23. Jahrgang,
Ausgabe 11
Nov. / Dez.
2017
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Kultur

Kino-Konzert „Der müde Tod“
Konzert der Kirchdorfer Kantorei
Listen to your Neighbourhood
Offene Chorprobe bei den Inseldeerns
Start ins Albert-Ballin-Jahr
 
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Ballinstadt-Jubiläum
Winter- / Sommerlektüre


Kino-Konzert „Der müde Tod“
Insel-Lichtspiele zeigt Stummfilm mit Saxophon und Orgel

Saxophonspieler

Hans-Christoph Hartmann ist Saxophonist, Diplom-Musikpädagoge
und Aktivist der Hamburger Jazzszene.
Foto: ein

PM. Das Wanderkino Insel-Lichtspiele e.V. und Audio-Obscura setzen ihre Kooperation fort und präsentieren am Sonnabend, 18. November, um 20 Uhr den Stummfilm „Der müde Tod“ (Deutschland 1921, Regie: Fritz Lang) mit jazziger Live-Vertonung in der Paul-Gerhard-Kirche zu Wilhelmsburg.
Zum Film: Das „deutsche Volkslied in sechs Versen“, so der Untertitel, ist die romantischtragische Geschichte einer jungen Frau, die den Ehemann vom Tod zurückfordert. Der Film ist eine Adaption des deutschen Märchens „Der Gevatter Tod“. Fritz Lang rezipiert in diesem Film auch das traumatische Erlebnis des Ersten Weltkriegs, das den Tod „müde“ gemacht habe. Sein Meisterwerk zeichnet sich vor allem durch seine außergewöhnliche Bildsprache aus.
Das expressionistische Spiel mit tiefen, undurchdringlichen Schatten spiegelt das Sujet des Films, die geisterhafte Totenwelt, wider. Eindrucksvoll sind die stilistische Vielfalt und die durch die Rahmenhandlung zusammen gehaltenen Episoden im Orient, im Italien der Renaissance und in China. Aufwändige Spezialeffekte schaffen eine märchenhafte und zugleich abenteuerliche Atmosphäre. „Fritz Langs 1921 gedrehte volksliedhafte, thematisch einfache Parabel von der Liebe, die stärker ist als der Tod, ist in außergewöhnlich ausdrucksstarken Bildern von großer Schönheit. Alle Filmfreunde sollten dieses Werk gesehen haben“ urteilte der Evangelische Filmbeobachter 1969.
Zu den Musikern: Der Pianist und Organist Daniel Stickan beschäftigt sich als einer der wenigen Organisten in Deutschland explizit mit Jazz auf der Orgel. Er ist aus vielen Projekten bundesweit bekannt, wie etwa der Zusammenarbeit mit dem Pianisten Michael Wollny. Hans-Christoph Hartmann ist Saxophonist, Diplom-Musikpädagoge und Aktivist der Hamburger Jazzszene. Er ist Erfinder der Filmreihe „Jazz in Schwarz und Weiß - Konzerte zu Stummfilmen“, in deren Rahmen die Veranstaltung stattfindet.

Ort: Paul-Gerhard-Kirche, Georg-Wilhelm-Straße 121,
Sonnabend, 18. November, 20 Uhr,
Eintritt 10 Euro / ermäßigt 8 Euro.
Weitere Informationen im Internet unter
www.insel-lichtspiele.de.


 

 

 

 

 

 

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Konzert der Kirchdorfer Kantorei
Weihnachtliche Instrumentalmusik in der Kreuzkirche

Kantorei Kirchdorf

Bei dem Konzert der Kantorei können auch Besucher Lieder mitsingen.
Foto: ein

PM. Die Kirchdorfer Kantorei plant wieder ein Konzert zur Advents- und Weihnachtszeit.
Neben der Kantorei wirken das Orchester: „Concertino“ aus Harburg sowie einzelne Solisten mit. Es erwartet Sie Instrumentalmusik, drei Chorsätze aus dem Weihnachtsoratorium, gemeinsames Singen von Advents- und Weihnachtsliedern sowie Texte zum Advent.
Die Gesamtleitung hat Monika Lütgert.

Sonnabend, 16. Dezember, 17 Uhr in der Kreuzkirche,
Eintritt 10 Euro, erm. 7 Euro.

 

 

 

 

 

 

 



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Listen to your Neighbourhood
Einladung zur Werkstatt „48h Wilhelmsburg“

Schaluppe

Die Schaluppe war bei 48h Wilhelmsburg 2017 ein beliebter
Ort für Kulturveranstaltungen.
Fotos: ein

PM. 48h ist ein Festival von der Nachbarschaft für die Nachbarschaft. Wie auch in den vergangenen Jahren möchten wir uns einen Nachmittag Zeit nehmen, um mit allen Akteuren – ob Musikmachende, GastgeberInnen, selbstorganisierte VeranstalterInnen und allen Interessierten aus dem Stadtteil - Pläne für das kommende Jahr zu schmieden.
Weit über 15.000 gezählte Besuche – aber bei weitem keine Großveranstaltung: 63 Orte, quer über die Elbinseln verteilt, hatten eingeladen und es gab etliche Kleinode zu entdecken. Ob Hinterhöfe, Wohnzimmer, Wohnprojekte oder Kirchen, zwischen Containern, auf dem Wasser, an alten Schleusen oder im Schaufenster – Musik (fast) überall. Das war 48h in 2017.

Wie sollen 48h Wilhelmsburg 2018 aussehen? Welchen Schwerpunkt wollen wir setzen? Wo besteht besonderer Entwicklungsbedarf? Was ist uns wichtig?
Was war in den letzten Jahren toll, was vielleicht nicht so? Was gibt es für neue Ideen für Orte, Musiken und Themen?
Wer plant das Programm? Und wie? Grösser, kleiner, genauso?

Das Netzwerk Musik von den Elbinseln lädt am Sonntag, 26. November von 14 bis 18 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg zur traditionellen 48h Werkstatt ein und freut sich auf alle, die wieder Lust haben, an einem gemütlichen November-Sonntagnachmittag mit uns die Weichen für das nächste Festival zu stellen.
Ein weiteres Treffen zum Thema Musik in Wilhelmsburg findet am 21. November um 18 Uhr ebenfalls im Bürgerhaus Wilhelmsburg statt. Bei dem Zirkeltreffen geht es um Musik auf den Elbinseln. In einer großen Runde wurde bereits beim Zirkeltreffen am 27. September am Thema „Musikquartier Elbinseln“ gearbeitet. Daran soll am 21. November angeknüpft werden. Folgende Schwerpunkte wurden dafür definiert: Freiräume für musikalisches Schaffen (welche Räume existieren bereits, was kann bereits genutzt werden? Wo verschwinden Räume, wo entstehen welche?).

 

 


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Offene Chorprobe bei den Inseldeerns

Inseldeerns

Die Inseldeerns singen gemeinsam während
ihrer Probe.
Foto: ein

PM. Unter dem Motto “Singen macht glücklich” boten viele Hamburger Chöre im Monat September einen Tag des offenen Chores an. Bei dem Wilhelmsburger Damenchor, den “Inseldeerns”, war es am 27. September 2017 soweit. Jeder der Lust und Laune hatte, sich einmal gesanglich auszuprobieren und die Atmosphäre einer Chorprobe erleben wollte, war herzlich dazu eingeladen.
Im Gemeindehaus der Kreuzkirche wurden die Gäste von den Inseldeerns und dem Chorleiter Paul Jungeblodt herzlich empfangen. Besonders gefreut haben sich die Sängerinnen des Wilhelmsburger Damenchores über den Besuch von Erika Schulz, der Schatzmeisterin des Hamburger Chorverbandes.
Da der Chorleiter, Paul Jungeblodt, ein paar Tage zuvor Geburtstag hatte, wurde ihm nicht nur in heiterer Stimmung und unter Beifall ein kleines Geschenk überreicht, sondern auch gemeinsam ein Geburtstagsständchen gesungen. In der Pause und nach der Chorprobe trugen bereitgestellte Getränke und ein kleiner Imbiss dazu bei, dass in gelöster Stimmung so einige zwanglose Gespräche geführt wurden.
Insgesamt war es eine eindrucksvolle Chorprobe, die lange in uns nachklingen wird. Die Inseldeerns heißen weiterhin Frauen jeden Alters willkommen. Die Gelegenheit bietet sich das ganze Jahr über, die Sängerinnen bei einer Probe kennen zu lernen und sich selbst einmal auszuprobieren.

Informieren Sie sich im Internet unter www.inseldeerns.de!
Melden Sie sich an und besuchen Sie eine Chorprobe der Inseldeerns.
Geprobt wird mittwochs um 19 Uhr im Gemeindehaus der Kreuzkirche in Wilhelmsburg.

 

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Start ins Albert-Ballin-Jahr
Namensgeber des Auswanderermuseums starb 1918

Ballin

Albert Ballin und die Freiheitsstatue in New York City.
Foto: ein

PM. Am 9. November 1918 starb Albert Ballin, der Namensgeber des Auswanderermuseums Hamburg. Sein Leben hat nicht nur bedeutende Spuren in Hamburg hinterlassen, sondern auch das Geschehen in ganz Deutschland und Europa geprägt. Diesem Schaffen fühlt sich das Auswanderermuseum BallinStadt verpflichtet. Anlässlich seines 100. Todesjahres wird Albert Ballin das Museum noch deutlicher prägen als in den Jahren zuvor. So sind für die kommenden Monate eine Sonderausstellung zum vielschichtigen Leben des berühmten Reeders, Vorträge, Führungen und Sonderveranstaltungen geplant. Den Anfang macht zunächst eine Infobox auf der Webseite der BallinStadt (www.ballinstadt.de), die ab dem 9. November online sein wird. Anekdoten, Erinnerungen, Zeitzeugen und Wegbegleiter Albert Ballins werden hier in den kommenden 365 Tagen ein lebendiges Bild eines Mannes zeichnen, der nicht nur als der Erfinder der Kreuzfahrten und Schöpfer der Auswandererhallen gilt.

Johann Heinrich Graf Bernstorff:
„Die geniale Persönlichkeit war eine der bedeutendsten, wenn nicht die bedeutendste des wilhelminischen Zeitalters.“


Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, als jüngstes von 13 Geschwistern einer dänisch-jüdischen Kaufmannsfamilie, übernahm Albert Ballin schon früh Verantwortung. Nach dem Tod seines Vaters 1874 musste Ballin mit 17 Jahren in die von Ballin sen. gegründete kleine Auswandereragentur Morris & Co. einsteigen. Die Firma vermittelte Auswanderungswilligen Schiffspassagen nach England und weiter nach Nordamerika. Sein früher Geschäftserfolg, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, machte die HAPAG auf ihn aufmerksam. 1886 stieg Albert Ballin bei der Reederei ein und baute das Passagegeschäft aus. Bereits 13 Jahre später wurde er Generaldirektor des Unternehmens. Auch der Bau der Auswandererhallen auf der Veddel, die 1901 feierlich eröffnet wurden, war sein Verdienst.
Sein Konzept, zur besseren Schiffsauslastung im Winter Kreuzfahrten ins Mittelmeer und später auch zu anderen Zielen anzubieten, hatte ebenfalls großen Erfolg. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere machte Ballin die HAPAG zur größten Reederei der Welt.
Als begnadeter Geschäftsmann, Diplomat und Mensch hochgeachtet, gleichzeitig als „Kaiserjude“ verspottet, blieb er mit seiner ungewöhnlichen und vielschichtigen Persönlichkeit immer auch ein ruheloser Außenseiter. Er sah früh die Katastrophe des Ersten Weltkriegs, die auch zu einer Katastrophe für die HAPAG werden sollte, kommen. Allerdings reichte sein politischer Einfluss nicht aus, Berlin von seiner friedensbedrohlichen und englandfeindlichen Politik abzubringen. Ballin fühlte sein Lebenswerk zerstört – zwei Tage vor Kriegsende, am 9. November 1918, beging er, so nimmt man an, Selbstmord.

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

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Zeichen setzen
Johannes L.M. Koch schafft mit Jugendlichen Kunstprojekt

Skulpturen

Die Winkzeichen vom IBA-Dock aus betrachet:
H A L L O steht dort geschrieben.
Die fünf Skulpturen wurden von Jugendlichen gemacht.

Fotos: han, ipy


ipy. Im Haus der Projekte „die mügge“ hat der Hamburger Künstler Johannes L.M. Koch mit Jugendlichen der Schulen Veddel und Wilhelmsburg eine Skulptur geschaffen. Der Stahlbildhauer hat die Jugendlichen dabei mit grundlegenden Techniken des Metallarbeitens wie u.a. Schweißen, Sägen und Biegen vertrauter gemacht. Die Jugendlichen befinden sich zwischen Schule und Berufsausbildung und können sich nun auch mit dieser Projektarbeit bei möglichen Ausbildungsstellen bewerben. Das Projekt umfasste einen Zeitraum von über sechs Monaten. In dieser Zeit sind Jugendliche, die an dem Projekt beteiligt waren, in Ausbildung gegangen und andere konnten in das Projekt einsteigen.

Nun stehen fünf Skulpturen am Ufer des Müggehafens, die wasserseits Buchstaben im Winkeralphabet der Seeleute zeigen. Die Auseinandersetzung mit Kommunikation und Sprache, Verständigung und die Entschlüsselung von anfänglich ungeübten Symbolen ist der künstlerische Anteil der Stahlkonstruktionen. Hamburg war durch seinen Handel und den Hafen stets ein Schmelztiegel unterschiedlicher Sprachen und andernorts gebräuchlicher Symbole. Und heute stehen auch die Veddel und Wilhelmsburg für Stadtteile des neu Ankommens, neue Symbole und Sprache zu erlernen, lernen zu verstehen und sich verständlich zu machen.

Skulpturen

Am Ufer des Müggehafens kann man sich die Skulpturen aus der Nähe ansehen.

Seit dem 10. Oktober ist das Werk, an dem die Jungs und Mädchen gearbeitet und einige Hürden dabei gemeistert haben, für uns begehbar: in der Packersweide 7.



 

 

 

 

 

 

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Ballinstadt-Jubiläum
Auswanderermuseum erst einmal für weitere zehn Jahre auf der Veddel

Koffer

Sonderausstellung in der Ballinstadt bis zum 3. September 2017:
„Bin Abgereist – Koffergeschichten“.

Foto: MG

MG. Viele glaubten vor zehn Jahren nicht an eine langfristige Perspektive für das Auswanderermuseum auf der Veddel und es sah auch nicht immer gut aus für das Erlebnismuseum, das ohne öffentliche Zuschüsse zum laufenden Betrieb überleben muss. Jetzt sieht es gut aus und im vorigen Jahr wurde der Vertrag mit der Stadt Hamburg für weitere zehn Jahre verlängert.
Seit dem Umbau und der Erweiterung im vorigen Jahr wird in der neuen Hauptausstellung die Ein- und Auswanderergeschichte über vier Epochen hinweg bis zur Gegenwart gezeigt. War Deutschland Anfang des 19. Jahrhunderts ein Land, aus dem Menschen vor der Armut flüchteten, so ist es inzwischen zu einem Hoffnungsland für viele Menschen geworden.
Für Jung und Alt gibt es das multimediale und interaktive Spiel „SIMMIGRANT“, das eine ganz persönliche „Auswanderung“ simuliert.
Das Familienforschungszentrum ermöglicht die Suche nach Familienmitgliedern, die ausgewandert sind. Über 5 Millionen Daten wurden digitalisiert. Einmalig ist, dass diese Daten auch die vorherigen Wohnorte der Auswanderer enthalten, was die Suche erleichtert. Das Familienforschungszentrum ist separat zugänglich und kostenlos nutzbar.

 

 

 


 

 

 

 

 

 

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Winter- / Sommerlektüre

„Ökoroutine“

Ökoroutine

hk. Der Titel „Ökoroutine“ lässt erstmal ein dröges Sachbuch vermuten. Der Autor, Michael Kopatz, ist Wissenschaftler am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie.
Er war 2008 Mitverfasser der Studie „Zukunftsfähiges Hamburg“. Thema des Buches ist die Nachhaltigkeit: Was müssen wir tun oder lassen, um Umweltzerstörung, Ressourcenverschwendung, globale Erwärmung zu stoppen. Was er schreibt ist alles nicht neu, wie der Autor selber sagt. Das Besondere ist, dass nicht Appelle für individuelle Verhaltensänderung im Mittelpunkt stehen. Kopatz beschreibt vielmehr die nötigen strukturellen Maßnahmen und – auch unbequeme – Gesetzesvorgaben als Voraussetzung dafür, dass nachhaltiges Leben zum selbstverständlichen Alltag werden könnte – zur Ökoroutine.
Schon im ersten Kapitel wird klar, dies ist kein dröges Sachbuch. Kopatz wirbt engagiert, mit vielen anschaulichen Beispielen und mit Witz für die Sache. In elf Kapiteln u.a. zu den Themen Essen, Wohnen, Verkehr, Wirtschaft macht er konkrete Vorschläge, wie schon mit vergleichsweise kleinen Fördermaßnahmen und Gesetzesänderungen Schritte zur „Ökoroutine“ gemacht werden könnten. In jedem Abschnitt führt er Beispiele für positive Schritte an, die bei uns oder im Ausland in dieser Richtung schon gemacht wurden. Und er lässt auch keinen Zweifel daran, dass dafür oft gekämpft werden musste und ein langer Atem notwendig war. Man muss nicht alle Vorschläge teilen, die Kopatz macht, ein wichtiger Ansatz ist das Konzept Ökoroutine allemal.
Für die Wilhelmsburger, die nach den Plänen des Senats demnächst die A26 vor ihrer Haustür haben sollen, ist im Besonderen natürlich das Kapitel über den Verkehr interessant. Die Argumente des Bündnisses Verkehrswende gegen die Autobahn finden sich hier wieder, weitere interessante Punkte kommen hinzu: Von der Streichung des Dienstwagenprivilegs, das den Verkauf der meisten Oberklassewagen begünstigt über die Förderung von Carsharing, die Stärkung der Nahversorgung zur Vermeidung unsinniger Ferntransporte bis zum „Gott-sei-bei-uns“ von HVV und Verkehrssenator: dem kostenlosen Bürgerticket. Das Ticket war auch schon der Aufreger in der Studie von 2008.

Ökoroutine, Michael Kopitz, oekom-Verlag, Wuppertal-Institut,
München 2016, 24,95 Euro

 

Rückkehr nach Reims von Didier Eribon

Klaus-D Müller. In Frankreich stehen die Präsidentschaftswahlen an und Marine Le Pen könnte Präsidentin werden. Als Europäer interessiere ich mich für den mir nicht sehr bekannten Nachbarn Frankreich. Ausgiebige Informationen bietet dazu die Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb). Bei dem Versuch die Besonderheiten zu verstehen wird auf
einen Roman verwiesen. Die bpb bietet das Buch auch direkt zum Kauf an.
Der Soziologe Didier Eribon verließ seine Heimat in der Champagne als sehr junger Mann. Der Sohn einer Arbeiterfamilie wurde in Paris zum bekannten Intellektuellen und grenzte sich bewusst von seinem Herkunftsmilieu ab - verleugnete es im Bemühen um soziale Anerkennung sogar. Jahrzehnte später kehrt er in seine Heimatstadt Reims zurück. Dies nimmt er zum Anlass für eine autobiografische Aufarbeitung seiner Lebensgeschichte, die er mit einer soziologischen Analyse seines Herk unftsmilieus verknüpft.
Eine seiner dringlichsten Fragen: War um wenden sich Schichten, die traditionell Wähler linker Parteien und Unterstützer linker Politik waren, nun in großer Anzahl rechtsextremen Kräften wie dem „Front National“ zu? Zwar waren, wie Eribon auch an seiner eigenen Biografie veranschaulicht, Homophobie, Fremdenhass und verfestigte Einstellungen in der Arbeiterschicht und darüber hinaus immer schon latent vorhanden, doch sie dr ückten sich bisher nicht in starkem Zuspruch zu rechtsextremen Kräften aus. Eribon erklärt diesen Umschwung unter anderem mit Klassenunterschieden, veränderten ökonomischen Bedingungen und Versäumnissen linker Politik.
So erlangt seine Gesellschaftsanalyse auch weit über die Grenzen Frankreichs hinaus Gültigkeit. Und richtig: man bekommt eine Vorstellung vom System der schulischen Bildung und warum es nur theoretisch „allen freien Bürgern“ die bestmöglichen Bildungschancen bietet. Also empfohlen für das Bildungssystem und die Klassenunterschiede in Frankreich. Wir erinnern uns an die Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Lizenzausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung
ISBN 978-3-7425-0005-2, 4,50€

www.bpb.de

 

 

Wörter an die Macht

Buch

hk. Vor fünf Jahren erschien schon einmal ein kleines Buch „Wörter an die Macht“. Damals war es das Endprodukt eines Geschichtenseminars mit SchülerInnen von den Elbinseln.
Initiiert vom „Förder werk Elbinseln e.V.“. Das neue Projekt „Wörter an die Macht 2014“ wandte sich an Menschen unterschiedlichen Alters. „Die jüngste Teilnehmerin war 16, der älteste 75 Jahre alt,“ schreiben die Projektleiter Jörg Ehrnsberger und Thorsten Stegemann im Vorwort des Buches. Es gab SchreibanfängerInnen und Profis, geborene und zugezogene WilhelmsburgerInnen. Eine Asylbewerberin musste nach der Hälfte des Projekts ausreisen. Herausgekommen ist eine Sammlung ganz unterschiedlicher Texte vom nüchter nen Bericht über den Nachteinsatz eines Deichwarts bis zur feinen Kurzstory über ein Mädchen, das nicht nein sagen konnte. Es gibt Lustiges: eine Frau von der Bauaufsicht fällt in der Soul-Kitchen-Halle von der Leiter; auf einem Hinterhof spielen die Kinder Zirkus Krone.

Und es gibt Anrührendes: Eine alte Türkin, die so sehr den Garten in ihrem Dorf vermisst, findet per Zufall den interkulturellen Garten. Es gibt Geschichten über Konflikte mit und ohne Happyend, und natürlich gehört eine (Fast-) Kneipenschägerei auch dazu. Die Herausgeber laden die Leser von außerhalb dazu ein, mit dem Buch einen neuen Blick auf die – exotischen – Elbinseln zu entwickeln. Man kann „Wörter an die Macht“ aber auch einfach als gute Geschichten aus dem ganz normalen Leben lesen.

Wörter an die Macht, Hg. Edmund Siemers und Michael Seufert,
Förderwerk Elbinseln e.V.
148 Seiten, 13,50 Euro

 

Neues Buch über Wilhelmsburger Straßen
Überblick, Geschichte und viele Bilder auf 60 Seiten

Reichsstrasse

Die Wilhelmsburger Reichsstraße im Jahr 1952.
Foto: ein

PM. Jugendstilgiebel, stuckverzierte Fassaden, in den Eingängen farbige Kacheln mit maritimen Motiven: Das ist die Fährstraße im Wilhelmsburger Nordwesten - plötzlich durchschnitten von einem Deich. Wie kam das? Geschichte liegt auf der Straße! Man muss sie nur aufheben. Auf den Elbinseln Wilhelmsburg und der Veddel sind es ungeheuer viele Geschichten. Das unterscheidet sie von fast allen Hamburger Stadtteilen.

Das Kuriose: Kaum zu glauben, Passierzettel soll eine Straße sein? Aber es stimmt. Dahinter steht eine fast vergessene Geschichte das Hamburger Hafens: Passierzettel heißt eine kleine Straße auf der Veddel - ein Hinweis auf die direkte Nachbarschaft zum Freihafen, den man nur mit dem besagten Papier betreten durfte.

Das Geläufige: Überall findet man Straßen, die an bedeutende Persönlichkeiten erinnern. Gängig als Namensgeber sind die Vorbesitzer des Geländes, die mit Land- und Grundbesitz Geschichte schrieben. Wie zum Beispiel Georg Wilhelm, Herzog von Braunschweig-Lüneburg, dem nicht nur die Insel, sondern auch eine der Hauptstraßen ihren Namen verdankt.

Das Neue: Wilhelmsburg verändert sich, neue Straßen erzählen neue Geschichten. Etwa die von Dursun Akçam: Nach ihm ist seit 2015 ein Uferweg am Veringkanal benannt. Der türkische Schriftsteller wirkte in Wilhelmsburg lange für das Verständnis zwischen Einheimischen und Migranten.

Geschichte der Inseln erkunden:
Ungewöhnlich viele Straßennamen hier erzählen über frühere Landschaftsformen im
Grenzgebiet zwischen Fluss und Land: Der Name Pollhornbogen zum Beispiel im südwestlichen Gewerbegebiet Wilhelmsburgs geht zurück auf ‚Pullhorn‘: früheres Außengelände vor dem grünen Deich. Horn: Winkel, Ecke. Pull bedeutet Spitze. Pullhorn ist also vielleicht die spitze Ecke einer früheren Insel oder Halbinsel gewesen.

Das Alte: verschwindet. Die Wilhelmsburger Reichsstraße wird würdig verabschiedet…

Auf 60 Seiten bietet das kleine Buch einen aktuellen Überblick über alle Straßen Wilhelmsburgs und der Veddel und ihre Geschichte, reich bebildert mit 100 Fotos aus über 100 Jahren Stadtteilgeschichte. Herausgegeben von der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen, 60 Seiten, 6 Euro.

Erhältlich in der Buchhandlung Lüdemann, im Museum Elbinsel Wilhelmsburg und natürlich in der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg, HONIGFABRIK, Industriestr. 125-131, Tel. 040 42 10 39 15,
www.geschichtswerkstatt-wilhelmsburg.de. Mail: markertm@honigfabrik. de

Buch

 

 

 

 

 

 

 

*Die Hyäne von Hamburg

Hyäne-Buch


pv. Zwei Tote, acht Schüsse, sechs Projektile. Eine verletzte Zeugin, die mehr gesehen zu haben scheint als sie sagt. Ein myster iöser Kriminalfall für Kommissar Kastrup und seine Kollegen von der Hamburger Kripo: Die „Hyäne“ tötet dem Tod geweihte Junkies, um ihre Identitäten weiterzuverkaufen.
Ein Thriller, der durchaus glaubwürdig in Szene gesetzt ist. In Industriebrachen und Parks, unter anderem in Wilhelmsburg, verankert der Autor seinen Thriller mit präziser Ortskenntnis. Auffällig an diesem Roman ist, dass die eigentliche Handlung in eine Vielfalt von Nebenszenen eingebettet ist. Der Autor thematisiert in diesen Nebenszenen die heimische Bevölkerung, deren politische Situation aber auch persönliche Schicksale.
Immer wieder tauchen Spuren und Verdächtige auf, verschwinden wieder und lassen den Thriller unfertig wirken. Ehlers gelingt es dennoch, den Leser ständig durch einen sachlichen Erzählstil, kombiniert mit Dialogen, in seinen Bann zu ziehen. Er überrascht immer wieder mit neuen Wendungen .
Ein durchaus spannender und unterhaltsamer Krimi.

Die Hyäne von Hamburg,
Jürgen Ehlers,
KBV Verlag, 287 Seiten,
10,95 Euro.

 

 

Mädchenmeute

hk. Erstmal ist „Mädchenmeute“ ein spannendes Jugendbuch. Sieben Mädchen lernen sich kennen als Teilnehmer innen eines Survival-Feriencamps in einem ehemaligen DDR-Pionierlager. Schon am ersten Tag passieren merkwürdige Dinge. Irgendjemand sperrt sie ein, die durchgeknallte Camp-Organisatorin macht sich aus dem Staub. Die Mädchen beschließen, abzuhauen und die zwei Ferienwochen im Erzgebirge zu verbringen. Dort kennt eins der Mädchen, Anuschka, einen verlassenen Bergwerkstunnel, den ihr ihr Großvater einmal gezeigt hat. Auf dem Weg dorthin klauen sie noch ein Hundefängerauto im guten Glauben, die Hunde vor dem sicheren Tod zu retten.
Es folgen zwei Wochen voller Abenteuer, Freiheit, Streitereien und Freundschaft und kleinen Tragödien. Zum glücklichen Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, ein Mädchen muss ins Krankenhaus, sie entdecken, wer die ganze Zeit hinter ihnen her spioniert hat, und kommen nebenbei in dem Tunnel dem finsteren Geheimnis des besagten Großvaters auf die Spur.
Die sieben Mädchen sind dabei eine bunte Truppe von ganz unterschiedlichen Charakteren. Vom 12-jährigen Küken Antonia bis zur Ältesten, Anuschka, die zur Not glaubhaft eine Junglehrerin mimt. Von der Anführerin, der rebellischen Bea, die im Stehen vom Dach pinkelt – „Mädchen können alles“ – bis zur schüchternen Ich-Erzählerin Charly, die im Lauf der zwei Wochen immer mutiger wird.
Und man merkt der Schilder ung an, wie sympathisch die Figuren und ihr Abenteuer der Autorin Kirsten Fuchs sind.
Was dieses Jugendbuch besonders macht, ist der Stil. Kirsten Fuchs ist prominentes Mitglied der Berliner Lesebühnenszene und eine preisgekrönte Satirikerin. Sie schreibt in einer oft schnodderigen Alltagssprache, voller Witz und mit umwerfend komischen Bildern. An einer Stelle sagt die schüchter ne Charlotte: „Ich spuckte auf den Boden. Nie würde ich mir das wieder nehmen lassen. Ich war dürr – na und? Ich war langsam ¬ leck mich! Meine Nase sah aus wie der Griff einer Gießkanne – JAWOLL! So sieht sie aus, diese Nase. Ich habe keine andere.“
Das Buch eignet sich also auch prima zum Vorlesen. Und im nächsten Jahr wird es verfilmt.

Mädchenmeute, Kirsten Fuchs,
Rowohlt Taschenbuch Verlag,
463 Seiten, 9,99 Euro

 

Käsebier erobert den Kurfürstendamm


sic. Dieses Buch hören Sie beim Lesen. Großstadtlärm, Stille in den Seitenstraßen, den schwungvoll-ungehobelten Gesang des Varietésängers Käsebier, Schritte, Schreibmaschinen, Stimmen ... Und Sie sehen sie vor sich, die unterschiedlichen Menschen: die unglücklich verliebte Redaktionssekretärin, den Untermieter, den Baulöwen, den Bankier und seine Gattin. Sie sehen auch Schreibtische mit mehr oder weniger wichtigen Männern dahinter, den Setzer in seiner Setzerei, armselige Zimmer und prächtige Wohnungen, das billige Varieté und das noble.
Die wiederentdeckte Geschichte vom medial hochgejubelten Sänger Käsebier und allen, die an diesem zweifelhaften Ruhm partizipieren möchten, spielt im Berlin am Ende der Weimarer Zeit. Die Themen der rasanten Geschichte sind aktueller denn je: Es geht um die Definition von „Kunst“, um Prominenz, Stars und Sternchen und um einen mittelmäßigen Unterhalter, der zum Künstler hochgehypt wird. Es geht um den Verlust von Qualitätsjournalismus zugunsten von Wirtschaf tlichkeit, um Wohnungsnot und Wohnungsbau, Abstiegsängste, Verarmung und abgehobene Superreiche.
Das Ganze ist höchst witzig und intelligent erzählt. Die Autorin Gabriele Tergit war Journalistin in Berlin und Deutschlands erste Gerichtsreporterin. Sie schreibt im Reportageton, schnell, farbig, direkt, erweckt mit wenigen Worten ganze Szenerien und Milieus zum Leben. Zwischendrin findet sie fast lyrische Bilder, erinnert darin an ihre Zeitgenossin Mascha Kaléko. Den Grundton bildet eine feine, ironische Distanz.
Grandios sind auch die Dialoge. Über weite Strecken benötigt die Autorin überhaupt keine näheren Beschreibungen des Sprechens, es heißt einfach nur „sagte Margot“ oder „fragte Oberndorfer“, oft noch nicht einmal das. Denn die wörtliche Rede hat bei Gabriele Tergit alles schon in sich, sie charakterisiert die Personen, lebendig und individuell, und den Ton ihrer Unterhaltung.
Allein wegen der wundervollen Sprache, macht es Riesenspaß, dieses Buch zu lesen. Doch auch alle, die einfach nur gute Geschichten wollen, kommen auf ihre Kosten. Denn man wird mitgerissen wie die Figuren selbst, wander durch die unterschiedlichen Großstadtmilieus und bekommt en passant auch eine ganze Menge mit über das Ende der Weimarer Republik.
Als der Roman 1931 herauskam, war er ein großer Erfolg. Gabriele Tergit emigrierte 1933 nach Palästina, zog 1983 nach London, wo sie bis zu ihrem Tod 1982 lebte.

Käsebier erobert den Kurfürstendamm,
Gabriele Tergit,
Schöffling & Co., 398 Seiten, 24,95 Euro

 

*Die Vollpfostenmasche

Vollpfostenmasche


MG. Torsten Hantsch, Verwaltungsangestellter, gesetzestreu und bis vor kurzem mit seiner strengen Mutter zusammen lebend, findet zum Ende seines Jahresurlaubs auf Amrum beim Strandspaziergang einen Feuerlöscher. Er würde ihn gern behalten, will aber vorher wissen, ob er noch in Ordnung ist.
Dazu sucht er den Wartungsdienstmitarbeiter Petter Jensen auf, der sofort erkennt, dass der Löscher kein Löschpulver, sondern kleine weiße Päckchen mit Koks enthält.
Hantsch will sofort zur Polizei aber es kommt immer was dazwischen und schließlich lässt er sich von Jensen überreden, das Rauschgift zu verkaufen. Petter braucht Geld und Hantsch sieht sich schon im Besitz eines alten Opel Diplomats.
Die ganzen Verwicklungen, in die die beiden geraten, sind überraschend und spannend. Wie das ungleiche Duo die brenzlichen Situationen meistert ist ein großer Lesespaß.

Die Vollpfostenmasche,
Ria Klug,
ISBN 978-3-89425 - 451-3,
9,99 Euro

 

 

Buch

Club der Töchter*
pv. Natasha Fennells Mutter kommt schwer erkrankt ins Krankenhaus. Natasha fragt sich, ob sie ihr wohl eine gute Tochter ist. Was möchte sie noch mit ihr unternehmen, ihr sagen oder sie fragen? Ihre Gedanken for muliert sie in einer Kolumne, auf die sie zahlreiche Resonanzen unterschiedlichster Frauen bekommt.
Gemeinsam mit Róisín Ingle gründet Fennells mit neun Frauen den Club der Töchter. Aus diesen Gesprächen entsteht ein Buch, in dem die Frauen über von ihren persönlichen Geschichten und Beziehungen zu ihren Müttern erzählen. Dabei wird schnell klar: Jede von ihnen möchte etwas verbessern, der Mutter Zeit oder Aufmerksamkeit schenken oder Dankbarkeit aussprechen.
Dieses Buch erhält durch die persönlichen Geschichten und Kommentare der Autorinnen einen Sachbuchcharakter. Doch es ist kein Ratgeber mit konkreten Vorschlägen, sondern ein eher individuelles Stimmungsbild jeder der Frauen und ihres Mutter-Tochter-Verhältnisses.
Man liest die Berichte und ist zum Teil erfreut, erschrocken, traurig und tief berührt. „Club der Töchter“ behandelt ein Thema, über das sich vielleicht die meisten Frauen wenig Gedanken machen, das aber fast jede Frau früher oder später beschäftigen wird: War/bin ich meiner Mutter eine gute Tochter? Oder im schlimmsten Fall: Wieso denke ich erst jetzt darüber nach, wo sie tot ist? Ein bewegendes Buch mit unterschiedlichen Aspekten, die man selbst so nicht erlebt haben muss, die aber nachdenken lassen über das eigene Verhältnis zur Mutter.

Natasha Fennell, Róisín Ingle: Club der Töchter,
240 Seiten, Ki-Wi-Verlag, 2016 ,9.99 Euro, ISBN 978-3-462-04873-5

 

Coolman

Coolman und ich. Ab in die Schule!*

sic. Da hat die Jury des Preuschhofpreises tatsächlich ein super Buch auf den 1. Platz gewählt! Die Thematik „Einschulung“ wird hier einfach als Grundlage für eine lustige, anarchische Geschichte über Kinder und Schule genutzt.
Der Ich-Erzähler Kai betritt die neue Institution an der Seite seiner besorgt-aufgeregten Eltern und seines unsichtbaren Kumpels Coolman. Coolman will immer nur Aufmerksamkeit, Spaß und die Bonbons aus Kais Schultüte haben. Die schulischen Abläufe demontiert er nach Herzenslust.
Das macht soviel Spaß, dass auch ErstleserInnen, die ihre Einschulung schon hinter sich haben, das Buch mit Freude lesen können. Auch prima: Sprachlich traut es den ErstleserInnen Einiges zu. Die Sprache ist schlicht und dennoch niveauvoll und niemals gekünstelt kindlich. Auch die Illustrationen sind gelungen. Frech und lebendig, genau hingesehen. Kleine Comic-Elemente sorgen für Bewegung, die Bilder sind bunt, ohne grell zu sein. Die Kombination von Text und Bild ist locker und angenehm anzuschauen.

Rüdiger Bertram/Heribert Schulmeyer: Coolman und ich. Ab in die Schule! Oetinger,
39 Seiten, 7,99 Euro

 

Friedensträume

Traum von Frieden*

pv. Der Junge, der vom Frieden träumte, ist ein Roman, der das Schicksal des jungen Palästinensers Achmed erzählt. Nachdem seine zweijährige Schwester auf einem Minenfeld stirbt und sein Vater unverschuldet inhaftiert wird, kämpft Achmed mit 12 Jahren um das Überleben seiner inzwischen total verarmten Familie. Hochbegabt gewinnt er ein begehrtes Stipendium an einer renommierten jüdischen Universität, studiert, arbeitet unter härtesten Bedingungen und erhält den Nobelpreis für Physik.
Das Schicksal des Protagonisten beginnt ab der ersten Seite und steigert sich bis zur letzten Seite ins Emotionalste. Wie Achmed sein Leben lebt und wie er damit umgeht, ist faszinierend, erschreckend und berührend zugleich. Michelle Cohen Corasanti, Jüdin, Anwältin für Menschen rechte, besuchte die Hebrew University of Jerusalem, wo sie ihren Master in Nahostwissenschaften machte.

Michelle Cohen Corasanti: Der Junge der vom Frieden träumte,
Fischer Verlag 2016, 400 Seiten,
9.99 Euro

 

 


 

 

 

 

 

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