erinnert mit seinem Namen noch heute an seinen Erbauer.
Dem Museum wurde umfangreiches Material des Schaffens der Brüder Vering als Schenkung von Frau Adelheid Vering, der Frau des verstorbenen Enkels Hermann Verings, Enno, überlassen.


Sa., 22./So., 23.9., 12 - 15 Uhr: Kunst- und Ateliertage auch im Museum


An diesen Tagen kann man Fotoserien von Claus-Peter Rathjen aus den 70er-/80er- Jahren des letzten Jahrhunderts sehen, die er im Rahmen seines Studiums angefertigt hat: „St. Pauli“ und „Kunst im öffentlichen Raum, Wilhelmsburg“. Jürgen Drygas zeigt in seinen Fotos aus ungewohnter Sichtweise aufgenommene Blüten- und Pflanzenporträts unter dem Titel „Licht um Blüten“. Blumen- und Pflanzenliebhaber haben diese so wohl noch nie wahrgenommen. Die Künstlerin Petra Frühling zeigt „Wachsende Gewebe - Überraschungen der Absichtslosigkeit“.
Jeweils von 12.30 -14 und 16 - 17.30 Uhr kann bei der Arbeit zugesehen werden.
Antje Behrens bietet kleinen und großen Menschen an, sich in der jahrhundertealten Webkunst zu versuchen. Kinder können sich im Filzen auszuprobieren.

 

 


 

 

 

 

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Deutscher Nachbarschaftspreis 2018 für 48h Wilhelmsburg?
Zwei Projekte treten aus Protest gegen Ex-Schirmherr Horst Seehofer (CSU) zurück.
Organisator*innen von 48h Wilhelmsburg fordern demokratischen Diskurs

48h Wilhelmsburg

Bei 48h Wilhelmsburg kommen Nachbar*innen
zusammen und feiern und tanzen
.
Foto: Jo Larsson

PM. Das Netzwerk Musik von den Elbinseln ist mit dem Format 48h Wilhelmsburg gemeinsam mit über 100 weiteren Projekten für den Deutschen Nachbarschaftspreis 2018 nominiert. Der Deutsche Nachbarschaftspreis, der in diesem Jahr zum zweiten Mal in Partnerschaft mit dem Bundesinnenministerium ausgelobt wurde, zeichnet bundesweit zivilgesellschaftliche Projekte und Initiativen aus, die sich für ein solidarisches, offenes und demokratisches Miteinander engagieren.
Zwei der nominierten Projekte traten aus Protest gegen die Schirmherrschaft des Bundesinnenministers Horst Seehofers zurück. Das Netzwerk Musik von den Elbinseln, das hinter 48h Wilhelmsburg steht, begrüßt die inhaltlichen Diskussionen, die nach diesem Rückzug folgten, kritisiert aber die Haltung Horst Seehofers, der mittlerweile von der Schirmherrschaft zurückgetreten ist. Hierzu das folgende Statement von 48h Wilhelmsburg:
48h Wilhelmsburg meint: Demokratie heißt streiten können.

Demokratie lebendig und facettenreich leben, Aushandlungsprozesse auf der Grundlage von Solidarität und Menschlichkeit, dafür schafft 48h Wilhelmsburg - ebenso wie die anderen Nominierten des Deutschen Nachbarschaftspreises - den Boden, aus dem heraus sich Beteiligung und beteiligt sein generiert. Ganz dicht an der Unterschiedlichkeit der Menschen. Seit 2010 wurden durch 48h Wilhelmsburg unglaublich viele Menschen verschiedenster Herkünfte und Generationen mit ihren Musiken und Geschichten aus Wohnzimmern, Hochzeitssalons und Communities für die Nachbarschaft sichtbar. Sie traten aktiv in den öffentlichen Raum und veränderten diesen.
Bei jährlich mehr als 1.000 Akteuren mit zuletzt mehr als 20.000 Besuchen wurde deutlich: Musik kann jenseits von Sprachbarrieren und politischen Meinungen funktionieren. Musik ist unmittelbar erlebbar. So entstand über die Jahre eine wirksame Verständigungsebene zwischen den Menschen vor Ort, wie sie sich heute an vielen Stellen in der aktiven Gestaltung der Nachbarschaft wiederfindet. Einer Nachbarschaft in der Vielfalt ausgehandelt, Empathie gelebt und Solidarität möglich wird.
48h Wilhelmsburg versteht Politik als eine Politik der Menschen, als Weg für die Ausgestaltung eines gemeinsam gelebten Lebens. Dafür sind lebendige Aushandlungsprozesse nötig, in denen es um „Zuhause sein“ und nicht um Herkunft geht. Dieses „gemeinsame Zuhause“ soll auf Augenhöhe und mit Achtsamkeit gestaltet werden. Und so auch immer die global entstehenden Problematiken und deren teils brutale Auswirkungen auf den Alltag vieler Menschen in unseren Nachbarschaften sichtbar und lebbar machen. Mit der Vision einer solidarischen Welt auf der Basis solidarischer Nachbarschaften. Eine staatliche Verwaltung, die ausgrenzt und abschiebt, Heimat als soziale Kategorie erhebt und darin jede Vielheit ersticken will, steht der Projektarbeit von 48h Wilhelmsburg diametral entgegen.

Im Rahmen des Deutschen Nachbarschaftspreises erhalten Projekte Aufmerksamkeit, die Menschen vor Ort zusammenbringen, Vielheit als Wert betrachten und Strukturen bieten, die eine demokratische Meinungsbildung erst möglich machen. Das Engagement jedes Einzelnen leistet dabei im Kleinen einen großen und wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land. Ein Betrag, der uns allen zugute kommt. Daher gehören die nominierten Nachbarschaftsprojekte und ihre enorme demokratische Relevanz nicht nur ins Rampenlicht, sondern vor allem in den Fokus der politischen Entscheidungsfindung.
Deshalb fordert 48h Wilhelmsburg: „Streiten Sie mit uns, Herr Seehofer!“
Für das Projekt kann noch bis zum 22.8.2018 in einem Publikumsvoting abgestimmt werden unter www.nachbarschaftspreis.de/DE/48H-WILHELMSBURG/

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 



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Sommerlektüre

Lesetipps für den Sommer
Zusammengestellt von den Mitarbeiterinnen der Bücherhalle Wilhelmsburg


􀉊 „Ein Sommer in Somme
rby“ von Kirsten Boie

„Der Zopf von Laetitia Colombani

„Der große Plan von Wolfgang Schorlau

„Wandern, Radeln, Paddeln“ von Christine Thürmer

„111 Orte für Kinder in Hamburg, die man gesehen haben muss“ von Daniela Clément


Alle Bücher können in der Bücherhalle am Vogelhüttendeich - und in allen anderen Bücherhallen Hamburgs - ausgeliehen werden.

 

Falkenberg

Falkenberg

hk. Wie es sich für einen guten Krimi gehört, gibt es am Anfang erstmal eine Leiche. Eine Schulklasse macht einen Ausflug auf den – Titel gebenden – Falkenberg in den Harburger Bergen. Die Kinder wollen nach Störtebekers Schatz buddeln, der der Legende nach dort vergraben sein soll – und finden einen Toten. Mit 147 Messerstichen und einem auf dem Rücken eingeritzten Hakenk reuz übel zugerichtet. Die Kommissarinnen der Mordbereitschaft 5, Stella Brandes und Banu Kurtoglu, finden heraus, es handelt sich bei dem Toten um den 87 Jahre alten Dr. Manteuffel aus der nahen feinen Seniorenwohnanlage „Residenz Waldfrieden“. Er war ein sympathischer Zeitgenosse gewesen, hatte im Heim einen Freundeskreis und war sogar mit einer Bewohnerin verlobt. Wer sollte ein Motiv gehabt haben, den netten alten Herrn umzubringen? Das Hakenkreuz lässt die Kommissarinnen einen rechtsradikalen Tathintergrund vermuten. Die Ermittlungen in der Harburger Naziszene laufen ins Leere.
Und dann ist da noch das Schwarzweißfoto einer ominösen Josephine, angeblich seine erste große Liebe. Zwischenkapitel auf einer anderen Zeitebene mit Tagebucheintragungen eines Mädchens aus den 30er und 40er Jahren lassen die LeserInnen ahnen, dass der Mord eine Vorgeschichte hat. Stella und Banu kommen nur langsam voran und müssen dann entdecken: Ein Schüler einer nahen Privatschule, der in seinem Zeitzeugenprojekt viele Gespräche mit Dr. Manteuffel geführt hatte, ist ihnen bei der Klärung des Falls immer um eine Nasenlänge voraus. Mit seiner Hilfe kommen die Ermittlerinnen schließlich grausamen Verbrechen aus der Nazizeit und dem schrecklichen Geheimnis auf die Spur, das einige Bewohner-Innen der Residenz Waldfrieden miteinander verband.
„Falkenberg“ ist ein spannend erzählter und ausgeklügelt aufgebauter Roman, der an die populären skandinavischen Vorbilder erinnert. Dass die Autorin Regine Seemann im Hauptberuf Wilhelmsburger Lehrerin ist, lässt sie nur in ein paar kleinen Exkursen merken, in denen es unvermittelt ganz konkret um guten Unterricht und das Hamburger Bildungswesen geht.- Der zweite Fall für die Kommissarinnen Stella Brandes und Banu Kurtoglu ist schon in Arbeit. Man darf gespannt sein.
Regine Seemann, Falkenberg,
Gmeiner-Verlag, 382 Seiten,
12 Euro

 

Heiland – Tod im Hafenbecken

Heiland-Cover

MG. Felix Huby, bürgerlich Eberhard Hungerbühler, 1938 im schwäbischen Dottenhausen geboren, lebt seit über 25 Jahren in Berlin. Beide Destinationen verarbeitet er in seinem neuen Roman „Tod im Hafenbecken“. Den Großvater von Kommissar Peter Heiland lässt er schwäbeln und in dem Mordfall um Sven Lubinger, im Milieu allgemein bekannt als Malik, verarbeitet Huby beste Ortskenntnisse aus Berlin. Der Tote wird am Grund des Berliner Westhafens gefunden, an den Beinen gefesselt und mit einem Betonklotz versehen. Es kommt alles vor: Prostitution, Rauschgift, Jugendbanden, Mord. Typisch für Kommissar Heiland sind manchmal unkonventionelle Methoden, die oft zum Ziel führen. Auf 250 Seiten wird der Fall von allen Seiten beleuchtet. Oft denkt man, das ist der Mörder oder die Mörderin. Aber der Schluss ist dann doch unerwartet.
Felix Huby schrieb 1976 seinen ersten K riminalroman. Es folgten 19 weitere Romane um Kommissar Bienzle, viele Tatorte und Hörspiele. „Tod im Hafenbecken“ ist der zweite Fall von Kommissar Peter Heiland. Man darf gespannt auf weitere Fälle sein ...
Felix Huby, Heiland,
Gmeiner-Verlag GmbH, Meßkirch,
18 Euro

 

Die Tyrannei des Schmetterlings

Tyrannei-Cover

hk. Das neue Buch von Frank Schätzing „Die Tyrannei des Schmetterlings“ ist ein hoch spannender Thriller, in dem die Rettung der Erde, wie in seinem Bestseller „Der Schwarm“, nur möglich ist, wenn die Menschen verschwinden. „KI“, die künstliche Intelligenz des lernfähigen Superrechners „Ares“, der schon lange selbständig seine Program me entwickelt, gerät seinen Entwicklern außer Kontrolle und verfolgt einen mörderischen Plan. Der Roman beginnt als Provinzkrimi. Sheriff Luther Opoku und seine Kollegin Ruth Underwood, die es sonst mit Einbrüchen, häuslicher Gewalt und kleineren Drogendelikten zu tun haben finden eine Tote, die offenbar einen Felsen herabgestürzt ist. Sie finden heraus, dass es sich bei der Toten um eine Mitarbeiterin des IT-Unternehmens „Nordvisk“ handelt, in dem der Supercomputer „Ares“ entwickelt wird. Sie fahren dorthin.
Und bei der Verfolgung eines Verdächtigen auf dem Nordvisk-Gelände durch mysteriöse Server-Hallen findet Opoku sich – auf Seite 164 – plötzlich in einer Parallelwelt wieder – um mehrere Stunden zeitversetzt. Und nun beginnt der Science-Fiction-Thriller mit menschlichen Bösewichten, Sexrobotern, Mörderlibellen und Cyborg-Heuschrecken als lebende Datenspeicher – alles Ausgeburten des Rechners Ares, um die Erde von den Menschen zu befreien.
Frank Schätzing, Die Tyrannei des Schmetterlings,
Kiepenheuer& Witsch, 762 Seiten,
26 Euro

 

Willipedia. Ein Elbinselführer

Willipedia Cover

sic. Mehr als 500 Kinder aus Wilhelmsburg und von der Veddel haben nun schon zum zweiten Mal über die wirklich wichtigen Orte auf den beiden Elbinseln geschrieben. Die Reise geht von A wie „Abend in Wilhelmsburg“ bis Z wie „Zirkus Willibald“.
Die Kinder beschreiben ihr Wilhelmsburg und ihre Veddel wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, aus herrlich subjektiver Perspektive und mit Blick für die wesentlichen Dinge: Von wem bekommt man Bonbons geschenkt, wo kann man gut spielen und wo ist der Himmel besonders bunt?
Eine kleine Kostprobe: „Harburger Chaussee - Ich habe hier viele Freundinnen. Die Elbe ist ein schöner Ort. Es ist so schön am Deich. Ich kann mich hinsetzen und die Elbe ansehen.
Chiara“.
Maren Töbermann/Forum Bildung Wilhelmsburg (Hg.),
180 Seiten,
9,90 Euro

 

QualityLand

Leon Stein. QualityLand ist eine Welt, der unseren sehr ähnlich – nur weitergedacht. Es wurde umbenannt, weil eine Umfrage ergab, dass der einstige Name nur noch ewig gestrige Nationalisten inspirieren würde. Da Quality-Land das inzwischen wichtigste Land der Welt ist (im Gegensatz zu den anderen Ländern, QuantityLand 1-9) darf über QualityLand nur im Superlativ geredet werden. Die Kinder tragen als Nachnamen jeweils den Beruf ihrer Eltern, z.B. Peter Arbeitsloser. Aus der Welt der Algorythmen, selbstfahrenden Mietautos und den größten Gigakonzernen überhaupt erzählt Marc-Uwe Kling mit jeder Menge Sarkasmus, Humor, Gesellschaftskritik und hervorragend funktionierenden Running Gags.
Marc-Uwe Kling, QualityLand,
Ullstein-Verlag,
384 Seiten, 18 Euro

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Wilhelmsburg spricht!
Angebot zum Papersurfing während der Ateliertage

PM. Vielfalt, Toleranz und Respekt‘, bunte Plakate mit diesem Thema sind zurzeit in Wilhelmsburg an vielen Stellen zu sehen. Bei den Kunst- und Ateliertagen in Wilhelmsburg am Wochenende 22. und 23. September gibt es eine Veranstaltung dazu. Der Künstler Rudolf Giesselmann organisiert zu ‚Vielfalt, Toleranz und Respekt‘ Gespräche unter Fremden. Er nennt diese Gespräche PaperSurfing. Jeder der 6 TeilnehmerInnen bringt ein Papier mit einem kleinen Text zum Thema mit (Paper). Der Text wird vorgelesen und dann eine Zeitlang darüber gesprochen (Surfing). Das Gespräch wird durch einfache Regeln so moderiert, dass jeder zu Wort kommt und von allen gehört wird. Rudolf Giesselmann möchte damit erreichen, dass über wichtige Themen, die das Miteinander betreffen, nicht übereinander, sondern miteinander gesprochen wird. PaperSurfing ist so gebaut, dass jeder die Methode kopieren und selbst zu wichtigen Themen ein PaperSurfing anbieten kann. Die Teilnehmerzahl ist auf sechs Personen begrenzt, deshalb muss man sich im Voraus anmelden.
Die Teilnahme ist kostenlos. Eintrittskarte zu dem PaperSurfing ist dann sozusagen der kleine Text, den man mitbringt.
Für die Pause in der Mitte des Gesprächs kann gerne etwas Kleines zu Essen mitgebracht werden.

Pavillon am Weimarer Platz, Weimarer Str. 79,
Sonntag, 23. Sept. 11-14 Uh
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Jud
Lesung im Rahmen der Langen Nacht der Literatur

hk. Am 1. September um 20 Uhr liest der Autor Georg Thiel in der Wilhelmsburger Buchhandlung Lüdemann, Fährstraße 26, aus seinem Roman „Jud“ vor. Der Eintritt kostet acht Euro.
Die Geschichte beginnt 1958 in Manchester. Titus Strings ist ein wenig erfolgreicher Fotograf. Er muss jeden Auftrag annehmen, um über die Runden zu kommen. Überraschend erhält er einen guten Job vom Manchester Guardian: Er soll für die Zeitung eine Fotoreportage von der Brüsseler Weltausstellung machen.
Es folgen zwei Tage Arbeit im Ausstellungsgelände. Sein schreibender Kollege Rupert nervt mit nicht enden wollendem bildungsbürgerlichen Redefluss; sie begegnen in den Pavillons allen möglichen skurrilen Figuren. Schließlich besuchen sie gegen Strings‘ Sträuben den österreichischen Pavillon. Der Leser bekommt eine Ahnung, dass Titus Strings hier mit seiner Vergangenheit in der Nazizeit konfrontiert wird. Er bricht zusammen und wird noch am selben Tag von Rupert und der österreichischen Hostess Erika in den Zug nach Wien gesetzt: Er müsse seine Vergangenheit aufarbeiten.

Dort angekommen entdeckt Strings zufällig beim Zahnarzt in der Zeitschrift „Stern“ einen Artikel über die „braune Diktatur“ in Österreich. Darin ein Foto von 1938: Ein am Boden kniender Halbwüchsiger wird von einem Mann mit Hakenkreuzarmbinde gezwungen, „Jud“ an eine Hausfassade zu pinseln. Titus Strings weiß sofort: Dieser junge Jude war er selbst. Und er macht sich auf die Suche nach dem Mann, der ihn 20 Jahre zuvor gequält und gedemütigt hat.
Das Besondere an dem Roman „Jud“: Titus Strings, Hauptfigur und Ich-Erzähler, ist „very british“. Er erzählt die ganze furchtbare Geschichte oft mit einer ironischen Distanz und Blick für skurrile Alltagssituationen. Vom teilweise slapstickmäßigen Gang durch die Weltausstellung bis zum tragikomischen Schluss. Natürlich ist das Buch auch – leider – hochaktuell.

Jud, Georg Thiel, Verlag Braunmüller,
220 Seiten, 22 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

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Ich bin eine Tochter, eine Schwester, ein Mensch.
Ich bin der Vater, der alles zusammen hält, halten muss.
Ich bin ein Bruder, ein Sohn, ein Mensch, ein Mann.

HSG Theater

Das neue Theaterprojekt des Helmut-Schmidt-Gymnasiums „Wie wollt ich stolz sein an deiner Stelle“ entstand diesmal in Kooperation mit dem Theater am Strom.
Es ist wieder groß angelegt und wird nach den Sommerferien fortgesetzt
.
Foto: MG

MG. Für ihr Stück „Kein deutscher Land“ erhielten SchülerInnen des Helmut-Schmidt-Gymnasiums am 13. Juni 2018 im KörberForum den „Hildegard-Hamm-Brücher Förderpreis für Demokratie lernen und erfahren 2018“. Am 20. Juni führten sie bereits ihr neues Stück „Wie wollt ich stolz sein an deiner Stelle“ in der Paul-Gerhardt-Kirche auf. Auf der Grundlage der Kindertragödie „Frühlingserwachen“ von Frank Wedekind setzten sie in Kooperation mit dem Theater am Strom und Erwachsenen aus dem Stadtteil eigene Konflikte in Szene. Es zeigt sich, dass auch nach über hundert Jahren Jugendliche auf Fragen zur Sexualität nicht immer richtige Antworten bekommen. So sagt eine Mutter ihrer 14-jährigen Tochter, dass der Storch bei ihrer Schwester gewesen sei. Großes Erschrecken bei der ersten Menstruation.

Wendla, eine Figur aus Wedekinds Roman streitet mit der Mutter um die Rocklänge. Halima, eine aufgeklärte Gymnasiastin soll ihren Cousin heiraten, um die Blutfehde der beiden Familien zu beenden. Es geht um Sitte und Ehre. Als der Vater ihr droht, ist Halima entsetzt: „Du hebst die Hand gegen deine Tochter?“ Darauf skandieren alle: „Ich bin eine Tochter, eine Schwester, ein Mensch“. Der Vater: „Ich bin der Vater, der alles zusammen hält, halten muss.“ Auch die Jungen haben Probleme mit dem Heranwachsen, Homosexualität ist tabu.

Familienkonflikt

Halima soll ihren Cousin heiraten. Ein Familienkonflikt.
In dieser Szene schimpft ihr Bruder mit ihr.

Foto: MG

Die Schülerinnen haben bei der Entwicklung des Stückes verlangt, dass die unterschiedlichen Erwartungen an Jungen und Mädchen thematisiert werden. Sobald sie nicht in das Klischee der ungenutzten, ordentlich gekleideten Frau passen, würden sie Schlampe genannt. Das Wort würde von den Jungen und Männern so oft benutzt, dass es fast schon keine Beleidigung mehr sei.
Sehr eindrucksvoll sangen und deklamierten die schwarz gekleideten Erwachsenen zwischendurch passende Sätze aus dem Lied „Die Gedanken sind frei“.
Das Theaterprojekt am Helmut-Schmidt-Gymnasiums ist groß angelegt und geht noch weiter. Nach den Sommerferien wird es weitere Veranstaltungen geben, auch eine Podiumsdiskussion.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Riesen-Lehmskulpturen bauen
Aus Lehm entstehen meterhohe Skulpturen, die Räume zur Begegnung bieten sollen. Mitmachen ist kostenlos

Lehmbauer

Stolze Lehmbauer beim Lehmbau-Projekt in Wilhelmsburg 2017.

PM. Großes Lehmbau-Festival in der Bahnhofspassage in Wilhelmsburg. Von Mitte Mai bis Mitte Juni bauen etwa 5000 Kinder und Erwachsene nach eigenen Ideen begehbare Räume und bis vier Meter hohe Skulpturen aus Lehm. Sie schaffen nicht nur fantasievolle Architektur, sondern auch neue Räume der Begegnung. Bei der öffentlichen Baukunst-Aktion des gemeinnützigen Vereins Bunte Kuh kann jeder mitmachen.
Das Team von Bunte Kuh e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen insbesondere von Kindern und Jugendlichen in sozialen Brennpunkten zu leisten, indem es vor Ort durch niedrigschwellige Lehmbau-Mitmach-Aktionen - für alle Besucher, offen und kostenlos - kulturelle Bildung im Bereich Architektur/künstlerisches Gestalten anbietet.

Wo: Bahnhofspassage (direkt am S-Bahnhof Wilhelmsburg) 21109 Hamburg
Wann: Mitbauen vom 17. Mai bis 10.Juni, Dienstag bis Sonntag 9.30 - 17 Uhr.
Die fertigen Bauten können bestaunt und bespielt werden beim Fest am Sonnabend, 10. Juni, 15 - 18 Uhr, und während der Ausstellung vom 11. bis 19. Juni, täglich 10 - 18 Uhr.
Der Eintritt ist frei.
Eine Anmeldung ist nur für Gruppen ab vier Personen erforderlich, Tel. 040-39 90 54 31.
Weitere Infos unter www.buntekuh-hamburg.de.

 

Lehmbauten

Riesengroße Lehmskulpturen wie diesesollen auch in diesem Jahr wieder entstehen.
Fotos: Karen Derksen

 




 

 

 

 

 

 

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WIR werden Dich vermissen. Zum Tod von Klaus Meise
Klaus Meise, kritischer Begleiter des Wilhelmsburger InselRundblicks seit Gründung starb im Alter von 81 Jahren.

Niedersachsenhaus

MG. Eine von Klaus‘ letzten Zeichnungen: das Niedersachsenhaus. Mit solchen fein gezeichneten Bildern verzierte Klaus Meise seine Briefe, Umschläge oder Postkarten, die er schrieb.
Von Computern hielt er nichts. Früher schrieb er seine Artikel für den Wilhelmsburger InselRundblick auf einer Schreibmaschine. Und die Rätsel, mit denen er seit Jahren den WIR versorgte, schmückte er gern mit zur Lösung passenden Zeichnungen. Zum Glück für unsere Rätselfreundinnen und -freunde, war er sehr produktiv und wir haben noch einige seiner Rätsel auf Vorrat.
Klaus hat den Wilhelmsburger InselRundblick immer kritisch begleitet, mal mit Lob, aber er konnte auch böse werden, wenn WIR seiner Meinung nach Blödsinn machten oder nicht das berichteten, was er für wichtig hielt. Doch wir wussten, dass er trotz mancher Kritik immer stolz auf den Wilhelmsburger InselRundblick war, die älteste Stadtteilzeitung Hamburgs.
Zu seinem 80. Geburtstag im Mai 2016 konnten WIR ihm gratulieren und aus seinem erfüllten Leben berichten, das er seit 1974 mit seiner Karin teilte.
Sein Lob, aber auch sein Tadel werden uns fehlen.
Unser Beileid gilt seiner Frau Karin.
Die Redaktion

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Winter- / Sommerlektüre

 

Lesetipps aus der Bücherhalle Wilhelmsburg


Belletristik für Erwachsene:


„Die drei Sonnen“ von Cixin Liu (Science Fiction)
„Die Jahrhundert-Triologie“ von Carmen Korn (Geschichte, Frauen)
„Der Winter Kaiser“ von Katherine Addison (Fantasy)
„Der Schwimmer“ von Joakim Zander (Thriller)
„Die Flüsse von London“-Reihe von Ben Aaronovich (Mystery)


Kinderbücher:

„Gregs Tagebuch“ Bd.12 von Jeff Kinney
„Asterix in Italien“
„Das Sams feiert Weihnachten“ von Paul Maar

 

 

Ein spannendes Familiendrama

Buchcover

MG. „Das Baby ist tot. Wenige Sekunden haben genügt. Der Arzt hat versichert, dass es nicht leiden musste. Man hat es in eine graue Hülle gelegt und den Reißverschluss über dem verrenkten Körper zugezogen, der inmitten der Spielzeuge trieb. Die Kleine dagegen war noch am Leben, als die Sanitäter kamen. Sie hatte sich gewehrt wie eine Wilde.“ Auch sie überlebt das grausame Verbrechen der Kinderfrau Louise nicht. Louise hat den Selbstmordversuch überlebt, liegt aber fortan im Koma.
Nach diesem düsteren Ende erfahren die LeserInnen die Geschichte der Massés, die in Paris im 10. Arrondissement leben. Paul ist Musikproduzent mit wachsendem Erfolg und Myriam möchte nach dem zweiten Kind wieder in ihren Beruf zurück. Also muss eine Nanny her. Die Wahl fällt auf Louise, Anfang 40, Witwe. Zu Stéphanie, ihrer erwachsenen Tochter hat sie keinen Kontakt. Louise wird zu der von den Kindern innigst geliebten Nounou, die sich für die ganze Familie unentbehrlich macht, aber die LeserInnen spüren die Schranke, die zwischen den beiden Lebenswelten besteht. Louise bleibt in ihrem privaten Leben mit ihrer Einsamkeit, Schulden und Verlust ihrer Wohnung allein. In Louise wächst die Angst, mit zunehmendem Alter der Kinder überflüssig zu werden. Als ihre Hoffnung, für die Familie unentbehrlich zu werden, wenn Myriam noch ein drittes Kind bekommen würde, sich nicht erfüllt, zerbricht für Louise eine Welt. Leïla Slimani zeichnet die beteiligten Personen genau, so dass die LeserInnen – auch wenn es kein Krimi ist – gebannt verfolgen, wie sich das Drama entwickelt.
Die französisch-marokkanische Schriftstellerin Leïla Slimani lebt in Paris. Es ist ihr zweiter Roman.

Leïla Slimani, Dann schlaf auch du,
Luchterhand, 2017, 224 Seiten, 20 Euro

 

Reich und Arm

Buchcover

kdm. In dem Buch machen sich die Freundinnen Rachel und Allison auf eine Reise in das fremde, irreale Herz Großbritanniens. Irreal, befremdlich - genauso wird diese Reise auch! Die Frauen erleben auf ihren Lebenswegen sowohl die gut gestellten, versorgten Kreise als auch die erfolglose, abhängige Bevölkerung. Der Roman blickt so auf die beiden Enden der Gesellschaft: Der Hybris der Reichen stehen die Kümmernisse der Armen gegenüber. Menschen in Extrempositionen an beiden Enden werden beschrieben.
Die Geschichte spielt in Großbritannien, ist aber in jedes westlich wohlversorgte Land übertragbar. Das Buch ist eine gute Empfehlung für all jene, die eine Beschreibung extremer Alltagssituationen aushalten können.

Nummer 11,
Jonathan Coe
Folio Verlag 2017, 24 Euro

 

Von der Haustür in den hohen Norden

Buchcover

hk. Die Journalistin Svenja Beller und ihr Freund, der Fotograf Roman Pawlowski hatten eine einfache aber nicht alltägliche Idee für ein Reisebuch: Sie wollten von ihrer Hamburger Wohnung aus zwei Monate zu Fuß „nach Norden“ gehen. Ohne festes Ziel und festgelegte Route. Bepackt nur mit Rucksack und einem Zelt. Auch öffentliche Verkehrsmittel, Hotels und Campingplätze wollten sie meiden. Herausgekommen ist ein Buch über Landschaften und vor allem über Begegnungen mit Menschen. Die einzelnen Etappen ihrer Reise werden bestimmt durch Autofahrer (und Schiffer), die sie ein Stück mitnehmen und durch Menschen, die sie auf ihrem Grundstück zelten lassen oder ihnen gleich bei sich zu Hause ein Bett anbieten: Da ist der Student Micha, in dessen Flensburger Wohngemeinschaft sie unterkommen, und der in einer Wikingerparallelwelt lebt, Björn, der sie in Norwegen zu seiner Tante mitnimmt, oder der Eismann Fred, der sie auf der Inselgruppe der Versteraalen ganz im Norden in seinem Eiswagen mit auf die Verkaufstour nimmt und sie gerade noch rechtzeitig an der Fähre abliefert. Lauter kleine Reportage-Perlen, anschaulich und mit Witz geschrieben, illustriert mit schönen Fotos. Man möchte nach der Lektüre eigentlich gleich selbst den Rucksack packen. Einstweilen ist es in der kalten Jahreszeit aber auch ein gutes Vorlesebuch.

Svenja Beller, Roman Pawlowski, Einfach loslaufen, Dumont, 2017, 22,90 Euro

 

Dat hebbt wi geern

Buchcover

sic. Ein Hamburg-Buch? Ja. Ein Wörterbuch? Irgendwie schon. Ein Bilderbuch? Unbedingt.
Das Büchlein „so un annersrüm – das kleine Hamburg-Buch der Gegensätze“ ist durch und durch bildlich gestaltet. Mit gezeichneten Hamburgensien werden Gegensatzpaare plattdeutscher Vokabeln illustriert. So sehen wir zu den Worten „groot“ und „lütt“ einen hochbeladenen Containerriesen und daneben den kleinen Schlepper. Wir sehen lange HVV-Gelenkbusse und kurze Wasserstoffbusse (lang/kort), die Laeisz-Halle und die Elfi (na, raten Sie mal!). Grafik und Bilder stehen immer in einem augenzwinkernden Zusammenhang mit dem Inhalt. Es macht Spaß, das an zugucken. Die Zeichnungen sind ein wenig kindlich, wie es derzeit Mode ist, besitzen aber durchaus doppelbödige Details. Klang und Emotionalität des Niederdeutschen werden durch die Auswahl der einzelnen Wörter spürbar. Eine hübsche Aufmerksamkeit zu Weihnachten für liebe Menschen.

Tanja Esch, so un annersrüm,
Junius-Verlag, 2017, 12 Euro

 

Erkenntnisgewinn garantiert

Buchcover

sic. Das Hamburger Architektur-Jahrbuch 2017/18, wie immer herausgegeben von der Hamburgischen Architektenkammer und erschienen im Hamburger Junius-Verlag, ist ein gewichtiger, großformatiger Band mit vielen Abbildungen. Wer mit offenen Augen durch Hamburg geht und die Neubauten der vergangenen Jahre betrachtet, wird nicht umhin kommen festzustellen, dass die ästhetische Gestaltung des Buches seinen Gegenstand in so manchem Fall
überflügelt.
Wie immer man zur Hamburger Architektur und Stadtplanung stehen mag, das Jahrbuch bietet unzweifelhaft wichtige Einblicke. Es geht darin nicht nur um die Erläuterung aktueller Bau-Ideen von 2017/18. In interessanten Aufsätzen nehmen sich Fachleute auch bestimmter Themen an, zum Beispiel dem Moschee-Bau und seiner Bedeutung, der Schularchitektur oder der aktuellen Kontroverse um das serielle Bauen. Gerade die thematischen Beiträge bieten in ihrer Zusammenschau neue Perspektiven auf Hamburgs Baukultur.

Architektur in Hamburg, Jahrbuch 2017/18,
Hg. Hamburgische Architektenkammer,
Junius-Verlag, 2017, 39,90 Euro

 

„Ökoroutine“

Ökoroutine

hk. Der Titel „Ökoroutine“ lässt erstmal ein dröges Sachbuch vermuten. Der Autor, Michael Kopatz, ist Wissenschaftler am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie.
Er war 2008 Mitverfasser der Studie „Zukunftsfähiges Hamburg“. Thema des Buches ist die Nachhaltigkeit: Was müssen wir tun oder lassen, um Umweltzerstörung, Ressourcenverschwendung, globale Erwärmung zu stoppen. Was er schreibt ist alles nicht neu, wie der Autor selber sagt. Das Besondere ist, dass nicht Appelle für individuelle Verhaltensänderung im Mittelpunkt stehen. Kopatz beschreibt vielmehr die nötigen strukturellen Maßnahmen und – auch unbequeme – Gesetzesvorgaben als Voraussetzung dafür, dass nachhaltiges Leben zum selbstverständlichen Alltag werden könnte – zur Ökoroutine.
Schon im ersten Kapitel wird klar, dies ist kein dröges Sachbuch. Kopatz wirbt engagiert, mit vielen anschaulichen Beispielen und mit Witz für die Sache. In elf Kapiteln u.a. zu den Themen Essen, Wohnen, Verkehr, Wirtschaft macht er konkrete Vorschläge, wie schon mit vergleichsweise kleinen Fördermaßnahmen und Gesetzesänderungen Schritte zur „Ökoroutine“ gemacht werden könnten. In jedem Abschnitt führt er Beispiele für positive Schritte an, die bei uns oder im Ausland in dieser Richtung schon gemacht wurden. Und er lässt auch keinen Zweifel daran, dass dafür oft gekämpft werden musste und ein langer Atem notwendig war. Man muss nicht alle Vorschläge teilen, die Kopatz macht, ein wichtiger Ansatz ist das Konzept Ökoroutine allemal.
Für die Wilhelmsburger, die nach den Plänen des Senats demnächst die A26 vor ihrer Haustür haben sollen, ist im Besonderen natürlich das Kapitel über den Verkehr interessant. Die Argumente des Bündnisses Verkehrswende gegen die Autobahn finden sich hier wieder, weitere interessante Punkte kommen hinzu: Von der Streichung des Dienstwagenprivilegs, das den Verkauf der meisten Oberklassewagen begünstigt über die Förderung von Carsharing, die Stärkung der Nahversorgung zur Vermeidung unsinniger Ferntransporte bis zum „Gott-sei-bei-uns“ von HVV und Verkehrssenator: dem kostenlosen Bürgerticket. Das Ticket war auch schon der Aufreger in der Studie von 2008.

Ökoroutine, Michael Kopitz, oekom-Verlag, Wuppertal-Institut,
München 2016, 24,95 Euro

 

Rückkehr nach Reims von Didier Eribon

Klaus-D Müller. In Frankreich stehen die Präsidentschaftswahlen an und Marine Le Pen könnte Präsidentin werden. Als Europäer interessiere ich mich für den mir nicht sehr bekannten Nachbarn Frankreich. Ausgiebige Informationen bietet dazu die Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb). Bei dem Versuch die Besonderheiten zu verstehen wird auf
einen Roman verwiesen. Die bpb bietet das Buch auch direkt zum Kauf an.
Der Soziologe Didier Eribon verließ seine Heimat in der Champagne als sehr junger Mann. Der Sohn einer Arbeiterfamilie wurde in Paris zum bekannten Intellektuellen und grenzte sich bewusst von seinem Herkunftsmilieu ab - verleugnete es im Bemühen um soziale Anerkennung sogar. Jahrzehnte später kehrt er in seine Heimatstadt Reims zurück. Dies nimmt er zum Anlass für eine autobiografische Aufarbeitung seiner Lebensgeschichte, die er mit einer soziologischen Analyse seines Herk unftsmilieus verknüpft.
Eine seiner dringlichsten Fragen: War um wenden sich Schichten, die traditionell Wähler linker Parteien und Unterstützer linker Politik waren, nun in großer Anzahl rechtsextremen Kräften wie dem „Front National“ zu? Zwar waren, wie Eribon auch an seiner eigenen Biografie veranschaulicht, Homophobie, Fremdenhass und verfestigte Einstellungen in der Arbeiterschicht und darüber hinaus immer schon latent vorhanden, doch sie dr ückten sich bisher nicht in starkem Zuspruch zu rechtsextremen Kräften aus. Eribon erklärt diesen Umschwung unter anderem mit Klassenunterschieden, veränderten ökonomischen Bedingungen und Versäumnissen linker Politik.
So erlangt seine Gesellschaftsanalyse auch weit über die Grenzen Frankreichs hinaus Gültigkeit. Und richtig: man bekommt eine Vorstellung vom System der schulischen Bildung und warum es nur theoretisch „allen freien Bürgern“ die bestmöglichen Bildungschancen bietet. Also empfohlen für das Bildungssystem und die Klassenunterschiede in Frankreich. Wir erinnern uns an die Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Lizenzausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung
ISBN 978-3-7425-0005-2, 4,50€

www.bpb.de

 

 

Wörter an die Macht

Buch

hk. Vor fünf Jahren erschien schon einmal ein kleines Buch „Wörter an die Macht“. Damals war es das Endprodukt eines Geschichtenseminars mit SchülerInnen von den Elbinseln.
Initiiert vom „Förder werk Elbinseln e.V.“. Das neue Projekt „Wörter an die Macht 2014“ wandte sich an Menschen unterschiedlichen Alters. „Die jüngste Teilnehmerin war 16, der älteste 75 Jahre alt,“ schreiben die Projektleiter Jörg Ehrnsberger und Thorsten Stegemann im Vorwort des Buches. Es gab SchreibanfängerInnen und Profis, geborene und zugezogene WilhelmsburgerInnen. Eine Asylbewerberin musste nach der Hälfte des Projekts ausreisen. Herausgekommen ist eine Sammlung ganz unterschiedlicher Texte vom nüchter nen Bericht über den Nachteinsatz eines Deichwarts bis zur feinen Kurzstory über ein Mädchen, das nicht nein sagen konnte. Es gibt Lustiges: eine Frau von der Bauaufsicht fällt in der Soul-Kitchen-Halle von der Leiter; auf einem Hinterhof spielen die Kinder Zirkus Krone.

Und es gibt Anrührendes: Eine alte Türkin, die so sehr den Garten in ihrem Dorf vermisst, findet per Zufall den interkulturellen Garten. Es gibt Geschichten über Konflikte mit und ohne Happyend, und natürlich gehört eine (Fast-) Kneipenschägerei auch dazu. Die Herausgeber laden die Leser von außerhalb dazu ein, mit dem Buch einen neuen Blick auf die – exotischen – Elbinseln zu entwickeln. Man kann „Wörter an die Macht“ aber auch einfach als gute Geschichten aus dem ganz normalen Leben lesen.

Wörter an die Macht, Hg. Edmund Siemers und Michael Seufert,
Förderwerk Elbinseln e.V.
148 Seiten, 13,50 Euro

 

Neues Buch über Wilhelmsburger Straßen
Überblick, Geschichte und viele Bilder auf 60 Seiten

Reichsstrasse

Die Wilhelmsburger Reichsstraße im Jahr 1952.
Foto: ein

PM. Jugendstilgiebel, stuckverzierte Fassaden, in den Eingängen farbige Kacheln mit maritimen Motiven: Das ist die Fährstraße im Wilhelmsburger Nordwesten - plötzlich durchschnitten von einem Deich. Wie kam das? Geschichte liegt auf der Straße! Man muss sie nur aufheben. Auf den Elbinseln Wilhelmsburg und der Veddel sind es ungeheuer viele Geschichten. Das unterscheidet sie von fast allen Hamburger Stadtteilen.

Das Kuriose: Kaum zu glauben, Passierzettel soll eine Straße sein? Aber es stimmt. Dahinter steht eine fast vergessene Geschichte das Hamburger Hafens: Passierzettel heißt eine kleine Straße auf der Veddel - ein Hinweis auf die direkte Nachbarschaft zum Freihafen, den man nur mit dem besagten Papier betreten durfte.

Das Geläufige: Überall findet man Straßen, die an bedeutende Persönlichkeiten erinnern. Gängig als Namensgeber sind die Vorbesitzer des Geländes, die mit Land- und Grundbesitz Geschichte schrieben. Wie zum Beispiel Georg Wilhelm, Herzog von Braunschweig-Lüneburg, dem nicht nur die Insel, sondern auch eine der Hauptstraßen ihren Namen verdankt.

Das Neue: Wilhelmsburg verändert sich, neue Straßen erzählen neue Geschichten. Etwa die von Dursun Akçam: Nach ihm ist seit 2015 ein Uferweg am Veringkanal benannt. Der türkische Schriftsteller wirkte in Wilhelmsburg lange für das Verständnis zwischen Einheimischen und Migranten.

Geschichte der Inseln erkunden:
Ungewöhnlich viele Straßennamen hier erzählen über frühere Landschaftsformen im
Grenzgebiet zwischen Fluss und Land: Der Name Pollhornbogen zum Beispiel im südwestlichen Gewerbegebiet Wilhelmsburgs geht zurück auf ‚Pullhorn‘: früheres Außengelände vor dem grünen Deich. Horn: Winkel, Ecke. Pull bedeutet Spitze. Pullhorn ist also vielleicht die spitze Ecke einer früheren Insel oder Halbinsel gewesen.

Das Alte: verschwindet. Die Wilhelmsburger Reichsstraße wird würdig verabschiedet…

Auf 60 Seiten bietet das kleine Buch einen aktuellen Überblick über alle Straßen Wilhelmsburgs und der Veddel und ihre Geschichte, reich bebildert mit 100 Fotos aus über 100 Jahren Stadtteilgeschichte. Herausgegeben von der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen, 60 Seiten, 6 Euro.

Erhältlich in der Buchhandlung Lüdemann, im Museum Elbinsel Wilhelmsburg und natürlich in der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg, HONIGFABRIK, Industriestr. 125-131, Tel. 040 42 10 39 15,
www.geschichtswerkstatt-wilhelmsburg.de. Mail: markertm@honigfabrik. de

Buch

 

 

 

 

 

 

 

Käsebier erobert den Kurfürstendamm


sic. Dieses Buch hören Sie beim Lesen. Großstadtlärm, Stille in den Seitenstraßen, den schwungvoll-ungehobelten Gesang des Varietésängers Käsebier, Schritte, Schreibmaschinen, Stimmen ... Und Sie sehen sie vor sich, die unterschiedlichen Menschen: die unglücklich verliebte Redaktionssekretärin, den Untermieter, den Baulöwen, den Bankier und seine Gattin. Sie sehen auch Schreibtische mit mehr oder weniger wichtigen Männern dahinter, den Setzer in seiner Setzerei, armselige Zimmer und prächtige Wohnungen, das billige Varieté und das noble.
Die wiederentdeckte Geschichte vom medial hochgejubelten Sänger Käsebier und allen, die an diesem zweifelhaften Ruhm partizipieren möchten, spielt im Berlin am Ende der Weimarer Zeit. Die Themen der rasanten Geschichte sind aktueller denn je: Es geht um die Definition von „Kunst“, um Prominenz, Stars und Sternchen und um einen mittelmäßigen Unterhalter, der zum Künstler hochgehypt wird. Es geht um den Verlust von Qualitätsjournalismus zugunsten von Wirtschaf tlichkeit, um Wohnungsnot und Wohnungsbau, Abstiegsängste, Verarmung und abgehobene Superreiche.
Das Ganze ist höchst witzig und intelligent erzählt. Die Autorin Gabriele Tergit war Journalistin in Berlin und Deutschlands erste Gerichtsreporterin. Sie schreibt im Reportageton, schnell, farbig, direkt, erweckt mit wenigen Worten ganze Szenerien und Milieus zum Leben. Zwischendrin findet sie fast lyrische Bilder, erinnert darin an ihre Zeitgenossin Mascha Kaléko. Den Grundton bildet eine feine, ironische Distanz.
Grandios sind auch die Dialoge. Über weite Strecken benötigt die Autorin überhaupt keine näheren Beschreibungen des Sprechens, es heißt einfach nur „sagte Margot“ oder „fragte Oberndorfer“, oft noch nicht einmal das. Denn die wörtliche Rede hat bei Gabriele Tergit alles schon in sich, sie charakterisiert die Personen, lebendig und individuell, und den Ton ihrer Unterhaltung.
Allein wegen der wundervollen Sprache, macht es Riesenspaß, dieses Buch zu lesen. Doch auch alle, die einfach nur gute Geschichten wollen, kommen auf ihre Kosten. Denn man wird mitgerissen wie die Figuren selbst, wander durch die unterschiedlichen Großstadtmilieus und bekommt en passant auch eine ganze Menge mit über das Ende der Weimarer Republik.
Als der Roman 1931 herauskam, war er ein großer Erfolg. Gabriele Tergit emigrierte 1933 nach Palästina, zog 1983 nach London, wo sie bis zu ihrem Tod 1982 lebte.

Käsebier erobert den Kurfürstendamm,
Gabriele Tergit,
Schöffling & Co., 398 Seiten, 24,95 Euro

 

 

 

 

 

Club der Töchter*

Buch


pv. Natasha Fennells Mutter kommt schwer erkrankt ins Krankenhaus. Natasha fragt sich, ob sie ihr wohl eine gute Tochter ist. Was möchte sie noch mit ihr unternehmen, ihr sagen oder sie fragen? Ihre Gedanken for muliert sie in einer Kolumne, auf die sie zahlreiche Resonanzen unterschiedlichster Frauen bekommt.
Gemeinsam mit Róisín Ingle gründet Fennells mit neun Frauen den Club der Töchter. Aus diesen Gesprächen entsteht ein Buch, in dem die Frauen über von ihren persönlichen Geschichten und Beziehungen zu ihren Müttern erzählen. Dabei wird schnell klar: Jede von ihnen möchte etwas verbessern, der Mutter Zeit oder Aufmerksamkeit schenken oder Dankbarkeit aussprechen.
Dieses Buch erhält durch die persönlichen Geschichten und Kommentare der Autorinnen einen Sachbuchcharakter. Doch es ist kein Ratgeber mit konkreten Vorschlägen, sondern ein eher individuelles Stimmungsbild jeder der Frauen und ihres Mutter-Tochter-Verhältnisses.
Man liest die Berichte und ist zum Teil erfreut, erschrocken, traurig und tief berührt. „Club der Töchter“ behandelt ein Thema, über das sich vielleicht die meisten Frauen wenig Gedanken machen, das aber fast jede Frau früher oder später beschäftigen wird: War/bin ich meiner Mutter eine gute Tochter? Oder im schlimmsten Fall: Wieso denke ich erst jetzt darüber nach, wo sie tot ist? Ein bewegendes Buch mit unterschiedlichen Aspekten, die man selbst so nicht erlebt haben muss, die aber nachdenken lassen über das eigene Verhältnis zur Mutter.

Natasha Fennell, Róisín Ingle: Club der Töchter,
240 Seiten, Ki-Wi-Verlag, 2016 ,9.99 Euro, ISBN 978-3-462-04873-5

 

Coolman

Coolman und ich. Ab in die Schule!*

sic. Da hat die Jury des Preuschhofpreises tatsächlich ein super Buch auf den 1. Platz gewählt! Die Thematik „Einschulung“ wird hier einfach als Grundlage für eine lustige, anarchische Geschichte über Kinder und Schule genutzt.
Der Ich-Erzähler Kai betritt die neue Institution an der Seite seiner besorgt-aufgeregten Eltern und seines unsichtbaren Kumpels Coolman. Coolman will immer nur Aufmerksamkeit, Spaß und die Bonbons aus Kais Schultüte haben. Die schulischen Abläufe demontiert er nach Herzenslust.
Das macht soviel Spaß, dass auch ErstleserInnen, die ihre Einschulung schon hinter sich haben, das Buch mit Freude lesen können. Auch prima: Sprachlich traut es den ErstleserInnen Einiges zu. Die Sprache ist schlicht und dennoch niveauvoll und niemals gekünstelt kindlich. Auch die Illustrationen sind gelungen. Frech und lebendig, genau hingesehen. Kleine Comic-Elemente sorgen für Bewegung, die Bilder sind bunt, ohne grell zu sein. Die Kombination von Text und Bild ist locker und angenehm anzuschauen.

Rüdiger Bertram/Heribert Schulmeyer: Coolman und ich. Ab in die Schule! Oetinger,
39 Seiten, 7,99 Euro

 

Friedensträume

Traum von Frieden*

pv. Der Junge, der vom Frieden träumte, ist ein Roman, der das Schicksal des jungen Palästinensers Achmed erzählt. Nachdem seine zweijährige Schwester auf einem Minenfeld stirbt und sein Vater unverschuldet inhaftiert wird, kämpft Achmed mit 12 Jahren um das Überleben seiner inzwischen total verarmten Familie. Hochbegabt gewinnt er ein begehrtes Stipendium an einer renommierten jüdischen Universität, studiert, arbeitet unter härtesten Bedingungen und erhält den Nobelpreis für Physik.
Das Schicksal des Protagonisten beginnt ab der ersten Seite und steigert sich bis zur letzten Seite ins Emotionalste. Wie Achmed sein Leben lebt und wie er damit umgeht, ist faszinierend, erschreckend und berührend zugleich. Michelle Cohen Corasanti, Jüdin, Anwältin für Menschen rechte, besuchte die Hebrew University of Jerusalem, wo sie ihren Master in Nahostwissenschaften machte.

Michelle Cohen Corasanti: Der Junge der vom Frieden träumte,
Fischer Verlag 2016, 400 Seiten,
9.99 Euro

 

 


 

 

 

 

 

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