22. Jahrgang,
Ausgabe 12
Dez / Jan.
2016 / 2017
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Aktuell

Die evangelischen Kirchen informieren
Nach dem Funktionsplan folgen die Bebauungspläne
A26-Ost: Bundesverkehrswegeplan im Bundestag beschlossen
Projekte für eine sichere, gesunde, fahrrad- und menschenfreundliche Stadt
IG-Reiherstieg-Spende für die „Lichtinsel“
Austherapiert?
Endlich! – Die Baugenehmigung ist da, InselArche
Ankommen - Helfen - Spendenaufruf
Wichtige Dokumentationen

Die evangelischen Kirchen informieren
Gottesdienste am Heiligen Abend

• Kirchengemeinde Kirchdorf:

St. Raphael-Kirche:
15 Uhr, Familiengottesdienst mit Krippenspiel (Dn. Edelbluth).
17 Uhr, Gottesdienst zum Heiligen Abend (P. Osterwald).

Kreuzkirche Kirchdorf:
14.30 Uhr, Familiengottesdienst mit Krippenspiel (Frau Schwabe).
16.30 Uhr, Gottesdienst zum Heiligen Abend (Pn. Blös).
18.30 Uhr, Gottesdienst zum Heiligen Abend (Pn. Blös; mit Kirchdorfer Kantorei).
23 Uhr, Gottesdienst zum Heiligen Abend (P. Osterwald).

• Reiherstieg-Kirchengemeinde:
Emmauskirche:
15 Uhr (!), Familiengottesdienst mit Krippenspiel (Rel.-päd. Lili Stulberg, P. Falke; mit Posaunenchor).
17.30 Uhr, Gottesdienst zum Heiligen Abend (P. Schmidt; mit Marion Hellerich, Blockflöte).

Paul-Gerhardt-Kirche
:
16 Uhr, Familiengottesdienst mit Krippenspiel (Frau Hackelbörger, P. Schmidt).


Seit 1. Advent: Gemeinden Kirchdorf und Reiherstieg gemeinsam online www.kirche-wilhelmsburg.de
Das Online-Angebot ist für alle da, nicht nur für unsere 9000 Gemeindeglieder.
Die Website informiert über alle Aktivitäten und Themen rund um die Kirche auf Wilhelmsburg. Schauen Sie rein!

 

 


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Nach dem Funktionsplan folgen die Bebauungspläne
Das neue Wilhelmsburger Rathausviertel (Dratelnstraße) nimmt Gestalt an

Luftbild Dratelnstrasse

Innerhalb der gestrichelten Linie: Bebauungsgebiet Rathausviertel.
Grafik: IBA GmbH

MG. Im Januar 2016 berichteten wir, dass das Architekturbüro „DeZwarteHond“, Rotterdam, zusammen mit den Landschaftsarchitekten „RMP Stephan Lenzen“, Sieger im Wettbewerb „Wohnen für alle – mitten in Wilhelmsburg“ wurden.
Was hat sich seither getan? Dass das die Bürger interessiert, zeigte der mehr als volle kleine Saal am 24. November 2016 im Bürgerhaus. Karen Pein, Geschäftsführerin der IBA GmbH, wollte wissen, woher die BesucherInnen kämen. Berufliche Gründe gaben ca. 10 Leute an und 5 BesucherInnen bekundeten Interesse, dort zukünftig zu wohnen. Die meisten BesucherInnen wohnen auf den Elbinseln.
Gertie Theis, Projektkoordinatorin bei der IBA GmbH, nahm in ihrer Power Point-Präsentation die BesucherInnen mit auf einen Spaziergang durch das Viertel und erläuterte einzelne Teilgebiete. Die Pläne haben sich seit Januar 2016 weiter entwickelt. So wurde eine Schule gefordert, die jetzt im Norden des Projektgebietes angesiedelt werden soll. Auch mit den Firmen im Dreieck Drateln-/Mengestraße ist man im Gespräch, um hier vielleicht in einem Mischgebiet weiteren Wohnungsbau zu ermöglichen.

Schon bei Vorstellung der Pläne im Januar hatte Oberbaudirektor Jörn Walter bemängelt, dass die Bebauung um das Rathaus herum zu dicht und zu hoch sei. Das wurde nun geändert. Die Anzahl der geplanten Wohnungen hat sich von ca. 1400 auf 1200 vermindert.
Nach der Machbarkeitsstudie 2014 und dem Wettbewerb 2015 wurde das ganze Jahr 2016 im Bezirksamt und den Fachbehörden an dem Funktionsplan gearbeitet. Es geht um die Herrichtung der Fläche von 47 Hektar, Erschließung, Bau der Straßen usw. (Zurzeit ist auf dem Gelände die große Erstaufnahmeeinrichtung (ZEA) für geflüchtete Menschen.) Diese Arbeiten werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Auf der Veranstaltung konnten die BesucherInnen an vier verschiedenen Thementischen noch Kritik äußern. Da jedoch die Entscheidung der Jury für den Entwurf von „DeSwarteHond“ mit den Wünschen der Bürger-Innen in dem Wettbewerbsverfahren übereinstimmte, gab es jetzt hauptsächlich nur noch Wünsche und Vorschläge.

 

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A26-Ost: Bundesverkehrswegeplan im Bundestag beschlossen
Doch noch gibt es eine Chance, bessere Alternativen durchzusetzen!

Trogtrasse

Wilhelmsburger Kulturlandschaft im Süden der Insel?
Nein, Teil der Trasse für die geplante Autobahn
.
Foto: ZEWI

WIR. Am 2. Dezember hat der Bundestag den von Verkehrsminister Alexander Dobrindt im August vorgelegten neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 beschlossen. Der BVWP enthält mehrere kostspielige Verkehrsprojekte in und um Hamburg, dazu gehört auch der Bau der A26-Ost (neuerdings „Hafenpassage“ genannt), der unmittelbar negative Auswirkungen auf Wohn-, Naherholungs-, Naturschutz- und potenzielle Wohnungsbaugebiete im Süden Wilhelmsburgs hätte (WIR berichteten).
Gegen den BVWP könnte jetzt noch der Bundesrat, der sich am 16. Dezember damit befasst, Einspruch erheben. Während Umweltverbände, betroffene BürgerInnen und AnwohnerInnen sowie das Bundesumweltamt die „Hafenpassage“ A26-Ost wegen ihrer Lärm- und Umweltbelastung, ihrem gesteigerten Verkehr und Schadstoffausstoß vehement ablehnen, lässt Wirtschaftssenator Frank Horch in einer Pressemeldung des Senats verlauten: „... innerstädtische Quartiere – vor allem im Hamburger Süden – werden von Verkehr, Lärm- und Schadstoffemissionen entlastet.“

Der „Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg“ nimmt zu dem Bundestagsbeschluss folgendermaßen Stellung:
Der Bundestag hat mit der Mehrheit von CDU und SPD den Bundesverkehrswegeplan beschlossen und damit die A26-Ost in den „vordringlichen Bedarf“ eingeordnet. Rund eine Milliarde Euro sollen dafür locker gemacht werden.
Die Bundestagsmehrheit hat nicht auf die Gutachter, zum Beispiel das Verkehrsplanungsbüro „SVU Dresden“, das auf besseren Schienenverkehr setzt, gehört, nicht auf das Bundesumweltamt, nicht auf den BUND und den NABU und auch nicht auf die kritischen Stimmen aus Wilhelmsburg und dem gesamten Hamburger Süden. Jetzt liegt der Ball wieder in Hamburg. Noch könnte die Milliarde in sinnvolle Projekte für Stadt und Hafen umgeleitet werden. Die Alternativen liegen auf dem Tisch: Will Hamburg weiteren Pendlerverkehr über die neue Autobahn mitten in die Stadt holen, und damit mehr Staus, mehr Lärm und mehr Schadstoffe? Oder werden endlich Kapazität und Komfort der S-Bahn und ihre Anschlüsse in den Stadtteilen des Hamburger Südens verbessert und die Planung für die Verlängerung der U-Bahn in Angriff genommen?
Will Hamburg den ursprünglich für Olympia vorgesehenen Tunnel vom Veddeler Damm zur B75/A255 verwirklichen oder den Schwerlastverkehr auch in Zukunft in vollem Umfang durch die Veddel und durch Wilhelmsburg lenken?
Will Hamburg eine substanzielle Mitfinanzierung einer qualitativ und quantitativ besseren Nachfolge für die Köhlbrandbrücke durch den Bund erreichen oder den Bund mit einer sicherlich zwei bis drei Milliarden teuren und für den Hafenverkehr ziemlich nutzlosen DEGES-Autobahn belasten? Hamburg ist gut beraten, die jetzt deutlich gewordene Chance für eine Mitfinanzierung durch den Bund von Köhlbrandbrücke und Veddel-Tunnel nicht zu gefährden.
Hamburg sollte endlich die Prognosen für Güterumschlag und Verkehr im Hamburger Hafen den sich weltweit verändernden Rahmenbedingungen anpassen.
Angesichts eines Programms für 10.000 neue Wohnungen pro Jahr darf Hamburg seine Potenziale für Stadtentwicklung im Süden nicht mit einer Autobahn verbauen.
Klima und Gesundheit in der Stadt müssen zügig verbessert, und damit drohende Klagen von Seiten der EU abgewendet werden, statt über eine neue Autobahn immer mehr motorisierten Verkehr in die Innenstadt zu pumpen.
Hamburg sollte jetzt gemeinsam mit den Umwelt- und Verkehrsverbänden, mit dem Hafen und mit den BewohnerInnen in den Stadtteilen einen echten Verkehrskonsens schmieden, anstatt Zeit, Geld und Kraft für eine jahrelange Hängepartie mit zivilgesellschaftlichem Widerstand und juristischen Auseinandersetzungen, wie z.B. bei der Elbvertiefung, zu verschwenden.

 

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Zwei ADFC-Veranstaltungen im Bürgerhaus Wilhelmsburg:
Projekte für eine sichere, gesunde, fahrrad- und menschenfreundliche Stadt

Sternfahrt

Viel ist noch zu tun, bis Hamburg tatsächlich „Fahrradstadt“ sein wird. Einmal im Jahr macht die Fahrradsternfahrt darauf aufmerksam. Foto: Arthur Sobowiec

Fordern Sie Tempo 30 - jetzt!

MG. In einer Veranstaltung am 22.11.2016 im Bürgerhaus wurde die Kampagne des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) Hamburg für die Durchsetzung von mehr Tempo-30-Zonen vorgestellt. Der ADFC bietet eine Online-Hilfe an, mit der HamburgerInnen ganz einfach mittels eines Internetformulars verkehrsberuhigende Maßnahmen in ihrer Straße beantragen können.
Unter dem Titel „Läuft! Sicher Leise Sauber Schnell – Danke, Tempo 30!“ kann man unter hamburg.adfc.de/laeuft für seinen Wohnort in Hamburg ermitteln, ob die Grenzwerte für Lärm und Luftschadstoffe überschritten werden. In wenigen Schritten lässt sich das Formular ausfüllen und ein individualisierter Antrag herunterladen. Drucken, persönliche Angaben ergänzen, unterschreiben, abschicken – fertig!
Bei Überschreitung der Grenzwerte ist laut Straßenverkehrsordnung (StVO) die Behörde zu einer Überprüfung und zur Umsetzung von Maßnahmen verpflichtet. Lehnt die Behörde einen Antrag aufgrund eines Ermessensfehlers ab, ist der Rechtsanspruch einklagbar. Der ADFC begleitet bereits entsprechende Verfahren von AnwohnerInnen in der Max-Brauer-Allee in Altona und in Heimfeld.
Eine Tempo-30-Zone ist eine effektive Maßnahme gegen Lärm und Abgase. Lärm hängt stark vom Verkehrsfluss ab. Je besser der Verkehr fließt, desto weniger Lärm erzeugt er. Durch eine geringere Geschwindigkeit verbessert sich der Verkehrsfluss. Durch mehr Tempo-30-Zonen würde sich die Durchschnittsgeschwindigkeit des Gesamtverkehrs von z. Zt. 29 km/h auf 27 bis 28 km/h geringfügig verringern - mit großer Wirkung.

In Tempo-30-Zonen ist außerdem die Luftqualität deutlich besser. Auch bei der Sicherheit punkten 30 km/h, es gibt kaum tödliche Unfälle. Obendrein gehen die Menschen lieber auf die Straße und fahren mehr Rad.
Der ADFC appelliert insbesondere an die AnwohnerInnen stark belasteter Straßen: „Sorgen Sie mit ihrem Antrag auf Tempo 30 dafür, dass die Straßen in Hamburg leiser, sauberer und sicherer werden! Die Luftreinhalte- und Lärmaktionspläne der Stadt schützen nicht wirksam, die Ziele werden zudem ständig verfehlt. So geht es nicht weiter. Jetzt nehmen wir Tempo 30 selbst in die Hand.“

Elbquerung verbessern!

hk. Am 10.11.2016 ging es dem ADFC unter anderem um die Verbesserung der Elbquerung mit dem Rad. Einen komfortablen, vier Meter breiten Radweg, der an die Norderelbbrücke angehängt werden könnte, will die Stadt aus Kostengründen (geschätzt: zehn Millionen Euro) nicht bezahlen. Käthe Fromm, beim Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) für die Planung von Stadtstraßen zuständig, argumentierte, die Investition in die alte Brücke aus den 50er Jahren würde sich nicht mehr lohnen.
Mit dem Kostenargument wird seit 15 Jahren auch der Vorschlag einer Fahrradbrücke über die Norderelbe von Wilhelmsburg in die Vier- und Marschlande abgewiesen, fünf Millionen Euro waren immer zu teuer.
Die Mitnutzung der Busspur (inklusive Tunnel) auf der Veddel durch Fahrradfahrer komme ebenfalls nicht in Frage, so Fromm. Der Tunnel sei dafür zu eng. Wegen der häufigen Schienenersatzverkehre (!) müsse die Spur ständig in beide Richtungen für Busse befahrbar sein. Daher wäre hier auch eine Ampelregelung nicht möglich.
Fromm verwies auf den Alten Elbtunnel als Alternativroute für Radfahrer. Leider ist jedoch diese ehemals praktische Verbindung durch die wechselnde Einbahnstraßenregelung und die für Fahrräder unbequemen und gefährlichen Schwellen im Tunnel - seit dieser saniert wird - nicht mehr zu empfehlen. Von Montag bis Freitag bietet sich für diese Elbquerung immerhin die Fähre 73 an. Die HADAG ist allerdings nicht bereit, den Fährverkehr auf das Wochenende auszuweiten.
Fazit: Bei Prestigeobjekten und Autobahnen kommt es auf ein paar Millionen nicht an (s. Artikel rechts zur A26-Ost) - gespart wird an sinnvollen Vorhaben, die die Umweltprobleme der Stadt mindern könnten.
Tragen Sie ein wenig zum Umdenken bei und fordern Sie mehr Tempo-30-Zonen!

 

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IG-Reiherstieg-Spende für die „Lichtinsel“

Lichtinsel

Peter Flecke von der IG Reiherstieg (rechts) überreicht den Scheck über 400 Euro
an den Teamleiter der „Lichtinsel“ Michael Walter (Mitte), gemeinsam mit
Klaus Wüstermann von LoWi.
Foto: hk

hk. Schöne Weihnachtsüberraschung für die Begegnungsstätte „Lichtinsel“ in der Veringstraße. Peter Flecke, Inhaber des benachbarten Baguetteladens und Vorsitzender der IG Reiherstieg überreichte „Lichtinsel“-Teamleiter Michael Walter einen Umschlag mit 400 Euro. Die Spenden der IG Reiherstieg für soziale Einrichtungen im Stadtteil haben eine lange Tradition. „In diesem Jahr haben wir beim Reiherstiegfest 400 Euro Überschuss erwirtschaftet,“ erzählt Peter Flecke. „Und die Kinder- und Jugendarbeit der ,Lichtinsel‘ fanden wir eine gute Sache.“
Die „Lichtinsel“ ist eine regionale Initiative der christlichen Stiftung „Humanitäre Kooperation International“. Sie finanziert sich aus Spenden. „Aber eine Spende aus dem Stadtteil erhalten wir zum ersten Mal,“ sagt Michael Walter. „Für das Geld können wir jetzt neue Pedalos, Stelzen und Hula-Hoop- Reifen für unsere Spielangebote im Park anschaffen.

 

 


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Austherapiert?
Podiumsgespräch zur Ausstellung 40 Jahre Kirchdorf-Süd:
„Sanierung einer Großsiedlung - geht das überhaupt?“

Gespräch

Die Podiumsrunde (von links): Peter Koch, Architekt/ehem. Baudezernent Bezirk Harburg,
Sigrun Clausen (Moderation), Roswitha Düsterhöft, Architektin/ehem. „Frauen planen um“,
Edda Sievers, aktive Bewohnerin/Frauentreff Wilhelmsburg,
Angela Dietz (Moderation), Dr. Andreas Pfadt, Architekt/Stadtplanungsbüro ASK.
Foto: hk


hk. Es sind leider nicht viele Besucher zum Podiumsgespräch ins Laurens-Janssen-Haus gekommen. Aber da auch das Publikum aus Sachkundigen besteht, wird es eine interessante Expertenrunde.
Bewohnerin Edda Sievers, die sich seit 38 Jahren für ihren Stadtteil engagiert, erzählt zunächst, wie positiv sie beim Einzug 1978 gestimmt gewesen sei. Sie fand die große, bezahlbare Wohnung schön und komfortabel, Zentralheizung und Warmwasser waren damals noch keine Selbstverständlichkeit. Es gab noch viel Grün in der Umgebung und sie lernte schnell sympathische Nachbarinnen kennen.
Dann wendet sich das Gespräch den problematischen Achtzigerjahren in der Siedlung zu. Architekt und Ex-Baudezernent Peter Koch, der damals noch bei der SAGA beschäftigt war, berichtet von großen Problemen mit Vandalismus und von der hohen Fluktuation. Gut 75 Prozent der Mieter zogen in den fünf Jahren von 1980 bis 1985 wieder aus. Bis 1990 stieg der Leerstand auf zehn Prozent.

Architektin Roswitha Düsterhöft, damals Mitglied von „Frauen planen um“, einer Gruppe junger Architektinnen und Stadtplanerinnen, erzählt von ihrem ersten schockierenden Eindruck von der Großsiedlung, dem schlechten Zustand der Hochhäuser und dem Mangel an sozialen und kulturellen Einrichtungen.
Die Gruppe hatte die Idee einer Sanierung mit intensiver Bewohnerbeteiligung. Dafür gab es damals bundesweit kein Vorbild. Nach anfänglicher Ablehnung von SAGA und Behörden erhielten die Frauen aufgrund der Intervention des Bundesbauministeriums den Auftrag, in der ersten Sanierungsphase als Planungsberaterinnen für Bewohnerbeteiligung zu sorgen. U.a. eröffnete nun in Kirchdorf-Süd die SAGA erstmals ein Stadtteilbüro und richtete Anwohnersprechstunden ein. Ein Bewohnerausschuss wurde gegründet. Mit Hilfe der Planerinnen entwickelten die Bewohner sehr konkret eigene Vorschläge, Pläne und Ideen.
Stadtplaner Andreas Pfadt, Geschäftsführer des 1992 mit der Sanierung beauftragten Planungsbüros ASK, und Peter Koch schildern daraufhin, wie die Wohnungsbauunternehmen und Architekten von diesem Modellprojekt für die spätere Sanierung (1992 bis 2004) gelernt haben: Sie mussten ihre „Fachleutesicht“ aufgeben und die Bewohner als Experten für ihr Lebensumfeld anerkennen.

Im offiziellen Sanierungsverfahren konnten dann zwar so manche Ideen und Wünsche nicht umgesetzt werden, doch immerhin drei zentrale Änderungen, die die Bewohner gefordert hatten, wurden realisiert: Die Umgestaltung der Mittelachse vom Auto-Parkplatz zur Grünanlage, der Umbau der Hauseingangsbereiche und die Schließung der offenen Laubengänge. Die nachhaltigste Neuerung, da ist sich die Gesprächsrunde einig, war die Neugestaltung der Eingangsbereiche mit Hausmeisterlogen. Diese Logen erwiesen sich als wichtiger Fortschritt für den Zusammenhalt in der Siedlung. Sie waren kleine soziale Treffs, für fremde Besucher gab es einen Anlaufpunkt und natürlich hatten die Hausmeister auch ein Auge auf Ordnung und Sauberkeit. Umso mehr kritisieren die Podiumsteilnehmer, dass die Hausmeisterstellen immer nur provisorisch waren. Zunächst ABM-, später 1-Euro-Stellen, sind sie inzwischen bis auf wenige Stellen ganz gestrichen.
Die Sanierung der Siedlung, so Andreas Pfadt, sei vor allem ein Projekt zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur gewesen. Das Kirchdorfer Beispiel zeige, dass es nicht in erster Linie von der Höhe der Häuser oder der Größe der Siedlung abhänge, ob ein Ort lebenswert sei.
Vom Architektenstandpunkt, so Pfadt und Koch, sei der „Risikopatient“ Kirchdorf-Süd „austherapiert“. Bausubstanz und Anlage der Siedlung seien nun einmal wie sie sind. Andreas Pfadt weist darauf hin, dass „Plattmachen“ keine Alternative sei. Die Wohnungen in den Hochhaussiedlungen würden gebraucht, und die Wohnsituation in den sanierten Vierteln sei ja mittlerweile auch durchaus in Ordnung.
Einig sind sich jedoch alle Podiumsteilnehmer darin, dass an der sozialen und kulturellen Infrastruktur noch weitergearbeitet werden könne und müsse. In der abschließenden Publikumsrunde wird noch deutlicher darauf hingewiesen, dass es sehr wohl weiterhin Handlungsbedarf gibt. Das bisher Erreichte sei durch die Sparmaßnahmen bei sozialen Einrichtungen gefährdet. Es gebe aktuell auch Klagen über Mängel in SAGA-Wohnungen. Und den vielen Armen
und Arbeitslosen – fast 40% der Bewohner in Kirchdorf-Süd sind Transferleistungsempfänger – falle es schwer, sich für ihren Stadtteil zu engagieren.
Gefragt, was sie als Bewohnerin zukünftigen Bauherren und Stadtplanern mit auf den Weg geben würde, antwortet Edda Sievers: „Nicht am Guten sparen! Und an die Menschen denken.“

 

 

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InselArche

 

Endlich! – Die Baugenehmigung ist da
Die InselArche platzt aus allen Nähten. Nun kann hoffentlich bald der Umbau starten. Wer spendet jetzt für Möbel und Einrichtung?

PM. Mitte Juli kam die gute Nachricht zunächst per Mail. Mit wenigen Auflagen wurden der Umbau und die Erweiterung der InselArche genehmigt. Allerdings - noch fehlen die Bescheinigung über die Prüfung der Statik und einige Angebote von Firmen. So können die Sommerferien leider noch nicht für die Bauarbeiten genutzt werden. Pastor Karsten Mohr hofft jetzt auf einen Start im September.
Benötigt werden neue Möbel und Einrichtungsgegenstände für die erweiterten Räume der kostenlosen Nachmittags-Kinderbetreuung. Zwar können einige Möbel aus der alten Arche übernommen werden, doch es wird vieles neu gebraucht: Stühle, Tische, Schränke, Garderobe, Lampen und eine Küche. Außerdem soll ein Unterrichtsraum mit Computern ausgestattet werden.
15 bis 20.000 Euro fehlen der Friedenskirche der evangelisch-methodistischen Gemeinde in der Weimarer Straße für die Innenausstattung der neuen InselArche noch. Pastor Mohr bittet um Spenden.
In der InselArche erhalten alle Kinder, die kommen, kostenlos ein Mittagessen, Hausaufgabenhilfe, sinnvolle Freizeitgestaltung und liebevolle Betreuung.

Bankverbindung: Neue IBAN der InselArche
DE54 5206 0410 0306 4238 76


 

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Ankommen - Helfen - Spendenaufruf

Spendenaufruf für die Hamburger Kleiderkammern

Was kann man spenden?

• Herrenbekleidung (Größen S und M)
• Neuwertige Herrenschuhe (Größen 40 bis 43)
• Kinderkleidung (Babys und Kleinkinder bis 4 Jahre)
• Winterjacken (Damen, Herren, Kinder, alle Größen)
• Schwangerschaftskleidung

Herrenbekleidung in den Größen XL und XXL sowie Spielzeug werden derzeit nicht benötigt.

Die Annahmestellen der teilnehmenden Kleiderkammern sind über das Hamburger Stadtgebiet verteilt, u. a.:
• Hanseatic Help e. V., Große Elbstraße 264 (Altona), geöffnet Mo., Di., Do., Fr. 10 - 20 h, Sa. + So. 12 - 18 h
• DRK Kleiderlager, Hohe Straße 4 (Harburg), Annahme nach tel. Vereinbarung (Tel. 0163-8087436) Mo., Di., Mi., Do. von 9 bis 13 Uhr

Praxis Flüchtlingshilfe Elbinseln

Beratung und Koordination für Tätige in der Flüchtlingshilfe:

Maike Grünwaldt, im MEDIA DOCK, Prassekstraße 1, Tel.: 040/428 85 2281, Mail: gruenwaldt@bi-elbinseln.de, Sprechzeiten vor Ort: Di. 12 bis 15 Uhr, Do. 15 bis 18 Uhr.

Weltcafé

Behördeninitiative „Neuenfelder Straße Hilft“.

Neuenfelder Straße 19 (in der Behörde), jeden Mi. von 15 - 17 h.

 

„Die Insel Hilft“...

Gesucht werden:
• Freiwillige für die Organisation von Sportangeboten
• HelferInnen für die Öffentlichkeitsarbeit
• Freiwillige für den Deutschunterricht (deutschkurse@inselhilfe.org)
• Sprachkundige für Übersetzungsarbeiten
• Interessierte für Tandem-Partnerschaften
Mehr unter www.inselhilfe.org

Kontonummer für Spenden:
Kontoinhaber: Die Insel Hilft e.V. – Hamburger Sparkasse –
IBAN: DE92200505501396133538
Verwendungszweck: Spende, AZ 217/412/03029

 

 

 

 



 

 

 

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Wichtige Dokumentationen

Informationen für Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien < mehr

Erklärung von Mitwirkenden des Initiativen-Netzwerkes Elbinseln zur Planungswerkstatt „Zukunftsbild Elbinseln 2013+“ am 22.2.2013 < mehr

Geruchsbelästigung durch Norddeutsche Ölwerke etc.: hier das NOW-Gutachten vom TÜV Nord vom 13.02.2009

Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße:< Schreibens des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwickluing vom 16.09.2011

Bildungszentrum Tor zur Welt, Krieterstraße: < Lageplan

Landschaftsschutzgebiet Wilhelmsburg < mehr

Spreehafen-Präsentation < mehr

WIR-Inselrundblick - Zeitplan 1994 - 09/2014 < mehr

Kleinanzeigen-Formular für WIR-Zeitung < mehr

 

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