23. Jahrgang,
Ausgabe 2
Feb. / Mar.
2017
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Aktuell

A26 in Wilhelmsburg: Gelesen – gelacht – gelocht
Kirchdorf-Süd sagt „Nein!“ zur Hafenquerspange
Die Wahlen zur Mitgliedschaft im Beirat für Stadtteilentwicklung stehen an
Ein Partnerschaftlicher Dialog zur A26 in Wilhelmsburg – JETZT!
„Wilhelmsburg wird ein neues Gesicht bekommen!“
„Eine Verdrängung gab es nicht“
Das Beste zum Schluss ... ... erreichte uns am Produktionstag
Ankommen - Helfen
Wichtige Dokumentationen

A26 in Wilhelmsburg: Gelesen – gelacht – gelocht
Proteste in Moorburg, Aufruhr in Wilhelmsburg. Die Vorstellung des Beteiligungsverfahrens im Bürgerhaus geriet zur Farce

 

MG. Märchen für Erwachsene könnte man denken, wenn es für Moorburg, Bostelbek und Wilhelmsburg nicht so traurig wäre. Auf Infoveranstaltungen in Harburg, Moorburg und zuletzt am 1. Februar 2017 im Bürgerhaus Wilhelmsburg stellten Staatsrat Rieckhof von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation und die Planungsfirma DEGES das Vorhaben „A26-Ost“ vor (s. WIR-Berichte der letzten Monate).
Politik und Verwaltung geben sich überzeugt von der Erreichung der angeblichen Projektziele: Reduzierung der Lärm- und Schadstoffbelastungen sowie der Trennwirkungen in innerstädtischen Wohnquartieren, Bündelung des Ost-West-Verkehrs und der weiträumigen Hafenverkehre, Lückenschluss im überregionalen Bundesfernstraßennetz und gesamtwirtschaftliche Kostenvorteile.
„Der Bau ist alternativlos!“, sagen sie. Die Verantwortlichen sind nicht bereit, die Wachstumsprognosen für den Hafenumschlag, die sich bis jetzt schon als hundertprozentig überzogen erwiesen haben, zu prüfen.
Neue logistische Entwicklungen wie automatisierter Verkehr oder sich verändernde Transportrouten (z.B. der Weg chinesischer Waren über Piräus und nicht mehr über Hamburg) gehen nicht in die Planungen ein.

Auch die mögliche Entlastung der Stadtstraßen durch verbesserten Öffentlichen Nahverkehr wird nicht berücksichtigt. Nein, als Begründung für eine neue Autobahn wird sogar induzierter Verkehr herangezogen, also Verkehr, der dadurch entsteht, dass eine neue Straße gebaut wird.
Stattdessen ist immer von einem nötigen „redundanten“ Straßennetz die Rede. Das bedeutet, es werden neben der neuen Autobahn alle bestehenden Straßen beibehalten, damit man im Katastrophenfall Ausweichmöglichkeiten hat. Wo bleiben solche Möglichkeiten für die Pendler, die vernünftigerweise mit der S-Bahn fahren? Wo bleibt die U-Bahn nach Harburg?
Die BürgerInnen sind es leid, sich immer wieder von nicht nachvollziehbaren Zahlen berieseln zu lassen. So enterten sie am 18. Januar 2017 in Moorburg das Podium. Herr Pfeffermann von der DEGES wurde von der Aktion überrascht und gestattete tatsächlich VertreterInnen des neu gegründeten „Bündnis‘ Verkehrswende Hamburg“ die Vorstellung von alternativen Lösungen.
Grundlage der Alternativen sind die Erneuerung der Köhlbrandbrücke und der Anschluss der bestehenden Haupthafenroute durch einen Tunnel an die B75/A252, damit die Veddel von Verkehr, Lärm und Schadstoffen entlastet wird.
Doch Planer und Behörden beharren darauf, dass die A26-Ost alternativlos und eine Bürgerbeteiligung nur noch bei der Ausgestaltung möglich ist. Die arrogante Antwort auf die Bedenken der BürgerInnen lautet stets: „Sie können ja klagen!“
Genau das drohte Alexander Porschke, Vorsitzender Naturschutzbund NABU und ehemaliger Hamburger Umweltsenator, auf der Veranstaltung am 1. Februar im Bürgerhaus Staatsrat Rieckhof an: „Wir brauchen weniger Autoverkehr. Diese Entscheidung (für die A26-Ost) geht in die entgegengesetzte Richtung … Wir wollen darüber reden. Wenn das nicht möglich ist, dann sehen wir uns vor Gericht“.
Die Veranstaltung am 1. Februar im Bürgerhaus wurde von „Perspektiven! Miteinander planen für die Elbinseln“ ausgerichtet. Der große Saal war proppenvoll, die Kritik an den Autobahnplänen und dem Beteiligungsverfahren wollte kein Ende nehmen. Zudem wurden mit viel Sachverstand zahlreiche Alternativen und Argumente für eine echte Verkehrswende genannt. Die drei Saalmikros waren ständig umlagert. Was als sogenannte Kick-Off-Veranstaltung für das Beteiligungsverfahren geplant war, geriet zu einer Abrechnung erzürnter BürgerInnen mit der kurzsichtigen Verkehrspolitik des Hamburger Senats und seiner Pseudo-Bürgerbeteiligung.
Die AutobahngegnerInnen wiesen mehrfach darauf hin, dass sie das „Perspektiven!“- Verfahren nicht als echte Bürgerbeteiligung anerkennen, weil es niemals um das OB, sondern immer nur um das WIE der Stadtautobahn gehe. Sie verbaten sich, in der Dokumentation als TeilnehmerInnen aufgeführt zu werden - auch dies eine Form des Protestes gegen das Verfahren. Die Menschen forderten ein STOPP des Planfeststellungsverfahrens, das jetzt in Moorburg beginnen soll.
Die Argumente und Forderungen der AutobahngegnerInnen und die Stimmung am 1. Februar im Bürgerhaus zeigt die Grafik von Ania Groß auf diesen Seiten.

Grafik Gross




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Kirchdorf-Süd sagt „Nein!“ zur Hafenquerspange
Solidarität mit den 6000 BewohnerInnen der Großwohnsiedlung

L.-Janssen-Haus

Unter reger Beteiligung fand im Laurens-Janssen-Haus in Kirchdorf-Süd ein erster
Ratschlag zur Hafenquerspange statt. Eingeladen hatte die AG Kirchdorf-Süd.

Foto: Hasan Erkan/AG Kirchdorf-Süd

Anja Blös für die AG-Kirchdorf-Süd/ sic. Die AG Kirchdorf-Süd (ein Zusammenschluss der Einrichtungen in Kirchdorf- Süd) hat es übernommen, die Bewohner-Innen der vor 40 Jahren entstandenen Siedlung im Süden Wilhelmsburgs umfassend und anschaulich über die Autobahnpläne zu informieren. Denn keiner der Planer oder Politiker hat sich bisher die Mühe gemacht, die besonders von der Autobahn betroffenen Menschen von den Plänen in Kenntnis zu setzen. Bis heute war keiner der Verantwortlichen vor Ort.
Mittlerweile, nachdem der Informationsmangel mit unterschiedlichen Aktionen langsam behoben wird, ist die Stimmung in Kirchdorf-Süd eindeutig: „Nein zur Autobahn!“ Die unmittelbaren Auswirkungen durch mehr Lärm und Schadstoffe, aber auch die erkennbaren städtebaulichen und verkehrspolitischen Fehlüberlegungen der Planer wiegen schwer.
Die Stimmung, die im Stadtteil herrscht, konnten einige Mitglieder der AG Kirchdorf-Süd an einem ganz normalen Mittwoch im Januar erleben:
Mit einem esstischgroßen Modell der Hafenquerspange rund um Kirchdorf-Süd stehen sie auf dem Marktplatz mitten im Viertel. Das anschauliche Modell ist ständig von Menschen umlagert. Der Nachbau der geplanten HQS macht Eindruck. Es wird sehr deutlich, was auf die Menschen in Kirchdorf-Süd zukommt. Ärger macht sich Luft: „Das geht doch nicht!“ Und immer wieder die Frage, ob denn schon alles entschieden sei oder man noch etwas tun könne: „Wo können wir dagegen unterschreiben?“ Auch Ohnmachtsgefühle werden wach: „Schon jetzt haben wir die Autobahn A1 in unmittelbarer Nähe.“ Lärmschutz gibt es bis heute, nach 40 Jahren, noch nicht.

Kinder, die aus der Schule am Stübenhofer Weg strömen, gucken sich die Planung genau an und diskutieren spontan, warum die Bewohner von Kirchdorf-Süd unter einer weiteren Autobahn leiden werden.
An diesem Nachmittag herrscht am Stand der AG Kirchdorf-Süd eine Mischung aus Interesse und Fassungslosigkeit, Ärger und Ohnmachtsgefühlen. Und es gibt einen Funken Hoffnung, dass man doch noch was machen kann.
Einige Tage später fand erneute Meinungsbildung bei einer Veranstaltung im Laurens-Janssen-Haus, knapp eine Woche
vor Beginn des „Beteiligungsverfahrens“ im Bürgerhaus, statt.
Auch hier konnte wieder anhand des großen Modells die Situation erkannt und analysiert werden. Gewohnt kenntnisreich lieferte zudem der „Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg“ Informationen zu abweichenden Kosten, irreführenden Verkehrsprognosen und Belastungen durch Lärm und Schadstoffe. Zahlen, die ganz anders aussehen als in den offiziellen Verlautbarungen. So manche Kostenschätzung wurde als illusorisch entlarvt. Zum Beispiel sind für den Bau der HQS mit allen komplexen Verkehrsknoten 890 Millionen Euro angesetzt. Zusätzliche Tunnel- oder Troglösungen zum Schutz der Menschen sind darin gar nicht berücksichtigt. Die Aussage einer Ortspolitikerin, „Hamburg hat Fixkosten von 10 Millionen. Jede zusätzliche Ausgabe wird vom Bund getragen“ mochte im Raum niemand glauben. Und selbst wenn es so wäre: Auch der Bund kann nur die Steuergelder aller Menschen ausgeben.

Eine wichtige Frage an dem Abend war jene nach dem Umgang mit den betroffenen Menschen. In den Planungsunterlagen der DEGES ist Kirchdorf-Süd ein grauer unbewohnter Fleck. So als gebe es die 6000 Menschen gar nicht. „Warum wurden wir überhaupt nicht informiert?“, fragte eine Teilnehmerin empört.
Wie können wir als Bewohner von Kirchdorf-Süd sichtbar werden, wie bekommen wir eine gewichtige Stimme in dem von der Politik als „alternativlos“ bezeichneten Plan? Auch darum ging es an dem Abend. Es wurden erste Ideen entwickelt, wie die Bewohner sich untereinander mobilisieren und ermutigen könnten. Auch wurde gefordert, die Informationen noch direkter an die Leute zu bringen, mit Menschen zu sprechen, sie aufzusuchen. Das waren motivierende Anfänge. Eher ernüchternd war dagegen zu erfahren, dass es zwar auch unter Vertretern von Schulen, Wohnungsbaugesellschaften und unter Politikern jeglicher Partei viele Kritiker der A26-Ost gibt - diese dazu aber nur hinter vorgehaltener Hand eindeutig Stellung nehmen. „Demokratie geht anders!“, meint die AG-Kirchdorf-Süd. Und ein Beteiligungsverfahren, das nicht mehr das Projekt der HQS an sich in Frage stellt, lehnt sie ab.

 

 

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Die Wahlen zur Mitgliedschaft im Beirat für Stadtteilentwicklung stehen an

Sören Schäfer/Büwi. Noch bis zum 24.2. können sich wieder Interessierte in den Wilhelmsburger Beirat für Stadtteilentwicklung wählen lassen. Als überparteiliche Diskussionsplattform erörtert er Fragen der Stadtteilentwicklung und gibt regelmäßig wertvolle Hinweise oder Empfehlungen zu wichtigen Themen und Problemen in Wilhelmsburg an die regionalpolitischen Gremien. Zusätzlich vergibt der Beirat aus einem Verfügungsfonds Gelder für lokale Projekte.
Der Beirat ist mit seinen Vertretern aus insgesamt 14 Quartieren für ganz Wilhelmsburg zuständig. In den Quartieren stehen jeweils ein Vertreter und ein Stellvertreter den Bewohnern als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie berichten und informieren in den Sitzungen des Beirates. Hinzu kommen Mitglieder aus den Fraktionen der Bezirksversammlung mit ihren Stellvertretern.
In der Regel tagt der Beirat fünf bis sechs Mal im Jahr. Tatkräftig unterstützt wird er dabei vom Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung (SL). Zudem wird eng mit dem Ausschuss für Wohnen und Stadtteilentwicklung der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte kooperiert.

Die Arbeit im Beirat ist ehrenamtlich. Die Beiratsmitglieder werden von der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte eingesetzt.
Bewerbungen bitte im Bürgerhaus Wilhelmsburg einreichen. Bitte fordern Sie dazu einen Bewerbungsbogen im Büro des Stadtteilbeirats oder beim Fachamt SL an.

Sören Schäfer, Bürgerhaus Wilhelmsburg, Tel.: 752017-18, stadtteilbeirat@buewi.de;
Kai Osten, Bezirk Hamburg-Mitte, Tel.: 42854-4624,kai.osten@hamburg-mitte.hamburg.de

 

 

 

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Eine neue Autobahn, die DEGES und das Bürgerhaus:
Ein Partnerschaftlicher Dialog zur A26 in Wilhelmsburg – JETZT!

Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg. In einer Rundmail vom 21. Dezember 2016 berichtete das Bürgerhaus über eine Zusammenarbeit mit der DEGES GmbH. Am 1. Februar soll im Bürgerhaus über den Stand der Planungen zur A26 in Wilhelmsburg informiert werden. Dazu soll ein „umfassendes Beteiligungsverfahren“ durch die Beteiligungs-Agentur des Bürgerhauses „Perspektiven!“ vorgestellt werden.
In der Tat ist öffentliche Mitsprache zur A26-Ost überfällig. Seit Jahren wird die fehlende Öffentlichkeitsbeteiligung, nicht nur von unserem Verein, angemahnt.
In der Tat muss die Beteiligung „umfassend“ sein. Dazu gehört für uns vor allem auch die Möglichkeit zur Erörterung und Prüfung von Alternativen.
„Perspektiven!“ fühlt sich den Standards guter Bürgerbeteiligung verpflichtet. Laut dem „Handbuch für gute Öffentlichkeitsbeteiligung“ (2015) des Bundesverkehrsministeriums gilt dazu die „Goldene Regel“: „Gute Bürgerbeteiligung muss frühzeitig, d.h. bereits zu Beginn der Planungen, idealerweise vor Einleitung des Raumordnungsverfahrens, ansetzen, das heißt dann, wenn noch echte Entscheidungsspielräume bestehen“.
Auch im Hamburger Koalitionsvertrag (Seite 35/36) haben GRÜNE und SPD eine „Grundlagendiskussion“ zu großen Straßenbauprojekten vereinbart, und zwar „vor der Verschickung von Planunterlagen“, um „Planungsvarianten noch ohne Vorzugsvariante“ zu erörtern.
Für eine solche Grundlagendiskussion über das Pro und Contra der Behördenplanung einerseits und der von uns und anderen vorgeschlagenen alternativen Lösungen ohne eine Autobahn hätte „Perspektiven!“ unsere volle Unterstützung.
Genau einen solchen partnerschaftlichen Dialog haben wir auch in einem Brief an den zuständigen Staatsrat Andreas Rieckhof eingefordert. Dieses Schreiben vom 8. Januar wird unterstützt vom NABU Hamburg und dem „Bündnis Verkehrswende Hamburg“, zu dem derzeit gehören: Die Inititative Stop A26 Moorburg, die SGM Radeland/Bostelbek, die Engagierten Wilhelmsburger, der Beirat für Stadtteilentwicklung Wilhelmsburg und unser Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg.

Das bisherige Vorgehen der Behörde und die Interessenlage der DEGES weisen leider in eine ganz andere Richtung: Bereits für den 18. Januar hatte die Behörde zu einer Veranstaltung in Moorburg eingeladen, um über das Mitte Februar 2017 beginnende Planfeststellungsverfahren zur A26 im Moorburger Abschnitt zu informieren. Die Planfeststellung für den Wilhelmsburger Teil ist für Mitte 2018 fest terminiert.
Die DEGES GmbH ist eine privatrechtliche Gesellschaft, die sich auf den Bau von Autobahnen spezialisiert hat und stolz auf ihre Erfahrungen mit „pro-aktiver Bürgerbeteiligung“ ist. Jetzt, in den Monaten vor der Planfeststellung, gibt es für die DEGES als Vorhabenträger nur ein Ziel: Sie will der Wilhelmsburger Bevölkerung ihr Produkt verkaufen, ihre Autobahn schmackhaft machen. Wenn die DEGES „Beteiligung“ anbietet, handelt es sich um eine reine Werbemaßnahme. Es geht der DEGES ausschließlich um Akzeptanzbeschaffung.
Auch die Behörde hat in den letzten Wochen bisher stets betont, dass es nicht mehr um das „Ob“ sondern nur noch um das „Wie“ der Planung gehen könne. Dazu wurde eine Liste von nachrangigen Verkehrsthemen vorgelegt, über die man noch sprechen könne, z.B. die „Umfeldverträglichkeit während der Bauzeit“, „Hinweise zur Optimierung des Lärmschutzes“ und ähnliches.
Auch wenn die Planungen vonseiten der Behörde und der DEGES weit fortgeschritten sind: Noch ist nichts in trockenen Tüchern und die Verantwortlichen können in Richtung einer zukunftsfähigen Verkehrswende in Hamburg umsteuern. Wir sind überzeugt davon, dass es Alternativen zur Autobahn gibt, die sowohl moderner, stadtverträglicher, klimafreundlicher und gesünder als auch für den Hafen und das Transportgewerbe sinnvoller sind. Dazu müssen wir allerdings einen fairen Dialog aller Beteiligten durchsetzen! Dies ist keine überzogene Forderung, sondern der im Koalitionsvertrag vereinbarte Ablauf. Wir fordern die Einhaltung der Aussage von Bürgermeister Scholz zum guten Regieren: versprochen – gehalten!

Für den 1. Februar bedeutet das: Wir brauchen eine partnerschaftliche, ergebnisoffene Debatte über Pro und Kontra der Planungen zur A26 und zu den von Bürgergruppen und Verbänden vorgeschlagenen Alternativen. Dazu gehört auch, dass während des Verfahrens keine Fakten geschaffen werden; d.h. das Planfeststellungsverfahren wird seitens der Behörde und der DEGES ausgesetzt, solange verhandelt wird.
Das Bürgerhaus Wilhelmsburg ist eine Einrichtung für die Bürgerinnen und Bürger unseres Stadtteils und hat Verantwortung für eine Stadtteilentwicklung, die dem Wohlergehen der Menschen auf den Elbinseln dienen soll. Unser Bürgerhaus sollte sich nicht von der DEGES für ein Verfahren missbrauchen lassen, das allen Standards für ordentliche Partizipation widerspricht, das die bestehende anachronistische Verkehrsplanung der Behörde verfestigt und eine gemeinsame Suche nach besseren Lösungen verhindert.
Lasst uns also JETZT - gemeinsam - eine partnerschaftliche öffentliche Debatte über die A26-Ost und ihre möglichen Alternativen organisieren!

 

 

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„Wilhelmsburg wird ein neues Gesicht bekommen!“
Bausenatorin Dorothee Stapelfeld bewundert die „faszinierende Entwicklung“ Wilhelmsburgs seit der IBA

IBA Neubauten Wbg

Insgesamt sechs Neubauprojekte plant die IBA auf Wilhelmsburg. Für die Gebiete
„Spreehafenviertel“ und „Haulander Weg“ gibt es noch keine Pläne.

Abb.: IBA GmbH

MG. Am Dienstag, 3. Januar 2017, beauftragte der Hamburger Senat die IBA Hamburg GmbH mit der Planung von drei
neuen Wohngebieten auf Wilhelmsburg. Insgesamt sollen 5200 Wohnungen in den nächsten Jahren entstehen. Dies wird möglich, so Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeld, Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter und die IBA-Geschäftsführerin Karen Pein in einer Pressekonferenz, durch die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße an die Bahn. „Diese wurde ja schon vor Jahren gefordert“, so Karen Pein. (Ja, aber nicht als Quasiautobahn, sondern als Stadtstraße: Die Red.)

Über das jetzt als neues Projekt vorgestellte Elbinselquartier (früher Nord-Süd-Achse) haben WIR schon im August 2016 berichtet, nachdem der Entwurf der Hosoya Schaefer Architekten aus der Schweiz in einem Wettbewerb gesiegt hatte. Hier sollen ab 2020 mindestens 2000 neue Wohnungen gebaut werden. Für die beiden weiteren neuen Gebiete Haulander Weg und Spreehafenviertel gibt es noch keine Pläne. Bevor hier die Wettbewerbe ausgeschrieben werden, sollen wieder die BürgerInnen befragt werden. Hier werden weitere 680 bzw. 1000 Wohnungen entstehen. Baubeginn ist ca. 2021.
Gleichzeitig werden soziale Einrichtungen, zwei bis drei Schulen, elf Kindertagesheime und drei zentrale Sportstätten (davon eine am Karl-Arnold-Ring in Kirchdorf-Süd) gebaut. Es sollen öffentlich geförderte (1/3 Mix) und preiswerte Mietwohnungen, Eigentumswohnungen, Stadthäuser und Studentenappartements entstehen.

„Charakteristisch für Wilhelmsburg ist der Zusammenhang zwischen Wohnen und Gewerbe. Neben viel Grün und Wasserlagen ist das Besondere, dass wir auch neue Arbeitsplätze dort haben werden. Das ist Wohnen für die Zukunft und das mitten im Zentrum der Metropole!“ erläuterte Noch-Oberbaudirektor Jörn Walter. Das bedeutet aber, es muss wohnverträgliches Gewerbe werden und keine Störfallbetriebe, wie z.Zt. gegenüber den Georg-Wilhelm-Höfen und Haulander Weg. Beim Haulander Weg droht dann auch noch der Bau der A26-Ost, die auf dem Übersichtsplan noch nicht existiert. Auf eine entsprechende Frage von Lutz Cassel, Vorsitzender des Stadtteilbeirats, meinte Jörn Walter: „Da muss man den Abstand sehen. Das ist im Vergleich zu anderen Konflikten ein überschaubarer Bereich. Im östlichen Teil des Haulander Wegs ist sehr schönes Wohnen möglich.“

Zu den Verkehrsproblemen auf Wilhelmsburg gab es auf der Pressekonferenz keine Hinweise. Wenn autoarme Wohngebiete geplant werden, muss sich der Blick auf den Öffentlichen Nahverkehr richten. Dorothee Stapelfeld hob die gute verkehrliche Anbindung Wilhelmsburgs hervor. Theoretisch stimmt das ja auch, aber praktisch gibt es eine ständig überfüllte S-Bahn, die auch insbesondere in der Vorweihnachtszeit häufig durch „Personen im Gleisbereich“ ausfällt. Außerdem gibt es bis Oktober 2018 eine Vollsperrung der S3 und S31 an 19 Wochenenden. Es fehlt dringend eine Metrobuslinie direkt in die Stadt und die Ausweitung des Fährverkehrs auf die Wochenenden. Es ist zu befürchten, dass erst die vielen Menschen kommen müssen, bevor man merkt, dass eine U-Bahn dringend nötig ist.

Abzweig Harburg

Geplantes Autobahnkreuz südlich des geplanten Wohngebietes „Haulander Weg“.
Laut Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter: „Ein überschaubarer Konflikt zur Wohnbebauung“.

Abb.: DEGES

 

 

 


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„Eine Verdrängung gab es nicht“
Der Senat beantwortet eine „Kleine Anfrage“ zum Weltquartier

Weltquartier

„Nach den Wünschen der Bewohner“ saniert.
Aber nur 33% zogen zurück.

Foto: hk

hk. Im vergangenen September feierten Senat und IBA das zehnjährige Jubiläum der Bauausstellung und lobten die Sozialverträglichkeit der Bauprojekte. IBA-Chefin Karen Pein verwies in diesem Zusammenhang in einem Abendblatt-Artikel auf das preisgekrönte Weltquartier, dessen Sanierung im Februar 2016 abgeschlossen wurde. Es habe hier eine Aufwertung aber „alles andere als eine Verdrängung gegeben“. Rund ein Drittel der ehemaligen Bewohner seien in das Quartier zurückgekehrt. Die Linken-Abgeordnete Heike Sudmann nahm diese Äußerung zum Anlass für eine kleine Anfrage in der Bürgerschaft. Sie wollte genaue Angaben haben über Wohnungsbestand und Wohnungsgrößen vor und nach der Sanierung, über die Entwicklung der Miete und die Zahl der ursprünglichen Mieter, die in die Wohnungen zurückgekehrt oder eben nicht zurückgekehrt sind. Der Senat schickte in seiner Antwort voraus, dass seine Daten zum Teil auf Auskünften der SAGA und der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB) beruhten. Zum Wohnungsbestand heißt es dann, das Weltquartier habe vor der Sanierung einen Bestand von 754 Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 35000 m2 gehabt, vorwiegend kleine Zweizimmerwohnungen. Nach der Sanierung seien es 743 Wohnungen mit 50000 m2, davon seien knapp 40% Zwei- und 60% größere Drei- und Vierzimmerwohnungen. Die neue Kaltmiete 2011 habe bei den 274 neuen Wohnungen 5,80 Euro/m2 betragen.
Bei den modernisierten Wohnungen lag die Anfangsmiete zwischen 5,46 und 5,60 Euro. Alten Bewohnern des Quartiers sei vertraglich zugesichert worden, dass sie nach der Sanierung in eine Wohnung des Weltquartiers zurückkehren könnten. 687 Mietparteien seien während der Sanierung umquartiert worden, davon 82,5% innerhalb Wilhelmsburgs. 227 Parteien seien zurückgezogen, 460 Mietparteien kehrten nicht zurück.

Die Frage, ob Bewohner aus dem Quartier verdrängt würden, weil sie die höheren Mieten nicht mehr zahlen könnten, war während der IBA ein wichtiger Punkt der Auseinandersetzung. Besonders der Arbeitskreis Umstrukturierung (AKU) kritisierte diese mögliche Folge der Sanierung. Genauere Zahlen darüber waren von der SAGA nicht zu erfahren. Anfangs wurde betont, dass alle zurückkehren könnten, später war mal von 50% mal von 40% die Rede. Am Ende waren es also 33%. Dass die ursprüngliche Arbeitersiedlung aus den 30er Jahren mit den für Familien zu kleinen Wohnungen dringend sanierungsbedürftig war, war auch bei den Kritikern unstrittig.
Ebenso, dass auch die neuen Mieten im Vergleich noch moderat sind. Der AKU führte allerdings Beispiele dafür an, dass die von der SAGA angegebene Steigerung der durchschnittlichen Kaltmiete von 5,12 Euro auf 5,70 Euro/m2 im Einzelfall auch viel höher ausfiel. Und natürlich sind die neuen Drei- und Vierzimmerwohnungen schon durch ihre größere Wohnfläche teurer. So sah der AKU damals durch den Wegfall günstiger kleiner Wohnungen im Weltquartier „den Austausch armer Menschen durch etwas weniger Arme“.

Es gibt in der Presse Interviews mit zurückgekehrten Bewohnern, die sich über die schön renovierten größeren und immer noch günstigen Wohnungen freuen. Ebenso gibt es einzelne gegenteilige Aussagen. Eine allgemeine Untersuchung zu den Mieterbewegungen im Zuge der Sanierung gibt es weder von der SAGA noch von den zuständigen Behörden. Der Senat antwortet auf die entsprechende Frage von Heike Sudmann: „Die zur Umquartierung (während der Bauzeit) genutzte Wohnung wurde bereits als wesentliche Verbesserung angesehen. Viele ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner sind daher aus persönlichen Gründen nicht in das Quartier zurückgezogen.“ Angesichts der Tatsache, dass unterm Strich die überwiegende Mehrheit der ehemaligen Mieter nicht in das preisgekrönte neue Weltquartier zurückkehrte, kann das als Begründung nicht ausreichen.

 

 

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Das Beste zum Schluss ...
... erreichte uns am Produktionstag.

Und hat mit unserem Titelthema zu tun. Und passte leider nur noch hier hin.

 

Kraftwerk Moorburg

Mit der Lichtprojektion von Bildern und Texten an das Kraftwerk Moorburg protestierte am 14. Januar die Initiative „Stop A26 Moorburg“ gemeinsam mit Mitstreitern des „Bündnis‘ Verkehrswende Hamburg“ und des Naturschutzbundes Hamburg (NABU) gegen die aktuelle Planung der A26-Ost („Hafenpassage“).
Foto: Olympia Sprenger

 

 

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Ankommen - Helfen

Koordination sozialräumliche Integration von Flüchtlingsunterkünften
Flavia Suter, Fachamt Sozialraummanagement Bezirksamt Mitte.
Klosterwall 4, 20095 Hamburg,
Tel. 428542397, E-Mail: flavia.suter@hamburg-mitte.hamburg.de

Das Projekt „Praxis Flüchtlingshilfe Elbinseln“ ist beendet.


Weltcafé

Behördeninitiative „Neuenfelder Straße Hilft“.

Neuenfelder Straße 19 (in der Behörde), jeden Mi. von 15 - 17 h.


Hilfreiche Broschüren

1. „Wie finde ich eine Wohnung?“
Leitfaden für Wohnungssuchende in Deutsch und Englisch auf der Website des Freizeithauses Kirchdorf-Süd unter
http://www.freizeithaus-kirchdorf.de/p/Wohnungssuche_deutsch.pdf;
http://www.freizeithaus-kirchdorf.de/p/Housing_english.pdf

Leitfaden für Wohnungssuchende in Deutsch: < Text
Leitfaden für Wohnungssuchende in Englisch: < Text

2. „Demokratie für mich. Grundrechte in Deutschland.“
Ein Leitfaden für geflüchtete und einheimische Menschen in Deutsch/ Englisch, Deutsch/Farsi oder Deutsch/Arabisch. Erhältlich bei der Landeszentrale für politische Bildung
Hamburg, Dammtorwall 1, 20354 Hamburg, Tel.: 428234802.
Öffnungszeiten: mo – do von 12.30 – 17 Uhr, fr von 12.30 – 16 Uhr.

 

„Die Insel Hilft“...

Wir freuen uns über:
• Freiwillige für die Organisation von Sportangeboten
• HelferInnen für die Öffentlichkeitsarbeit
• Freiwillige für den Deutschunterricht (deutschkurse@inselhilfe.org)

Mehr unter www.inselhilfe.org

 

 

 

 

 



 

 

 

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Wichtige Dokumentationen

Informationen für Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien < mehr

Erklärung von Mitwirkenden des Initiativen-Netzwerkes Elbinseln zur Planungswerkstatt „Zukunftsbild Elbinseln 2013+“ am 22.2.2013 < mehr

Geruchsbelästigung durch Norddeutsche Ölwerke etc.: hier das NOW-Gutachten vom TÜV Nord vom 13.02.2009

Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße:< Schreibens des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwickluing vom 16.09.2011

Bildungszentrum Tor zur Welt, Krieterstraße: < Lageplan

Landschaftsschutzgebiet Wilhelmsburg < mehr

Spreehafen-Präsentation < mehr

WIR-Inselrundblick - Zeitplan 1994 - 09/2014 < mehr

Kleinanzeigen-Formular für WIR-Zeitung < mehr

 

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