24. Jahrgang,
Ausgabe 6
Juni / Juli
2018
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Aktuell

Menschenrechte in Bewegung!
Nur ein Versehen?
Bestnoten für Wilhelmsburger Pflegeschülerinnen
Hallo Zukunft, was bringst du uns?
Wieder Grünvernichtung auf Wilhelmsburg. Die Abholzungen gehen weiter
 
„Luftkurort Wilhelmsburg“
Ankommen - Helfen
Wichtige Dokumentationen

Menschenrechte in Bewegung!
Die Kulturkapelle im Inselpark lädt zu einer informativen Veranstaltungsreihe ein

Kulturkapelle

Die Kulturkapelle im Inselpark.
Foto: Karin Gerdes

Lina Klingebeil. „Wenn die Rechte von Menschenrechtsverteidiger*innen verletzt werden, sind all unsere Rechte in Gefahr und wir sind alle weniger sicher.“ (Kofi Annan, ehemaliger UN-Generalsekretär)

Vor 70 Jahren verabschiedeten die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Vor 20 Jahren wurde die Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger_ innen verabschiedet.
Der Trägerkreis Lernort KulturKapelle lädt anlässlich dieser Jubiläen zu einer Veranstaltungsreihe in den Inselpark ein. Mit dabei sind unterschiedliche Initiativen zu den Themen „Recht auf Asyl“ und „Bewegungsfreiheit“.

Programm:
Do. 28.06., ab 10 Uhr Schulworkshops: Thema Menschenrechte.
Ab Jg. 7, Dauer 2 bis 3 Std., Anmeldung unter: info@lernort-kulturkapelle.de

Fr. 29.06., 9 bis 19 Uhr Fachtag: Austausch & Vernetzung.
Unkostenbeitrag ab 20 Euro, Anmeldung unter: festival@lernort-kulturkapelle.de
Wir möchten wirksame und Mut machende Initiativen vorstellen. Der anschließende Austausch über unterschiedliche Strategien und Möglichkeiten des Engagements und der Unterstützung soll Platz für neue gemeinsame Ideen geben.
Ein wichtiges Thema vor allem im Hinblick auf 20 Jahre Erklärung zu den Menschenrechtsverteidiger*innen erscheint uns das Thema Kriminalisierung von Aktivist-*innen. Die 1998 von der UN verabschiedete Erklärung erkennt erstmals das Recht an, Menschenrechte zu verteidigen. Doch auch nach 20 Jahren sind Menschenrechtsverteidiger_ innen weltweit weiterhin großen Gefahren ausgesetzt. Staatliche und nichtstaatliche Akteure diffamieren und bedrohen sie aufgrund ihres Einsatzes.
Beteiligte Akteure & Initiativen sind u.a. Alarm Phone, Sea Watch, Die Insel hilft e.V., Queer Refugee Support, Afrique-Europe-Interact, Romani Kafava Wilhelmsburg.


Sa. 30.06.,
12 bis 17 Uhr Sommerfest: Mitmach-Aktionen & Musik.
Wir laden alle Interessierten herzlich zu einem kulturellen Programm ein. Workshops für Kinder und Erwachsene, freie Spielangebote, Musikbeiträge und leckeres Essen warten auf euch!
Informationen über Initiativen und NGOs und deren Aktivitäten zum Thema Menschenrechte, Flucht und Asyl werden auf dem Markt der Möglichkeiten präsentiert.

Weitere Informationen unter:
www.lernort-kulturkapelle.de


 

 

 

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Nur ein Versehen?
Gartenbaurevier Wilhelmsburg fällte und köpfte Bäume im geschützten Biotop an der Bullertwettern

Baumfaellungen

Jörn Frommann (links), Sprecher der CDU im Regionalausschuss, und
Harald Köpke, BUND, bei der Ortsbegehung mit dem WIR am Bullert
.
Foto: sic

sic. In der April-Ausgabe dokumentierte der Inselrundblick mehrere Abholzungen auf Wilhelmsburg. Gezeigt wurde auch ein Foto von Baumfällungen und unsachgemäßem Auf-Stock-Setzen von Weiden und Erlen an der Bullertwettern. Das Bild hatte Harald Köpke vom örtlichen BUND der Zeitung zukommen lassen.
Mittlerweile erfuhren WIR, dass der widerrechtliche Eingriff in die Natur auch andere umtreibt: Der Sprecher der CDU-Fraktion im Regionalausschuss, Jörn Frommann, hatte sich bereits vor Erscheinen der April-Ausgabe im Bauausschuss des Bezirks über den Eingriff am Bullert beschwert.
Worum geht es?
Die Bullertwettern, einer der alten Be- und Entwässerungsgräben der Elbinsel, zweigt von der „Dove Elbe“-Wettern ab und verläuft dann nach Osten. Die angrenzenden Wiesen gelten als landwirtschaftliche Flächen. Die Gehölze südlich der Wettern sind gesetzlich geschützte Biotope, wie die jedermann zugänglichen Karten der Behörde zeigen. Genau dort fanden die Fällungen und Kappungen (nach Ende der gesetzlichen Fällsaison am 28. Februar) statt.

Bei einer gemeinsamen Ortsbegehung mit Jörn Frommann auf Einladung der WIR-Redaktion erläutert Harald Köpke: „In solch ein gesetzlich geschütztes Biotop dürfen Eingriffe nur in begründeten Ausnahmefällen stattfinden. Doch dieses Gebiet ist nicht nur Biotop, sondern es ist zusätzlich Ausgleichsfläche für den Ausbau der Bullertwettern selbst. Hier darf so etwas überhaupt nicht geschehen. Im Gegenteil: Es muss dafür gesorgt werden, dass die Fläche ökologisch noch aufgewertet wird. Davon sehe ich hier überhaupt nichts, stattdessen wurden mehrere Erlen gefällt und die Weiden viel zu weit runtergebrochen.“
„Die Weiden sind völlig unsachgemäß gekappt worden“, bestätigt Frommann bei dem kleinen Rundgang. Köpke ergänzt: „Wenn daraus richtige Kopfweiden werden sollen, bräuchte es in den nächsten Jahren sehr viel regelmäßige Pflege, sonst sind die Reste in spätestens zehn Jahren komplett auseinandergebrochen.“

Die sinnlose Zerstörung hat Jörn Frommann so geärgert, dass er es nicht bei der fruchtlosen Beschwerde im Bauausschuss beließ. „Ich habe dann auf informellem Weg beim Bezirk nachgefragt“, erzählt er. Es stellte sich heraus, dass die Eingriffe vom Gartenbaurevier Wilhelmsburg (einer Abteilung des Bezirks) veranlasst worden sind; Begründung: „vorrangig Sturmschäden“. Laut Auskunft des Bezirks sei dem Gartenbaurevier nicht bekannt gewesen, dass es sich um ein geschütztes Biotop handelte. Und die zuständige Fachbehörde BUE habe erst nachträglich von dem Vorgang erfahren.
Über diese Art des Verwaltungshandelns können Jörn Frommann und Harald Köpke nur den Kopf schütteln. „Warum weiß das Gartenbaurevier nicht, dass es sich um ein Biotop und eine Ausgleichsfläche handelt? Da hätte doch ein Blick in die Karten genügt!“, zürnt Köpke. Und Frommann sagt: „Wir haben eigentlich gute gesetzliche Regelungen für alles, doch die Verwaltung wendet sie viel zu oft nicht an. Das was hier geschehen ist, ist ja kein Einzelfall.“ „Der Bezirk hat eindeutig gegen die Bestimmungen gehandelt“, stimmt Köpke zu. „Das fängt schon damit an, dass er vor dem Eingriff die Fachbehörde hätte fragen müssen.“
Dann hätten die Verantwortlichen eventuell auch erfahren, dass es sich an der Bullertwettern nicht nur um ein Biotop und eine Ausgleichsfläche handelt, sondern dass das Gebiet zusätzlich als Auenentwicklungsbereich „Dove Elbe“-Achse Teil des Hamburger Landschaftsprogramms ist.

Die Begründung „Sturmschäden“ halten Frommann und Köpke im übrigen für äußerst zweifelhaft. „Bei Sturmschäden an ansonsten gesunden Bäumen entfernt man nur die geschädigten Äste“, sagt Köpke. „Hier wurde aber schlicht ein schöner, auentypischer Baumbestand vernichtet.“
„Da ist die Frage nach dem wahren Grund durchaus erlaubt“, meint Frommann. Er wird an der Sache dranbleiben. „Ich möchte wissen, was da wirklich los ist. Und mein Kontakt im Bezirk hat zugesagt, dass sie sich um einen Ausgleich kümmern. Da werde ich auf jeden Fall hinterher sein!“

Baumstumpf

Mehrere Erlen wurden einfach gefällt.
Die Stümpfe zeigen: Sie waren gesund
.
Foto: sic


 

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Bestnoten für Wilhelmsburger Pflegeschülerinnen
Absolventinnen der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand zählen erneut zu den Ausbildungsbesten Hamburgs

Grundmann - Cordes

Lucy Grundmann und Lisa Cordes wurden im Rathaus von Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks als Ausbildungsbeste geehrt.
Foto: Groß Sand

Sarah Sieweke/Groß Sand. Pflegen kann jeder? Von wegen! „Am Patientenbett sind Profis gefragt“, betont Dr. Alex Blaicher, Geschäftsführer des Wilhelmsburger Krankenhauses. „Insbesondere wo, wie bei uns, Menschen mit komplexen Krankheitsbildern versorgt werden, braucht es in der Pflege Spezialistinnen und Spezialisten.“ Entsprechend anspruchsvoll ist die Ausbildung. Absolventin Lisa Cordes bestätigt: „In den drei Jahren wird viel tiefgründiges Wissen vermittelt – ob in Sachen Anatomie, Krankheitslehre oder auch Kommunikation.“
Am vergangenen Mittwoch tauschte Lisa Cordes die weiße Berufskleidung gegen schicke Abendgarderobe. Unter anderem mit ihrer ehemaligen Mitschülerin und heutigen Kollegin Lucy Grundmann war sie ins Hamburger Rathaus geladen. Jährlich werden hier die Ausbildungsbesten der Pflegeberufe geehrt. Seit dem ersten Empfang dieser Art im Jahr 2010 sind die Absolventinnen und Absolventen der Wilhelmsburger Pflegeschule vertreten. Schulleiterin Mirjam Mikoleit freut sich: „Wir sind sehr stolz auf die Leistungen unserer Schülerinnen und Schüler – und natürlich auch auf diesen wiederkehrenden Beleg für die hohe Ausbildungsqualität an unserer Schule.“

Für Groß-Sand doppelt erfreulich: Lucy Grundmann und Lisa Cordes gehören nach wie vor zum Klinik-Team. Lucy Grundmann hat ihren Platz in der Notaufnahme gefunden. „Ich fand den Funktionsbereich schon immer spannend. Hier arbeitet man als Krankenschwester sehr medizinisch.“ Lisa Cordes arbeitet gern mit älteren Menschen – und ist auf der geriatrischen Station G3 im Einsatz. „Neben der medizinischen Versorgung kommt der aktivierend-therapeutischen Pflege bei komplex erkrankten geriatrischen Patienten eine große Rolle zu – für mich eine gute Mischung.“ Je nach den eigenen Interessen stehen examinierten Pflegekräften also alle Türen offen. Sorgen um den Arbeitsplatz? Perspektivlosigkeit? In der Pflege keine Themen. Im Gegenteil: Die Kliniken ringen um Verstärkung und bieten vielfältige Möglichkeiten zur Weiterbildung. Denn in Deutschland sind Tausende Pflegestellen unbesetzt. Für die Schulen ist es nicht leicht, junge Menschen für den Beruf zu begeistern. „Die Pflege braucht einen Image-Wandel. Kaum jemand weiß, wie anspruchsvoll und spannend der Beruf wirklich ist“, sagt Lisa Cordes. Ihre Kollegin Lucy Grundmann hat eine Idee: „Erstmal sollten wir uns selbst anders sehen. Wir müssen stolz auf unseren Beruf sein – und gemeinsam selbstbewusst auftreten. Dann können wir andere begeistern!“

 

 

 

 

 


 

 

 

 


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Hallo Zukunft, was bringst du uns?
Inselkonferenz des Bürgerhauses am 22. Juni 2018

Inselkonferenz

Ein „Perspektiven“-Workshop im Bürgerhaus.
Foto: Jo Larsson

PM/Büwi. Unsere Nachbarschaften entwickeln sich ständig weiter. An vielen Stellen wird gemacht, geplant, gebaut. Einiges davon ist schon sichtbar, andere Prozesse entwickeln sich langsam und über Jahrzehnte hinweg. Um den Blick auf die übergreifenden Themen zu werfen, gibt es die „Inselkonferenz“. Hier geht es um konkrete Planungen ebenso wie Visionen und Ideen für die Gestaltung des Zusammenlebens auf den Elbinseln: Wie geht es weiter mit Mobilität und Verkehr, Kultur und Miteinander, Grün- und Naturflächen u.v.m.?
Hier findet ihr Raum für eure Ideen und Anliegen: Ihr möchtet zum Beispiel einen Workshop zu einem Thema organisieren? Braucht ein Podium? Raum für eine Kunstaktion im Kontext „Stadt“? Willkommen bei unserem „Markt der Möglichkeiten“ auf der Inselkonferenz! Die Inselkonferenz soll Ort des Austausches, der Vernetzung, des einfallsreichen Umgangs mit Fragen zur Stadtteilentwicklung sein.

„Perspektiven! – miteinander planen für die Elbinseln“ setzt sich dafür ein, dass sich in die Entwicklung in Wilhelmsburg und auf der Veddel möglichst alle einschalten können. Zuletzt hat „Perspektiven!“ dazu die Beteiligungsverfahren zu den Bauvorhaben in den IBA-Gebieten „Spreehafenviertel“, „Elbinselquartier“ und „Rathausviertel“ organisiert, ebenso zur Autobahn A26-Ost. Die Rückmeldungen von Bürger*innen und auch die sichtbar gemachten Streitpunkte zeigen: Die Planungen werfen viele Fragen zur Zukunft unserer Nachbarschaften auf, die oft über die einzelnen Planungsgebiete hinausgehen.
Als Veranstaltung mit dem Bezirksamt Hamburg-Mitte ermöglicht die Inselkonferenz Diskussionen mit Fachleuten aus Behörden, Fachämtern, Politik, städtischen Unternehmen, Landesbetrieben, Wohnungswirtschaft u.v.m. Vom Bezirksamt
gibt es Rückmeldungen zu bisherigen Beteiligungsergebnissen.

Inselkonferenz von „Perspektiven“/
Bürgerhaus: 22.6.2018 ab 14.30 Uhr
Nächstes Vorbereitungstreffen: 23.5. im Café Nova (Veddel) um 18.30 Uhr
Beitrag zum Markt der Möglichkeiten anmelden: perspektiven-elbinseln@buewi.de

 

 

 

 

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Wieder Grünvernichtung auf Wilhelmsburg. Die Abholzungen gehen weiter

Bullertweg

Am Bullertweg (1). Foto: ein

MG/sic. Die Umweltzerstörung auf den Elbinseln geht weiter. Trotz aller Proteste wird weiter gefällt.
Ein krasses Beispiel (Foto 1) hat am Bullertweg stattgefunden (der Bullertweg zweigt in Georgswerder nach Osten von der Kirchdorfer Straße ab). Hier hat jemand in dem kleinen Wäldchen viele Bäume gefällt und viele andere geköpft (z.T. auch noch sehr unsachgemäß). Das Gebiet um den Bullertweg herum ist im Landschaftsprogramm der Hansestadt Hamburg als Auenentwicklungsraum ausgewiesen. Es ist ein geschütztes Biotop, das eine Ausgleichsfläche für den Ausbau der Bullertwettern war.

Dratelnstr.

An der Dratelnstraße (2). Foto: MG

Auch an der Dratelnstraße (Foto 2), vor der Berufsschule, wurden Bäume gefällt. Im Zuge der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße wird in den nächsten Jahren nicht nur das Grüne Band durch Wilhelmsburg, das sich an der bestehenden Reichsstraßentrasse entlang zieht, vernichtet werden. Auch zwischen der neuen und der alten Trasse werden schon mal alle Bäume gefällt. Und an der Baustelle der neuen Trasse ist überhaupt kein Grün mehr zu sehen, sondern nur noch Lärmschutzwände. Die helfen zwar ein wenig gegen den Verkehrslärm, absorbieren aber keinen Feinstaub.

Fährstieg

Am Fährstieg (3). Foto: Angelica Madaus

In einem Handstreich weggebaggert wurde auch die Magerrasenfläche am Fährstieg (Foto 3), also das, was davon noch übrig war, seit die HPA einen ersten Teil an RollsRoyce verscherbelt hat. Dort, hört man, soll ein Containerlager hin. Tschüss Erdbienen - endgültig!

 


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„Luftkurort Wilhelmsburg“
Grenzwerte werden an viel zu vielen Tagen überschritten.
Es gibt ein Grundrecht auf saubere Luft – und das ist einklagbar!

Diskussion

Auf dem Podium diskutierten (von links):
Christian Völker („Tschüss Kohle“),
Jochen Klein („Engagierte Wilhelmsburger“),
Norbert Neuburger (Kardiologe und Umweltmediziner)
und Malte Siegert (NABU).
Ganz rechts Moderator Hartmut Sauer.
Foto: MG

MG. Bürgermeister a.D. Olaf Scholz hatte gesagt: „Wilhelmsburg ist hafennah, da müssen größere Belastungen hingenommen werden.“ Dies fand Hartmut Sauer in seiner Einleitung zum Pegelstand nicht hinnehmbar. Menschen dürften nicht durch Umweltbelastungen gesundheitlich eingeschränkt werden und eine kürzere Lebenserwartung haben.
In der Honigfabrik diskutierten am 5. April Jochen Klein von den Engagierten Wilhelmsburgern, Malte Siegert, Leiter der Umweltpolitik beim NABU, Dr. Norbert Neuburger, Kardiologe und Umweltmediziner aus Wilhelmsburg und Christian Völker, Initiative „Tschüss Kohle“ über Ursachen, Auswirkungen und Vermeidungsstrategien der Luftverschmutzungen auf Wilhelmsburg.
Malte Siegert freute sich, wieder hier zu sein, er war als Experte bereits beim Pegelstand im Februar „Was bleibt von der grünen Insel im Fluss?“ dabei. Dann nutzte er seine 15 Minuten Redezeit, um im Schnelldurchlauf an Hand von Folien die bisher allgemein wenig bekannten Ausmaße der Belastungen durch die Schifffahrt darzustellen. Diese ist der größte Emittent von Stickoxiden, Schwefel und Ruß, noch vor dem Straßenverkehr (s. Grafik). Auf die Schifffahrt könnte Hamburg direkten Einfluss nehmen durch Verlagerung der Hafenverkehre von der Straße (täglich 3000 LKW im Hafen) auf Wassertaxis sowie Anreize für die Seeschifffahrt durch Nachlässe für umweltfreundlichere Energienutzung und Anschluss an Landstrom im Hafen.
Hamburg scheut solche Maßnahmen aus Angst, dass die Schiffe dann andere Häfen anlaufen. Aber zum Beispiel geben die Kreuzfahrer zwar viel Geld für ihre Reise aus, an Land profitiert die Wirtschaft aber kaum. Direkten Einfluss hätte die Stadt auf den Einbau von Katalysatoren und Filtern bei den Hafenfähren. Auf jeden Fall gibt es zu wenig Messstationen und sie stehen nicht an den richtigen Stellen. Im Hafen wird von der Behörde gar nicht gemessen.
Die gesetzlichen Grenzwerte in der EU sind ca. doppelt so hoch wie die von der Weltgesundheitsorganisation festgesetzten. Jochen Klein erklärte, dass Versuche der EU, die Grenzwerte an die der WHO anzupassen gescheitert sind. Er verwies auf das Projekt, Feinstaub mit einem selbst gebauten Gerät zu messen (s. Kasten). Die Daten können über WLAN in das deutschlandweite Netz eingespeist werden. Im Gegensatz zur Nordseite der Elbe ist das Netz im Süden noch sehr dünn. Barbara Kopf vom Freizeithaus Kirchdorf-Süd schlug vor, ein Netzwerk an Schulen z. B. Im Physikunterricht aufzubauen: „Kinder sind besonders betroffen – Es macht Spaß zu messen!“

Die Luft kann nur besser werden, wenn die Verbrennung fossiler Brennstoffe reduziert wird. Christian Völker stellte die Initiative „Tschüss Kohle“ vor, die auch von Zukunft Elbinsel e. V. unterstützt wird. Er verwies auf das Verfassungsrecht der Volksgesetzgebung. „Tschüss Kohle“ sammelt z. Z. Unterschriften für den Klimaschutz. In ihrem Gesetzesvorschlag steht, dass für Kohlewärme keine Einspeisungsleitungen mehr genehmigt werden dürfen. Im Jahre 2025 soll dann keine Wärme aus Kohle mehr produziert werden und 2030 sollen die Kohlekraftwerke ganz abgeschaltet werden.
Leider würde allerdings wohl nach Beendigung der Kohleverbrennung während einer Übergangszeit Erdgasverbrennung nötig.
Bereits 2008 hatte sich die Wilhelmsburger Ärzteschaft mit einem Appell (s. www.zukunft-elbinsel.de) zur gesundheitlichen Situation auf der Elbinsel geäußert und ihr NEIN zum geplanten Kohlekraftwerk in Moorburg bestätigt. Norbert Neuburger verwies auf die gesundheitlichen Risiken: Verschlechterung von Bronchitis, Asthma, Diabetes, Bluthochdruck bei Schwangeren und auch bei Demenz gibt es einen Zusammenhang. Grundsätzlich sei jeder Feinstaub gesundheitsschädlich, deshalb müssten die Grenzwerte runter!
In der Diskussion mit dem Publikum wurde bestätigt, dass Umweltsenator Kerstan macht, was er machen kann. Aber die Umweltbehörde hat keine große Hausmacht und in Hamburg hat der Hafen Vorrang.
Konkrete Forderungen für die Elbinseln wurden auf dieser Veranstaltung noch nicht formuliert, aber es wird weitere Veranstaltungen zu diesem Thema geben.

Workshop zum Bau von Sensoren zur privaten Feinstaubmessung
Die Engagierten Wilhelmsburger bieten am 29. Mai um 19 Uhr im Bürgerhaus, Raum 011, einen weiteren Workshop an. Materialkosten 45 Euro,
Anmeldung erbeten unter: info@dieengagierten-wilhelmsburger.de oder bei Jochen Klein unter 040/75 49 005 oder jochen.kleinlive.de

Luftreinhaltung

Das Diagramm zeigt Luftschadstoffquellen im Vergleich - Stickoxidemissionen in Hamburg.
Am meisten produziert der Schiffsverkehr. Die gesamte Power-Point- Präsentation von
Malte Siegert finden Sie auf www.inselrundblick.de
. Diagramm: NABU


 

 

 

 

 

 

 

 

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Ankommen - Helfen

Behördeninitiative „Neuenfelder Straße Hilft“
Weltcafé: Neuenfelder Straße 19 (in der Behörde), jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr.
Es werden Gesprächs- und Spielgruppen angeboten.

Koordination sozialräumliche Integration von Flüchtlingsunterkünften
Flavia Suter, Fachamt Sozialraummanagement
Bezirksamt Hamburg-Mitte, Klosterwall 4,
20095 Hamburg, Tel.: 428542397,
Mail: flavia.suter@hamburg-mitte.hamburg.de

Jobs, Qualifizierung, Berufseinstieg
Marktplatz der Begegnungen
7. September 2017, 9.30 – 12 Uhr, Handwerkskammer Hamburg, 3. Etage, Holstenwall 12, 20355 Hamburg,
Hamburger Messe zur Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt. Angesprochen sind in erster Linie volljährige, nicht schulpflichtige Geflüchtete mit guter Bleibeperspektive, die sich bereits etwas auf Deutsch verständigen können oder gute Englischkenntnisse mitbringen.
Formlose Anmeldung per E-Mail bis zum 1. September 2017 an britta.wilken@hwk-hamburg.de (eine Angabe der Teilnehmer-Anzahl genügt).

Ratgeber
HVV-Broschüren für Geflüchtete
Der Hamburger Verkehrsverbund bietet Info-Broschüren in den Sprachen Deutsch/Englisch/Arabisch/Farsi.
Die Information zu dem HVV-Abo auch in Tigrinya unter http://www.hvv.de/pdf/service/downloads/hvv_how-to-travelby-hvv_flyer.pdf oder
http://www.hvv.de/pdf/service/downloads/hvv_abo_in_fuenf_sprachen.pdf
oder http://www.hvv.de/pdf/service/ downloads/hvv_mobilitaetsberatung_fluechtlinge.pdf

Gewaltschutz für Frauen
Schutz und Sicherheit vor Gewalt für geflüchtete Frauen und Jugendliche in Deutschland.
Kostenlose Broschüren unter www.mimi-bestellportal.de


Baderegeln
in verschiedenen Sprachen unter https://www.dlrg.de/presse/pm-baderegeln.html

 

Die Insel Hilft e. V. ...
... berichtet aus den Gruppen

Klönschnack mit Ralf an jedem zweiten Donnerstagabend im Wechsel mit dem Tandem-Treffen

... freut sich über
- Freiwillige für die Organisation von Sportangeboten,
- HelferInnen für die Öffentlichkeitsarbeit,
- Interessierte für Tandem-Partnerschaften.
- HelferInnen für Hausaufgabenhilfe
Inselhaus, Erlerring 1, 21109 Wilhelmsburg (Kirchdorf-Süd)
Tel. 35 62 86 67,
Mail: mail@inselhilfe.org
Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag, 11 bis 14 Uhr.
Mehr auf: www.inselhilfe.org

 

 

 

 

 

 



 

 

 

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Wichtige Dokumentationen

A26 - Finkenriek - Kornweide Präsentation < mehr

Informationen für Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien < mehr

Erklärung von Mitwirkenden des Initiativen-Netzwerkes Elbinseln zur Planungswerkstatt „Zukunftsbild Elbinseln 2013+“ am 22.2.2013 < mehr

Geruchsbelästigung durch Norddeutsche Ölwerke etc.: hier das NOW-Gutachten vom TÜV Nord vom 13.02.2009

Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße:< Schreibens des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwickluing vom 16.09.2011

Bildungszentrum Tor zur Welt, Krieterstraße: < Lageplan

Landschaftsschutzgebiet Wilhelmsburg < mehr

Spreehafen-Präsentation < mehr

WIR-Inselrundblick - Zeitplan 1994 - 09/2014 < mehr

Kleinanzeigen-Formular für WIR-Zeitung < mehr

 

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